Miracle at St. Anna (2008)
Buffalo Soldiers '44 - Das Wunder von St. Anna
Miracle at St. Anna (2008) Buffalo Soldiers '44 - Das Wunder von St. Anna
Oder: Gleichstellung auf dem Schlachtfeld
Italien im Herbst 1944: Die deutsche Wehrmacht wird von den Alliierten immer mehr zurückgedrängt. In der Toskana errichtet sie deshalb eine letzte Verteidigungslinie, um die Amerikaner doch noch aufzuhalten. Die 92. Infanterie-Division der US-Armee versucht deshalb, die Stellung am Serchio-Fluss zu durchbrechen. Unter ihnen sind auch die vier afroamerikanischen Soldaten Hector (Laz Alonso), Stamps (Derek Luke), Bishop (Michael Ealy) und Sam (Omar Benson Miller).
Nach einem schweren Angriff werden die vier von ihrer Einheit getrennt und flüchten zusammen mit einem kleinen Jungen, den sie in einer Scheune gefunden haben, in ein kleines Dörfchen. Dort ersuchen sie die Bewohner um Hilfe, damit sie sicher und heil wieder zu ihrer Truppe zurückfinden können. Doch dies wird sehr schwierig, da die Deutschen beginnen, das Dörfchen zu umstellen. Zusammen mit italienischen Partisanen und den Dorfbewohner machen sie sich bereit für eine letzte Schlacht.
DVD-Rating
Es ist kein Geheimnis, dass Regisseur Spike Lee in seinen Filmen oft die Thematik der Diskriminierung der afroamerikanischen Bevölkerung aufgreift. In Malcom X, eine Biografie über den schwarzen Bürgerrechtler Malcolm Little, war dieses Thema zentral. Wenn Lee aber auch in Genrefilmen wie bei dem cleveren Thriller Inside Man versucht diese Themen einzubinden, kann das schon mal auf den Unterhaltungswert drücken. Wie verhält es sich nun mit Miracle at St. Anna, der Verfilmung von James McBrides' Besteller über afroamerikanische Soldaten im Zweiten Weltkrieg? Die Antwort fällt leider ernüchternd aus: Lee wollte hier schlichtweg zu viel.
154 Minuten dauert der Film und ist damit schlicht zu lang. Zu Beginn fokussiert Lee auf die schwarzen Soldaten und wie mit ihnen umgegangen wird: So ignorieren etwa die gemeinen weissen Offiziere alle ihre Ratschläge. Lee kann man hier wie so oft umgekehrter Rassismus vorwerfen. Die Gehirnwäsche-Versuche der Deutschen, um die schwarzen Soldaten abzuwerben, sind dann interessante Ansätze, denn von diesem Thema hat man noch selten etwas gehört. Leider wird nicht weiter darauf eingegangen, sondern die Geschichte verlagert sich sehr schnell in das Dörfchen, wo der Rest des Filmes dann auch spielt.
Nur passiert dort lange nicht viel. Es wird etwas diskutiert, es darf mit der Dorfschönheit geflirtet werden und der verletzte Junge erhält etwas medizinische Hilfe. Mit dem Auftritt der Partisanen erhofft man sich dann etwas mehr Tempo in der Geschichte - doch Pustekuchen. Diese erzählen Selbsterlebtes, wobei natürlich jede Menge Rückblenden nicht fehlen dürfen. So wird der Film immer länger, wobei der Zuschauer sich unweigerlich fragen muss: "Hab ich das nicht schon 1000 Mal gesehen?"
Fazit: Trotz eines anderen Blickwinkels entpuppt sich Miracle at St. Anna als recht konventioneller Kriegsfilm. Rassendiskriminierung ist nur am Anfang ein Thema, während in der Mitte die Story vor sich hinplätschert und nichts Neues zu berichten weiss. Die Rahmenhandlung mit Joseph Gordon-Levitt als Journalist hätte es zudem gar nicht gebraucht und sie verwundert am Ende den Zuschauer mit einem eigenartigen Gerichtsentscheid. Hätte sich Lee auf sein favorisiertes Filmthema beschränkt, wäre dies ein toller Kriegsfilm geworden. So ist das Werk nur lang und am nächsten Tag schon wieder vergessen.
Die DVD punktet vor allem mit dem Ton, welcher die Dialoge, sowie die Gefechtsduelle sehr gut durch die Boxen bringt. Die Bildqualität schwankt etwas, kann aber am Ende als gut bezeichnet werden. Bonusmaterial gibt es nur anhand von sieben Minuten Deleted Scenes und einem historischen Essay, welches etwas gar trocken über die wahren Begebenheiten berichtet. Nach der Sichtung des Trailers, ist die DVD dann auch schon wieder aus dem Player, da es nicht mehr zu entdecken gilt.
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3.0 Sterne (11 Bewertungen) | 0 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 17.02.2011
- Bildformat: 1:2.35 (16:9)
- Sprachen: Deutsch (DTS); Deutsch, Englisch (DD 5.1)
- Untertitel: Deutsch; Englisch
- Extras: Deleted Scenes; Historisches Essay; Trailer



