Mirrors (2008)
Mirrors (2008)
Oder: Gefährliche Spiegelungen
Ben (Kiefer Sutherland) war mal ein guter Cop, muss nun aber mit dem Verlust seines Partners fertig werden. Das schafft er am besten, in dem er sich in Grund und Boden säuft und Pillen schluckt. Dafür entfremdet sich ihm seine eigene Familie immer weiter und schon bald steht der Mann alleine da. Er will darum sein Leben umkrempeln und heuert als Nachtwächter in einem scheinbar verlassenen Gebäude an, in dem es vor grossen Spiegeln nur so wimmelt.
Schon in der ersten Nacht kriegt unser Sicherheitsmann eine kleine Geisterbahn geboten. Es knarrt überall, er hört Schreie, findet aber die dazugehörige Person nicht und an den Spiegeln entdeckt er Handabdrücke, die er sich nicht erklären kann. Will ihm da jemand einen Streich spielen? Spielen seine Sinne komplett verrückt? War das nicht grad ein verbrannter Arm, der da aus dem Schrank gelugt hat?
Ben fängt an, eine Faszination für dieses Haus zu entwickeln. Die Spiegel, nach dem grossen Brand des Gebäudes praktisch unversehrt, scheinen etwas zu verbergen, auf das sich unser Schnüffler erstmal keinen Reim machen kann. Erst als er beginnt, die Ermittlungen zu verschärfen und auch den Namen "Esseker" stösst, wird sein Leben zur Tortur. Denn während er sich auf die Spur des Namens und des Geheimnisses begibt, befindet sich seine Familie bereits in Todesgefahrt.
Kinofilm-Rating
Der Franzose Alexandre Aja hat sich bereits mit seinen ersten grusligen Filmen einen Namen gemacht. Haute Tension machte 2003 den Anfang und mit The Hills have Eyes und dem Parkhaus-Thriller P2 festigte der Mann seinen Platz in den Herzen derjenigen, die auch gerne mal etwas deftigere Horrorkost geboten kriegen. Nun hat er sich Kiefer Sutherland (24) geschnappt und schickt diesen auf eine Geisterbahn, die mit einigen tollen Überraschungen aufwarten kann.
Spiegel. Meist schon gruselig genug, wenn man am morgen früh da hineinschaut, werden sie nun in Mirrors zum Ereignis eines ganzen Films. Die Geschichte legt nämlich grad schnurstracks los und präsentiert uns bereits in den ersten Minuten einen kleinen Vorgeschmack, was uns erwartet. Wer da einen sensiblen Magen hat, der dürfte ein paar Mal auf die Probe gestellt werden.
Leider hält der Film schlussendlich nicht ganz, was der schöne Aufbau und die Geisterbahnfahrt in den dunklen Räumen versprechen. Anfänglich wird erschreckt und gegruselt, dass es nur so eine Freude ist. Der Zuschauer wird im Kinosessel hin und her gejagt, die Überraschungen gelingen sehr gut und vereinzelt dürften auch Schreie im Kino zu erwarten sein. Als dann aber unser Ermittler dem grossen Geheimnis auf die Schliche kommt, sackt der Film brutal ab und bietet übertriebene und leider völlig unpassende Auflösungen, über die man höchstens lachen kann, aber keinerlei Schreckhaftes mehr zu bieten hat. Dafür hats die allerletzte Szene in sich. Hier darf man im Kinosessel nochmals seinen Augen nicht trauen und wird Zeuge eines Filmendes, das sich sehr gut in die Reihe der unkonventionellen Finishs à la The Mist einreiht.
Kiefer Sutherland ist Jack Bauer. Meistens jedenfalls. Während der Seasonpause seiner Erfolgsshow 24 nützt der Mann die Zeit immer wieder, um auch auf der grossen Leinwand nicht in Vergessenheit zu geraten. In Mirrors macht er eine gute Falle, darf sogar ein bisschen dramatisch sein, bringt aber seine "Jack Bauer"-Einstellung nicht komplett aus der neuen Figur raus. Neben ihm agieren Paula Patton (Hitch, Deja Vu) anständig und Amy Smart (Crank) unterfordert. Letztere hat aber eine Szene in der Badewanne, die wohl nach dem Film noch ein bisschen in Erinnerung bleibt...
Fazit: Mirrors ist eine schöne Geisterbahnfahrt geworden, die anfänglich gruselt und erschrickt, in der zweiten Hälfte und speziell im letzten Drittel aber total abdriftet und den vorhergegangenen Aufbau zu grossen Teilen wieder einreisst. Aber bis dahin darf man ein paar Mal zu Tode erschrecken....
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