Milk (2008)
Milk (2008)
Oder: Politik in Frisco ist schwierig
1972. Harvey Milk (Sean Penn) ist ein gelangweilter Versicherungsangestellter in New York, als er in der U-Bahn eine spontane Bekanntschaft mit dem jüngeren Scott Smith (James Franco) macht. Die beiden verlieben sich ineinander und beschliessen ein neues Leben anzufangen. Sie ziehen an die Westküste nach San Francisco ins Arbeiterviertel Castro, dem frühen Anziehungspunkt der Schwulen-Community. Dort eröffnen sie den kleinen Fotoladen "Castro Camera", der schon bald zum Mittelpunkt des florierenden Viertels wird.
Es dauert nicht lange bis der engagierte und immer gut gelaunte Harvey Milk sich für die Anliegen der Einwohner des Quartiers einzusetzen beginnt. Erfolgreich kämpft er mit Boykotten, Protesten und Strassenfesten gegen die Diskriminierung der Schwulen. In jahrelangen Wahlkämpfen um einen Exekutivposten gelingt es Harvey ein schlagfertiges Team um sich zu scharen, bis er 1977 im dritten Anlauf als erster bekennender Homosexueller in den Stadtrat San Franciscos gewählt wird. Doch der Preis für diesen Erfolg ist hoch. Seine Beziehung scheitert und sein Kampf für die gesellschaftlichen Gleichstellung der Homosexuellen ist mit vielen Schwierigkeiten und politischen Feinden versehen. Milk ist die wahre Geschichte über eine politische Gallionsfigur der Gay-Community.
Blu-ray-Rating
Zwei Oscars konnte Milk an den diesjährigen Oscarverleihungen abräumen. Einer davon ging direkt an Hauptdarsteller Sean Penn und das völlig verdient. Denn der Schauspieler, der schon in Mystic River mit einer Goldstatue ausgezeichnet wurde, schafft es immer wieder, richtig tolle Darstellungen abzuliefern und hat sich, ein bisschen abseits vom grossen Mainstream, zu einem der besten und erfolgreichsten Schauspieler Hollywoods entwickelt. Wer hätte das nach Shanghai Surprise gedacht...
Die Story hinter Milk ist eine interessante, fesselnde und natürlich auf wahren Begebenheiten basierende. Der "reale" Harvey Milk ist auch immer wieder mit Archivbildern im Film präsent, damit auch der letzte Zuschauer kapiert, dass man sich hier nicht irgend eine Story zusammengeschustert hat, sondern dass da wahre und reale Figuren dahinter stehen, die mit Herz und Mut für ihre Ansichten kämpften und dafür einiges auf sich nehmen mussten.
Angeführt von einem, wie erwähnt, sehr überzeugenden Sean Penn, tummeln sich in diesem Drama einige bekannte Gesichter. So spielen James Franco (Spider-Man 3) oder Emile Hirsch (Into the Wild) Gefolgsleute von Milk, die aber halt doch in der zweiten Reihe bleiben müssen. Auch Josh Brolin (No Country for Old Men) kommt erst nach einigem Hin und Her so richtig zum Zug. Bekannterweise ist sein Part dafür entscheidend für die Dramatik des Films.
Fazit: Milk ist eine Biographie, die es sich anzuschauen lohnt. Von tollen Darstellern getragen, wird uns aber eine recht vorhersehbare Story aufgetischt, welche die üblichen Wege solcher Dramen geht. Das haben wir schon ein paar Mal gesehen und kennen drum die Folgen davon. Nichtsdestotrotz ist Milk toll geworden, auch wenn es im Mittelteil ein paar (politische) Längen hat.
Auf der in hervorragender Bild- und Tonqualität vorliegenden Blu-ray von Milk sind einige recht interessante Features vorhanden. Der Marsch für die Gleichberechtigung oder die Erinnerungen an Harvey Milk sind einen genaueren Blick wert. Wenn Hollywood nach San Francisco zieht, dann entsteht ein kleineres Chaos. Dies wird in einem Filmchen kurz angeschnitten. Die Interviews mit den Stars sind eher dem Promomaterial zuzuschreiben, und der Blick hinter die Kulissen ist nichts Besonderes, bringt aber die schöne Stimmung am Set gut rüber. Ausserdem sind noch ein paar Szenen abrufbar, die es nicht in den finalen Film geschafft haben, und auch die Freunde von Texttafeln kriegen Material. Darstellerinfos sind nämlich ausschliesslich damit ersichtlich.
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5.0 Sterne (59 Bewertungen) | 2 Kommentare
Blu-ray-Infos
Blu-ray erschienen am 13.07.2009
- Bildformat: 1.85:1 (16:9)
- Sprachen: Deutsch (DTS-HD 5.1); Englisch (DTS-HD 5.1)
- Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
- Extras: Marsch für Gleichberechtigung; Erinnerungen an Harvey Milk; Hollywood kommt nach San Francisco; Deleted Scenes; Interviews; Blick hinter die Kulissen; Darstellerinfos



