The Mummy: Tomb of the Dragon Emperor (2008)
Die Mumie - Das Grabmal des Drachenkaisers
The Mummy: Tomb of the Dragon Emperor (2008) Die Mumie - Das Grabmal des Drachenkaisers
Oder: Im Osten nichts Neues
Lang ist's her, da lebte im fernen Osten ein finsterer General, dessen Machtgier ins Unermessliche wuchs und der die Herrschaft über die Welt suchte. Dafür liess er sich von einer Zaubererin zu einem Ritual hinreissen, das ihm ewiges Leben bescheren sollte. Als sie ihm aber den Platz an seiner Seite verweigerte, nahm er ihr das Leben. Die Hexe aber, clever wie sie war, hatte das Ritual des ewigen Lebens in einen Fluch umgewandelt, und so wurde der brutale Despot Han (Jet Li) zu einer leblosen Statue, die tief in der Erde begraben wurde. Auf dass ihn niemand mehr finden sollte...
Bis eines Tages Alex O'Connell (Luke Ford) bei Ausgrabungen auf eine Entdeckung stösst, die ihn aus dem Schatten seines Vaters Rick (Brendan Fraser) schreiten lassen soll. Er entdeckt ein unterirdisches Verlies mit einem Anführer, dessen Statue natürlich sofort ins Museum nach Shanghai überführt werden muss. Als dort auch Papa Rick und Mama Eve (nicht mehr Rachel Weisz, sondern nun Maria Bello), sowie der schusselige Onkel Jonathan (John Hannah) auftauchen, macht die Familie O'Connell genau das, was sie am besten kann: Sie erweckt Mumien zum Leben. Zwar unabsichtlich, aber immerhin.
Der Kaiser rast also nun zurück in sein Gebirge, um die Vollständigkeit seines Körpers (und das ewige Leben) zu erlangen, während sich die O'Connels, plus hübscher Begleitung (Isabella Leong) ebenfalls ins Eis aufmachen müssen, um ihren Fehler wieder gerade zu biegen. Aber Kaiser Han ist keine normale Mumie. Er ist der Herrscher der Elemente und kann sich in Not auch gerne mal in irgendwelche Fanasieviecher verwandeln. Da helfen alle Yetis nichts, die O'Connells müssen einmal mehr allen Mut aufbringen, um die Welt vor dem ultimativen Bösewicht zu bewahren.
Kinofilm-Rating
Wir alle erinnern uns an The Mummy und natürlich an die Fortsetzung The Mummy returns. Den Scorpion King lassen wir jetzt einfach mal aussen vor. Stephen Sommers nahm uns mit in die Wüste, zeigte uns wild wütende Pharaonen, verräterische Priester, krabbelnde Käfer und natürlich die Mumie, die dem sprücheklopfenden Brendan Fraser an den Kragen wollte. Nun, immerhin sieben Jahre nach dem letzten Teil der Serie, werden die Geschehnisse nochmals aufgerollt. Das heisst, man verzichtet auf Sonne, Sand und Kamele und entführt uns in eisige Höhen, wenn in The Mummy: Tomb of the Dragon Emperor die Fäuste fliegen.
Was bei den ersten beiden Filmen so hervorragend geklappt hat, nämlich das Feeling von Abenteuer, gepaart mit der hirnlosen Action und den (mehr oder minder) gelungenen Spezialeffekten, wird nun leider zur Farce. Das fängt schon bei der Tatsache an, dass Mumien (auch wenn das geschichtlich in irgendeiner Form stimmen sollte) in China einfach nichts verloren haben. Unser Aufgeweckter (und das ist durchaus zweideutig zu verstehen) kann es zu keiner Zeit mit der Darstellung eines Arnold Vosloo aufnehmen. Es fehlen ihm nicht nur das Charisma, sondern auch die Möglichkeiten, aus seiner Figur mehr zu machen als ein von Spezialeffekten verunstaltetes Irgendwas. Jet Li ist ein toller Kämpfer, wirkt aber in The Mummy: Tomb of the Dragon Emperor verloren.
Brandon Fraser gibt noch immer den Clown/Abenteurer, den er uns schon zweimal vorgeführt hat. Das ist zwar hin und wieder glatt, dürfte aber jetzt auch mal gegessen sein. An seiner Seite sehen wir neu Maria Bello. Die heisst nicht nur schön, sondern sieht auch so aus. Mehr hat auch sie leider nicht zu tun. Filmsohn Luke Ford und Stichwortgeber John Hannah reissen ebenfalls keine Stricke aus.
Aber so schlecht wie es klingen mag, ist The Mummy: Tomb of the Dragon Emperor dann doch nicht ganz geworden. Immerhin wird einem knappe zwei Stunden lang hirnlose Unterhaltung geboten, die mit immensen Spezialeffekten (und lächerlichen Yetis...) angereichert wurden und die den Zuschauer immer wieder zum Grinsen bringt. Die übliche Portionen Zauberei und mystisches Getue gehört zu solchen Filmen und lassen die Zeit dann doch noch einigermassen anständig vorbeigehen.
Fazit: Von den bisherigen Neuverfilmungen der Geschichte um Rick O'Connell und die Verstorbenen ist The Mummy: Tomb of the Dragon Emperor ganz klar die schwächste. Aufgemotzt mit lauter Action, schnellen Schnitten und ein paar flotten Sprüchen ist aus der einst spannenden und aufregenden Ausgangslage ein von Spezialeffekten erdrücktes Stück Film geworden. Wenn die tatsächlich noch einen weiteren Teil der Geschichte drehen wollen, dann kann die Devise nur heissen: Den Kopf in den Sand stecken und warten, bis ein Skarabäus angekrabbelt kommt!
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2.6 Sterne (70 Bewertungen) | 15 Kommentare



