Nim's Island (2008)
Die Insel der Abenteuer
Nim's Island (2008) Die Insel der Abenteuer
Oder: Berühre die Welt
Nim (Abigail Breslin) lebt mit ihrem Daddy (Gerard Butler) auf einer einsamen Insel im Südpazifik. Sie wird zu Hause unterrichtet und verschlingt Unmengen von Büchern. Ihre besten Freunde sind ein kleiner Leguan, ein Seelöwe und ein besonders schlauer Pelikan. Ihr Vater Jack ist Wissenschaftler, stets auf der Suche nach neuen Einzellerarten auf hoher See und nebenbei Ratgeber für andere Forscher, mit denen er per E-Mail in Kontakt steht.
Als Jack eines Tages nach einem riesigen Sturm nicht mehr von seiner Erkundungsfahrt zurückkehrt, ist Nim ganz alleine. Verzweifelt nimmt sie deshalb Kontakt auf mit einer Schriftstellerin aus der Grossstadt (Jodie Foster), die sie fälschlicherweise für den Romanhelden Alex Rover (ebenfalls Gerard Butler) hält. Dumm nur, dass Alexandra unter Agoraphobie leidet und seit 16 Wochen ihr Haus nicht mehr verlassen hat...
Kinofilm-Rating
Wieso in Kinderfilmen der letzten Zeit stets kaputte Familien und Waisen- oder Halbweisenkinder im Mittelpunkt stehen, bleibe mal dahingestellt. Jedenfalls finden wir auch in Nim's Island ein Mädchen vor, dessen Mutter aus nicht näher erläuterten Umständen nicht mehr existiert. Daraufhin hat der Vater genug von der Zivilisation, umsegelt zuerst zweimal die Welt und zieht sich dann auf eine einsame, unentdeckte Insel zurück.
Hier ist alles ein bisschen eigen, die Tiere benehmen sich fast wie Menschen, das Mädchen hat eine unendliche Fantasie und niemand hinterfragt die ganze Situation (dass das Mädchen nicht zur Schule geht, wo sie überhaupt ist und ob die Insel nicht rechtlich schon jemandem zusteht...). Typische Komponenten eines Märchenfilms und soweit nicht wirklich etwas Neues. Auch die Figur des Alex Rover haut einen nicht gerade vom Hocker, da sie zu sehr an den jungen Indiana Jones erinnert.
Gerard Butler überzeugt in seiner Vaterrolle nicht, wirkt irgendwie hochnäsig und kann, wie auch schon in P.S, I Love You, keine Gefühle übermitteln. Irritierend ist zudem, dass er gleichzeitig die Rolle des Vaters und die des Alex Rover verkörpert, einzig und allein mit unterschiedlichen Akzenten. Was der Sinn dahinter sein sollte, bleibt verborgen.
Das Beste und Lustigste am Film ist die Alexandra-Storyline. Es macht einen Heidenspass, ihr beim Überwinden ihrer Flugangst und Reisephobie zuzusehen und ihre exzentrische Rolle zu begleiten. Doch auch hier sind gewisse Sachen nicht ganz stimmig. Der imaginäre Kampf, den sie mit Alex Rover an ihrer Haustür führt, ist bizarr, da man seit jeher schlecht mit Fantasiegebilden ringen kann. Auch sind gewisse Handlungen überzogen, denn eine Person wie Alexandra würde bestimmt nicht mitten in einem Sturm auf ein Beiboot klettern und sich in die tosenden Wellen werfen.
Ein kleines Extra-Jöö verdient der kleine Leguan Fred, der fast wie ein eigenständiger Charakter agiert und richtig putzig ist. Für kleine Kinder bestimmt ein grosser Spass, für alle jenseits der 12 aber nichts Besonderes.
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3.6 Sterne (30 Bewertungen) | 6 Kommentare



