Nordwand (2008)
Nordwand (2008)
Oder: Da rauf? Sicher nicht!
Deutschland, 1936: Das Nazi-Regime will Helden sehen, um die Macht des Dritten Reiches zu unterstreichen. Auch Henry Arau (Ulrich Tukur), Chefredaktor einer Berliner Zeitung, ist ständig auf der Suche nach neuen Triumphmeldungen. Als er hört, dass Deutsche die Eigernordwand bezwingen wollen, reist er zusammen mit seiner Volontärin Luise (Johanna Wokalek) ins Berner Oberland.
Am Fusse des Eigers bereitet sich Luises Jugendliebe Toni Kurz (Benno Fürmann) mit seinem Kumpel Andreas Hinterstoisser (Florian Lukas) für den Aufstieg vor. Toni, ein mundfauler Pragmatiker, war ursprünglich gegen die lebensgefährliche Mission. Dieses eine Mal liess er sich jedoch von Andreas überreden.
Und so fängt der Wettlauf an, dass "letzte Problem der Alpen" zu lösen. Denn Toni und Andreas sind nicht die einzigen, die als Erste über die Nordwand hochkommen wollen. Eine österreichische Seilschaft folgt den beiden auf Schritt und Tritt. Beobachtet von den Leuten im Tal, schreiten beide Gruppen schnell voran. Doch dann schlägt das Wetter um. Nun geht es für die Bergsteiger nicht mehr um den Gipfelsturm, sondern ums blanke Überleben.
DVD-Rating
Touching the Void war 2003 eine kleine Überraschung in den Kinos und zeigte eindrucksvoll, wie gefährlich Berge sein können. Nun ist ein Vetreter aus der Schweiz im Mittelpunkt des Films Nordwand und beweist ebenfalls, dass Stein und Fels durchaus ihre Tücken haben können. Vor allem, wenn sie mit dem Wetter Hand in Hand gehen und vom Volk als geheimnisvoll und gefährlich tituliert werden.
Unter der Regie von Phillip Stölzl machen sich hier Benno Fürmann (Speed Racer) und Florian Lukas (Stellungswechsel) auf, die Eiger Nordwand zu erklimmen. Dabei quälen sie sich nicht nur durch die wittrigen Verhältnisse, sondern haben es zudem noch mit nervenden Österreichern zu tun. Die Schweizer übrigens, beschränken ihre Tätigkeit aufs zuschauen, informieren und erzählen. So wie das Hanspeter Müller (Grounding) schön vorführt.
Natürlich lebt der Film von den Szenen im Berg, die jeweils durch recht nervende Sequenzen von plappernden Journalisten unterbrochen werden. Eingebettet in tolle Umgebungen gelingt hier der Spagat zwischen Actionfilm und Drama recht solide. Manchmal hätte es aber auch ein bisschen weniger Dramatik sein dürfen, denn trotz all dem Aufwand, wäre eine noch stärkere Fokussierung auf die Bergsteiger lobenswert gewesen.
Fazit: Nordwand hat einen zähen Anfang, kommt dann aber schön in Schwung und wird alle Bergsteiger-Fans vor den Fernseher locken. Dazu kommen solide Darsteller und gute Effekte, die den Film zu einer sehr passablen und zwischendurch sogar recht guten Angelegenheit machen.
Als Bonusfeatures (die auf der Blu-Ray mit "über 60 Minuten" angegeben werden) finden wir ein Making-Of des bayrischen Rundfunks, das der Werbung des Filmes und den der Geschichte zu Grunde liegenden Tatsachen dient. Ein paar zusätzliche Szenen werden ebenfalls angeboten, sowie Beiträge des Schweizer Fernsehens (10vor10, Glanz + Gloria), welche die Dreharbeiten, die Geschichte und die Premiere am Festival in Locarno ein bisschen genauer beleuchten.
Technisch macht die Blu-Ray, wie nicht anders zu erwarten, einen sauberen und klaren Eindruck. Das Bild ist stark, die Aufnahmen sehr überzeugend und der Ton ohne Makel. Mittendrin, statt nur dabei, dürfte das Motto dieser Blu-Ray sein. Das passt sehr schön.
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DVD-Infos
DVD erschienen am 26.03.2009
- Bildformat: 2.35:1 (16:9)
- Sprachen: Deutsch (DTS HD 5.1); Deutsche Hörfilmfassung (DD 2.0)
- Untertitel: Deutsch; Deutsch für Hörgeschädigte
- Extras: Trailer; Making-Of; Berichte aus dem Schweizer Fernsehen; Deleted Scenes



