Parque vía (2008)

Parque vía (2008)

Oder: Der alltägliche Wahnsinn von Beto

Parque vía

"Zu mir oder zu dir?"

Beto (Nolberto Coria) lebt in einer riesigen Villa in Mexico City. Ganz alleine und nur mit dem Nötigsten ausgerüstet, besteht seine Hauptaufgabe im Unterhalt des leerstehenden Hauses. Das Anwesen gehört einer wohlhabenden Lady (Tesalia Huerta), welche sich von Zeit zu Zeit vor Ort vergewissert, dass alles in bester Ordnung ist, falls sich wieder mal ein Kaufinteressent umschauen möchte.

Parque vía

*schnarch*

Beto lebt ein sehr einsames und zurückgezogenes Leben in fast vollkommener Monotonie. Aus seinem Tagesablauf kann er schon lange nicht mehr ausbrechen, zu stark hat er sich in den letzten zehn Jahren daran gewöhnt. Er hat kaum Kontakt zur Aussenwelt, abgesehen vom Fernseher und der Lady, die ab und zu nach dem Rechten schaut. Einmal in der Woche besucht ihn die Prostituierte Lupe (Nancy Orozco), ein kleiner Luxus, den sich Beto leistet, um etwas Abwechslung zu haben.

Als das Haus dann schliesslich doch verkauft wird, dämmert es Beto, dass er mit dieser Situation wohl nicht klarkommen wird...


Kinofilm-Rating

Enrique Rivero verzichtet in seinem Film Parque vía komplett auf einen Soundtrack, und die Dialoge werden auf das absolute Minimum reduziert - damit lässt er vorwiegend die Bilder sprechen. Mit dem monotonen, immer wiederkehrenden Ablauf des Alltags von Beto wird dem Zuschauer die Einsamkeit, in welcher sich der alte Mann befindet, deutlich vermittelt. Zudem zeigt er mit dem Verhältnis zwischen der Lady und dem Angestellten die in Mexiko äusserst ausgeprägte Diskrepanz zwischen Arm und Reich auf.

Die Kamera ist stets auf den Fersen von Beto, beim Wischen, beim Schrubben, beim Mähen und beim Fernsehen... manchmal in schier endlosen Einstellungen - ohne dass irgendetwas passiert. Diese unerträgliche Stille und Event-Losigkeit verdeutlichen zwar die Monotonie, in welcher sich Beto befindet, verlangen dem Zuschauer nach einer gewissen Zeit aber doch so einiges an "Ausdauer" ab.

Der Film basiert auf der Lebensgeschichte von Nolberto Coria, welcher Beto auch gleich selber verkörpert. Dem Ganzen wurde dann noch etwas Fantasie beigemischt, was schliesslich in einem äusserst skurrilen Schluss des Films endet, welcher ganz und gar nicht zum restlichen Gefüge des Films passt. Alles in allem ein netter Ansatz einer Geschichte, doch in der Umsetzung ein eher missratener Film.

1.8 Sterne
1.8 Sterne (4 Bewertungen) | 2 Kommentare

1.5 Sterne1.5 von 0.0-6.0
07.08.2008 / pj