Quarantine (2008)
Quarantine (2008)
Oder: Rein aber nicht mehr raus
Die Reporterin Angela (Jennifer Carpenter) und ihr Kameramann Scott (Steve Harris), haben den Auftrag erhalten, im Rahmen einer Reportage mit einer Feuerwehrtruppe die Nachtschicht zu verbringen und über ihren Alltag zu berichten. Ihr werden zwei der Männer zugeteilt, nämlich Jake (Jay Hernandez) und Fletcher (Johnathon Schaech), welche sie durch die Nacht führen und während eines Einsatzes schützen sollen. Über längere Zeit ist es jedoch ruhig und Angela bleibt nichts anderes übrig, als mit den Männern Basketball zu spielen und einige Interviews zu führen. Doch dann erhält die Truppe endlich einen Notruf und begeistert fährt Angela mit der Einheit zu einem alten, etwas verfallen Haus. Die Polizei ist bereits vor Ort und jetzt liegt es nur noch an der Feuerwehr, die Wohnung zu überprüfen, aus welcher der Hausverwalter markerschütternde Schreie gehört hat.
Also betreten die Feuerwehrmänner, dicht gefolgt von Angela und der Kamera, die Wohnung der alten Dame und mit dem Betreten dieser Wohnung beginnt ein Alptraum, den sie nie wieder vergessen werden: Im Halbdunkeln des Wohnzimmers wartet nämlich bereits etwas, was das ihr Leben zur Hölle machen wird. Als sie kurz darauf in Panik versuchen, aus dem Gebäude zu fliehen, erweist sich dies als unmöglich, denn die Polizei hat das Gebäude inzwischen unter Quarantäne gestellt. Während im Innern des Hauses bereits die ersten Opfer zu beklagen sind und ein ebenfalls eingeschlossener Polizist verzweifelt versucht Ruhe und Ordnung zu bewahren, bleibt Angela nichts anderes übrig als die Schrecken zu dokumentieren, welche in der Nacht in dem unscheinbaren Haus abspielen...
Kinofilm-Rating
Quarantine ist das amerikanische Remake des spanischen Schockers [REC], welcher erst vor drei (!) Monaten in den Kinos angelaufen ist. Wie das Original ist auch Quarantine in der aus Blair Witch Project oder Cloverfield bekannten First-Person-Perspektive gedreht, die es dem Zuschauer ermöglichen sollte, den Horror hautnah zu erleben. In Quarantine wird die Kamera glücklicherweise nicht von einem pickeligen Teenager, sondern durch einen "professionellen" TV-Kameramann geführt, was unübersichtliche Ruckelorgien für lange Zeit unterdrückt und den Filmgenuss bedeutend erleichtert.
Wie auch beim Original ist es empfohlen, möglichst ohne irgendwelches Vorwissen den Film zu schauen und sich wie auch die Protagonisten auf eine unbekannte Reise zu begeben. Schliesslich ist der gezeigte Film das lange verschollene Beweisstück einer Katastrophe und so hat es auch die beste Wirkung, wenn man sozusagen live mit Angela die seltsamen Vorgänge im alten Haus erkunden kann. Diese Geschehnisse wurden im Vergleich zum Original sogar noch etwas erweitert und an einigen Stellen auch mit mehr Hintergrundinformationen ausgestattet. Somit können zwar einige der aufgetauchten Fragen beantwortet werden, doch der Film wird auch zusätzlich gebremst. Die grundlegende Geschichte wird dadurch aber nicht besser und auch wenn die Inszenierung sowie die düsteren Sets sehr gelungen ist, grosse Überraschungen bleiben aus.
Letztendlich hat Jungregisseur John Dowdle das Potential von Qurantine nur bedingt genützt und lässt die Handlung zu lange dahindümpeln. Die Schockmomente ziehen meistens nicht und auch wenn es zwischendurch zu recht blutigen Szenen kommt, eine Intensität bleibt aus. Die Schauspieler liefern jedoch gute Leistungen und so kann wenigstens durch sie ein Hauch der Panik vermittelt werden, die in solchen Situationen herrschen müsste. Panik hält letztendlich, als ob Dowdle etwas aufholen müsste, in voller Stärke im letzten Viertel des Filmes Einzug und plötzlich wird wie die Weltmeister gemetzelt, geschrieen und das Bild verwackelt. Leider wird es dadurch primär nervig, denn die Übersicht geht zwischendurch komplett verloren. Der schlimmste Overkill liefert aber die Reporterin alias Jennifer Carpenter selber: Anstatt von den Geschehnissen zu berichten, fällt Carpenter gegen Ende wieder in ihre The Exorcism of Emily Rose-Routine zurück und während sie nur noch herumschreit bleibt dem Kameramann nichts anderes übrig als sie regelrecht dem Finale entgegen zu schubsen.
Fazit: Quarantine ist ein solides Remake von [REC] und kann die Vorlage sogar an einigen Stellen erweitern und eine etwas rundere Handlung abliefern, welche auch den Ursprung des Terrors etwas umfassender erkundet. Allerdings hat er dadurch an Tempo eingebüsst und erreicht auch nicht die Intensität des linearen Überlebenskampfes der Vorlage. Dennoch kann man ihn als durchaus gelungen bezeichnen, denn eine packende Atmosphäre kriegt er hin und mit gut ausgewählten Schauspieler kann er eine Geschichte erzählen, welche sich, je näher das Finale kommt, an Intensität und Brutalität immer mehr steigert.
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2.6 Sterne (20 Bewertungen) | 7 Kommentare



