Outlander (2008)

Outlander (2008)

Oder: THAT is definitely not a Bear!

Outlander

Ja, hier geht es um Wikinger...

Es ist tiefe Nacht ausserhalb des Wikingerdorfes. Die Welt schläft, und ausser den Tieren der Nacht regt sich kaum etwas in der Natur. Plötzlich donnert es vom Himmel her, und mit unglaublichem Getöse stürzt etwas Gigantisches, Meteorähnliches aus dem Weltraum Richtung Erde und kracht mit einer riesigen Flutwelle in einen der vielen Fjorde der Küste. Kaum haben sich sie Wellen etwas gelegt, steigen zwei düstere Gestalten in futuristischen Rüstungen aus dem See und brechen kurz darauf am Strand zusammen. Erst am kommenden Morgen wird das Ausmass der Katastrophe klar. Kainan (James Caviezel), der einzige Überlebende des Crashes, begräbt seinen inzwischen toten Kameraden und stellt fest, dass dieser von dem tödlichen Moorwen aufgeschlitzt worden war, welcher sich auf sein Raumschiff geschmuggelt und auch den Absturz verursacht hatte. Jetzt liegt es an ihm, die Kreatur zu töten, bevor es noch mehr Schaden an der wehrlosen Bevölkerung des Planeten anrichten kann.

Outlander

Hellboy, bist du das?

Weit kommt Kainan mit seiner Jagd jedoch nicht. Er schafft es knapp bis ins nächste Dorf, wo der Moorwen in der Nacht alle Einwohner abgeschlachtet hat, und da wird er von einer Patrouille abgefangen und niedergeschlagen. Gefesselt bringen ihn die Wikinger in die lokale Hauptstadt, wo er gefoltert und verhört wird. Natürlich glauben die Folterer kein Wort von Kainans Alibi-Geschichte und schon gar nicht, dass es ein neues Grauen in den Wäldern unterwegs ist. Erst viel zu spät merken sie, was für einen fatalen Fehler sie begangen haben, denn die Moorwen sind Tiere mit sehr genauen Territorien und die Wikinger sind mit ihrem Dorf und ihren Familien genau innerhalb dieses Territoriums. Für die Wikinger beginnt eine ungleiche Schlacht und ein tödlicher Alptraum. Bald wird klar, dass Kainan die einzige Chance für ihr Überleben darstellt...


Kinofilm-Rating

Die Entstehungsgeschichte von Outlander begann vor vielen Jahren, als ein Schüler an der High School das epische Gedicht Beowulf las. Dieses Gedicht trug und wälzte er lange mit sich herum, denn es war ihm klar, das man daraus einen grossartigen Film machen könnte, doch erst als sich Regisseur Howard McCain mit Co-Autor Dirk Blackman anfreundete, nahm das bisher einzigartige Konzept eine finale Form an: Sie wollten das Science Fiction-Genre mit den Historischen Wikingern kombinieren und ihre Mythologie mit einem Monster aus dem All kreuzen. Diese Idee wurde verfolgt und nach einem harten und steinigen Weg ist der epische Fantasyfilm Outlander bereit für die Kinos und feiert in Locarno seine Weltpremiere.

Rein von der Idee her, dass man zum ersten Mal Aliens aus dem Weltraum mit den Wikingern der prähistorischen Erde kombiniert, waren die Erwartungen an Outlander natürlich entsprechend hoch. Diese Erwatungen werden dann auch in den ersten Minuten bestätigt, als das Raumschiff auf die Erde abstürzt und Kainan sich mit seiner neuen Situation zurechtfinden muss, um dann den Kampf gegen die Kreatur aufnehmen. Hier kommt auch der Kulturcrash zwischen Vergangenheit und Zukunft am deutlichsten zur Geltung, doch leider nicht für lange. In dem Moment, als Kainan seine Laserkanone durch einen Überfall der Wikinger verliert, verschwindet auch das letzte Sci-Fi-Element aus dem Film, welches die Handlung noch beeinflussen könnte. Ab da erhält man einen beinahe reinen Wikinger-/Monsterfilm, und ausser ein paar Flashbacks merkt man kaum mehr etwas von Sci-Fi in der Handlung.

Eines muss man Outlander jedoch lassen, es wird bereits von der ersten Minute an eine düstere Atmosphäre geschaffen und wenn dann noch Moorwen anfängt, unter der einheimischen Bevölkerung aufzuräumen, können packende Momente geliefert werden, welche visuell schlichtweg grossartig aussehen. Hier kommt vor allem das altbewährte Monsterdesign von Patrick Tatopolous sehr schön zur Geltung, denn obwohl das Monster klar von einigen anderen inspiriert ist, es sieht einfach beeindruckend aus. So kommt es intensiven Momenten, welche tief in den Sessel drücken und später zu Kampfsequenzen führen die ohne Frage zu den Highlights von Outlander zählen.

Leider hat Outlander aber auch seine Schattenseiten: Da ohne irgendwelche Erklärung weder Kainans Kampfrüstung noch seine Waffen wieder zum Einsatz kommen, wandelt Outlander grösstenteils auf den ausgetretenen Pfaden von Filmen wie Beowulf. Er bietet beinahe identische Szenen und fackelt alle Klischeehandlungen ab, welche man von einem Film erwartet, in denen ein mysteriöser Fremder in eine Gesellschaft kommt, wo die Königstochter per Zufall noch zu haben ist. Politische Handlungsstränge, die obligatorische Lovestory und das sehr ausgewalzte Integrieren von Kainan in die Gesellschaft der Wikinger bremsen auch die Handlung sehr aus und da man vieles schon gesehen hat, wartet man oft nur darauf, bis das Moorwen wieder auf das Wikingerdorf losgeht.

Fazit: Outlander ist leider nicht die erwartete Überraschung geworden. McCain hat das gigantische Potential des Sci-Fi/Wikinger-Kulturcrashs nur bedingt genutzt und biegt viel zu schnell in die planierte Beowulf-Autobahn ein, die wir schon viele Male gesehen haben. Schlecht ist der Film dennoch bei weitem nicht geworden. Dank einem ganz nett aussehenden Monster, einigen packenden Horrorszenen, epischen Schlachten, gut gewählten Schauspielern und einer vielseitigen Handlung kann Outlander durchaus unterhalten und auch mitreissen. Ein passender Soundtrack, einige pompös inszenierte Hochglanzszenen und eine glaubwürdige Welt, für die man sich auch interessiert, runden das solide Paket ab.

3.3 Sterne
3.3 Sterne (30 Bewertungen) | 11 Kommentare

3.53.5
15.08.2008 / db