John Rambo (2008)
John Rambo (2008)
Brian Tyler gibt in jüngster Zeit vollgas - nicht nur im quantitativen Sinne. Seine neuesten Veröffentlichungen sind vornehmlich Actionscores zu Filmen wie War, Aliens vs. Predator: Requiem und jüngst Rambo 4. Und auch die Zukunft bringt Tyler Actionkracher wie die nächste Folge der The-Fast-And-The-Furious-Serie, Dragonball, Eagle Eye und Bangkok Dangerous.
Dass sich Brian Tyler in seiner Rambo-Vertonung nicht ganz von Altmeister Jerry Goldsmiths Filmmusik zur Rambo-Reihe hat lösen können, überrascht nicht. Tyler hat Goldsmiths Themenmaterial aber sehr schön in die Gesamtkomposition eingebaut und mit eigenen Ideen ergänzt.
So hat Tyler mit der vorliegenden Komposition im Prinzip nichts falsch gemacht. Dass bei einem Film wie Rambo 4 die Action einen breiten Anteil am Album hat, ist klar. Tyler kreierte zudem ein eher ruhiges und emotionales Thema, das für willkommene Abwechslung sorgt. Das Goldsmiths Rambo-Thema arbeitet Tyler er in Stücken wie "Rambo Theme", "No Rules of Engagement", "Crossing into Burma", "Rambo Main Titel" und "Rambo End Titel" ein.
Das von Brian Tyler neu komponierte, emotionale Thema für die - wie von Tyler im Booklet-Text erklärt - unschuldig leidende Burmesische Bevölkerung erklingt zum ersten mal verhalten in "Conscription" und ist in den Stücken "The Village" und "Battle Adagio" dann in voller Blüte und getragen von einem Trompeten-Solo zu hören. Dieses Thema ist sehr schön anzuhören und bleibt auch nach dem Hören des Albums im Gedächtnis haften, so, wie das Thema von Goldsmith natürlich auch.
Das Problem des Albums liegt nicht in der komponierten Musik sondern in derer Darbietungsform: In den 76 Minuten Laufzeit fällt das Album leider manchmal etwas ab. Stücke wie "Rambo Returns", "When you are pushed", "The Call to War", "Atrocities", "Prison Camp" und "The Compound" fügen dem Album keine wirklich neue Ideen hinzu; zu sehr sind die Drumloops repetitiv und die Stücke mit Underscore-Material gefüllt. Auch die Stücke "Battle Adagio", "Rambo Main Title" und "Rambo End Title" fassen das bereits gehörte Material nochmals zusammen. Allerdings ist die Präsentation der Musik in diesen drei Titeln sehr schön, so dass diese fast schon als eine Art abschliessende Suite betrachtet werden können.
Fazit: Brian Tyler liefert mit seinem Score zu Rambo 4 eine durchaus überzeugende Arbeit ab und macht mit seiner Musik ordentlich Dampf. Hätte man das Album auf etwa 50 Minuten Lauflänge getrimmt, wäre das Hörvergnügen jedoch noch grösser gewesen.
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