Il Papà di Giovanna (2008)

Il Papà di Giovanna (2008)

Oder: Meine Tochter ist die Beste!

Il Papà di Giovanna

Ich hab noch einen Koffer in Bologna

Giovanna (Alba Rohrwacher) ist ein Einzelkind. Ihr Vater Michele (Silvio Orlando) hütet sie deshalb wie seinen Augapfel. Er liebt sie mehr als seine Frau (Francesca Neri). Als Michele eines Nachts Blutspuren an Giovannas Handtuch findet, beunruhigt ihn das nur kurz. Bis an der Schule die Leiche der besten Freundin von Giovanna gefunden wird. Die Hauptverdächtige: Silvios Töchterchen. Alles Verdrängen hilft nichts mehr, als Giovanna den Mord gesteht. Sie wird zum Glück nur ins Irrenhaus gesteckt - wegen vermindeter Zurechnungsfähigkeit. Es war ein Verbrechen aus Eifersucht. Der Einzige, der jetzt noch zu ihr hält, ist Papa Silvio. Seine täglichen Besuche in der Anstalt lassen die Familie aber auseinanderbrechen. Die Mutter flüchtet in die Arme vom Polizeiwachtmeister Sergio (Ezio Greggio).


Kinofilm-Rating

Autor und Regisseur Pupo Avati schildert in Il Papà di Giovanna eine äusserst stabile Vater-Tochter-Beziehung kurz vor bis zum Ende des zweiten Weltkrieges in Bologna. Er fand dafür mit Silvio Orlando und Alba Rohrwacher die ideale Besetzung. Orlandos Hundeblick passt bestens zu seiner Rolle. Wie der beste Freund des Menschen bleibt er seinem Töchterchen auch dann noch treu, als sie schon längst von allen Geistern verlassen im Irrenhaus herumvegetiert. Rohrwacher überzeugt als verschupftes Pickelgesicht mit psychischer Störung. In einer Nebenrolle ist TV-Spassvogel Ezio Greggio (Striscia la Notizia) erstmals in einer ernsten Rolle zu sehen. Er macht seine Sache gut.

Ganz so episch wie ein US-Kriegsfilme ist Il Papà di Giovanna aber nicht geworden - auch wenn er das vielleicht sein möchte. Dazu ist die Handlung zu sehr in Innenräumen konzentriert. An deutsche Fernsehserien, die zur selben Epoche spielen, kommt der Film, der in denselben Brauntönen gedreht wurde wie ein Werk von Till Schweiger, qualitativ aber schon heran. Und es ist ein ordentlicher Tearjerker. In Venedig wurden beim Abspann nicht wenige Taschtücher gezückt. Kein schlechtes Zeichen für einen Ort, wo italienische Filme oft masochistisch ausgebuht werden.

3.3 Sterne
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01.09.2008 / rm

Il Papà di Giovanna (2008)
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