One Missed Call (2008)

One Missed Call (2008)

Oder: Ein Anruf, auf den man gerne verzichtet

One Missed Call

So harmlos hat es begonnen..

Beth (Shannyn Sossamon) ist ein normaler Teenager, der in die Schule geht, sich intensiv mit seinen Arbeiten beschäftigt und sehr eng mit Kollegin Leann (Azura Skye) befreundet ist. Diese hat sich gerade von ihrem Freund getrennt und ist nicht gerade in der besten Verfassung. Überhaupt sind alle erschüttert, denn vor wenigen Tagen ist eine andere Schulkollegin im Teich vor ihrem Haus ertrunken, und ihre Beerdigung ist allen noch in lebhafter Erinnerung. Doch das rückt alles in den Hintergrund, als Leann einen mysteriösen Anruf erhält, der in der Zukunft datiert ist, und ihre eigene Stimme hört, die eindeutig im Todeskampf ist.

One Missed Call

... und so hat es geendet!

Beth schenkt dem keine grosse Beachtung, doch Leann befindet sich bereits mitten in der Hölle und sieht als Einzige überall Sachen, welche überhaupt nicht da sind. Bleiche Menschen mit Fratzen, die ihr entgegenstarren und irgendwelche Käfer, die überall herumkrabbeln, terrorisieren sie seit dem mysteriösen Anruf. Als sie sich am Abend auf den Heimweg macht, kann sie ihre Angst nicht mehr in Zaum halten. In Panik ruft Leann Beth an und bittet sie um Hilfe, doch diese kommt zu spät, und so muss Beth entsetzt zusehen, wie sich ihre beste Freundin vor den Zug wirft. Doch damit hört die seltsame Mordserie nicht auf. Ein Schüler nach dem anderen fällt einem bizarren Unfall zum Opfer, und langsam erkennt Beth ein Muster bei den Morden. Mit Hilfe von Detektiv Jack (Edward Burns), der seine Schwester auf ähnlich mysteriöse Weise verloren hat, versucht sie den Ursprung dieser Anrufe zu finden, um die Mordserie zu stoppen. Doch die Zeit drängt, denn auch Beth hat bereits einen Anruf erhalten...


DVD-Rating

Dass sich Hollywood in letzter Zeit im Kreis dreht, ist offensichtlich, und die Policy "Wenn es nicht eine Comicadaption oder ein Remake ist, machen wir es nicht" hat schon mehrere äusserst fragwürdige Sequels und Remakes ausgebrütet. Dennoch, wenn ich The Ring, Pulse, The Eye oder The Grudge betrachte, sind diese, obwohl sie rein künstlerisch überhaupt nichts wert und zum Teil beinahe 1:1-Kopien vom Original sind, durchaus ordentliche Filme. Wer das Original nicht gesehen hat, wird unterhalten und auch hie und da ganz nett erschreckt - jedenfalls kommt man zu diesem Schluss, wenn man das Remake One missed Call gesehen hat. Dieses gehört wirklich zum Schlechtesten, was Hollywood in Sachen Japan-Abklatsche vom Stapel gelassen hat.

Rein thematisch behandelt One missed Call das in letzter Zeit beliebt gewordene Thema, dass plötzlich alltägliche Gegenstände zum Tod von Menschen führen. Nach Videokassetten, Games und allgemeinen Technikgegenständen, wird hier das Handy genutzt, um Menschen umzubringen. In einem Zeitalter, in dem an manchen Orten beinahe jeder zweite Mensch über ein solches Gerät verfügt, könnte man daraus einen intensiven und bedrohlichen Film machen. Aber wie gesagt, man könnte. One missed Call tut dies überhaupt nicht, und obwohl er den Grundplot des Originals nutzt, hätte das Resultat kaum schlimmer werden können.

Bei One missed Call hat Regisseur Eric Valette so ziemlich alles falsch gemacht, was falsch gemacht werden konnte. Zum einen ist der Cast durchwegs ein absoluter Fehlgriff. Auf dem Horrorsektor ist man zwar tolerant, was das Schauspiel anbelangt, doch was hier geboten wird, ist Lustlosigkeit hoch drei, und in keiner Situation kommt annähernd das Gefühl auf, als ob sich die Leute überhaupt bemüht hätten, eine glaubhafte Leistung abzuliefern. Die Handlung selber versucht zwar, sehr mystisch dem tödlichen Anruf auf die Spur zu kommen, spannend wird es jedoch nie, und so wirken selbst die eigentlich kurzen 87 Minuten enorm lang. Bei den sonst wichtigen Gruselszenen tauchen dann auch die üblichen bleichen Gestalten auf, welche eigentlich erschrecken sollten. Doch diese sind so lächerlich gestaltet, dass man eher an Disney denkt als an einen Grusler, der Spannung haben könnte und schocken soll.

Fazit: Während man bei den anderen Remakes, wenn man sich um Objektivität bemüht, durchaus noch positive Aspekte abringen kann, da diese trotz aller Fragwürdigkeit durchaus noch ihre gelungenen Seiten hatten, wird man bei One missed Call absolut nicht fündig. One missed Call macht so gut wie alles falsch, was man falsch machen kann und liefert eine geklaute Handlung mit grottigen Schauspielern ab, bei der nie Spannung aufkommt und die eigentlichen Gruselmomente absolut schlecht und lächerlich sind. Bei der Wertung gibt es noch einen halben Stern, weil man doch zwischendurch wieder von einem BUH-Moment aufschreckt. Schaut euch das Original von Takashi Miike an, und Finger weg von diesem Remake.

Die DVD präsentiert den Film in einer überscharfen Qualität, die es selbst bei grossen Screens ermöglicht, den Film ohne Schnee zu betrachten. Der Ton ist ganz ok, aber da sowieso nicht mit dem Surround gearbeitet wird, fällt dies kaum ins Gewicht. Bonusmaterial sucht man vergebens.

1.4 Sterne 2.4 Sterne
1.4 Sterne (11 Bewertungen) | 0 Kommentare

0.5 Sterne0.5 von 0.0-6.0
14.07.2008 / db


DVD-Infos

DVD erschienen am 11.07.2008

  • Bildformat: Widescreen 1.78:1 (Anamorphisch)
  • Sprachen: Deutsch: Dolby Digital 5.1, English: Dolby Digital 5.1, Italiano: Dolby Digital 5.1
  • Untertitel: Deutsch, Italienisch, Deutsch für Hörgeschädigte, Italienisch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte
  • Extras: -