Meet Dave (2008)
Mensch, Dave!
Meet Dave (2008) Mensch, Dave!
Oder: Being Dave Ming Cheng
Am helllichten Tag schlägt in Manhattan vor der Freiheitsstatue ein Körper aus dem Universum ein. Dieser Körper ist ein Raumschiff in der Form eines Menschen namens Dave (Eddie Murphy). Gesteuert wird Dave vom gleich aussehenden, aber viel kleineren Captain (ebenfalls Eddie Murphy) und einer ebenso winzigen Crew, den Bewohnern von "Dave".
Sie sind zur Erde gekommen, um ihren eigenen Planeten, Nil, zu retten, welcher auf die Energie unserer Ozeane angewiesen ist.
Doch dummerweise ist beim Flug zur Erde ein für die Mission notwendiger Stein verloren gegangen, der in die Hände des Jungen Josh Morrison (Austin Lynd Myers) geraten ist. Der Zufall will es, dass Dave auf die Mutter von Josh, Gina (Elizabeth Banks), trifft, welche dem Captain mächtig den (eigenen) Kopf verdreht hat. Auch das Verhalten der anderen Aliens scheint sich zu ändern, je länger Dave auf der Erde herumspaziert.
Unterdessen sind zwei Polizisten auf der Suche nach dem Grund des Erdlochs, das Dave bei seiner Landung verursacht hat. Der eine ist sich nämlich sicher, dass ein Alien dahinter stecken muss...
Kinofilm-Rating
Das letzte Mal, als Eddie Murphy auf der Leinwand zu sehen war, wurde er, höflich gesprochen, nicht gerade mit Lob überschüttet: Einige sagen sogar, mit seinem Norbit habe sich Murphy den Nebendarsteller-Oscar für Dreamgirls verspielt. Mit Meet Dave arbeitete der schwarze Hollywood-Komiker das zweite Mal mit Norbit-Regisseur Brian Robbins zusammen. Pech für uns Zuschauer.
Murphy ist bekannt für sein schnelles Mundwerk. Dieses hat zum Beispiel den "Donkey" in den Shrek-Filmen zu einer extrem komischen Figur gemacht. Doch hier scheint der Blödel-König gefangen: Als "Dave" muss er sich auf roboterartige Bewegungen und Mimiken konzentrieren, und als Captain hat er mit einem Akzent zu kämpfen, der vielleicht mit etwas gutem Willen ein britischer sein könnte. Zugegeben, als Raumschiff Dave ist Murphy gewohnt dämlich, was vermutlicherweise vor allem Kinder lustig finden werden. Doch das ältere Publikum muss sich extrem lange und uneinfallsreiche neunzig Minuten antun, mit einer Story, die so brutal absehbar ist, dass auch die meisten "Lacher" schon im Voraus klar sind.
Es gibt aber nicht nur programmierte Blödeleien in Meet Dave, sondern auch eine Portion Special Effects, die unglaublich unsorgfältig daher kommt: Schon lange nicht mehr hat man eine so billige Bluescreen im Kino gesehen. Kaum zu glauben, dass dieser Film ein Budget von ungefähr 60 Millionen Dollar gehabt hat.
Das Einzige, was an diesem Film liebevoll ist, haben wir dem oscarnominierten Komponisten John Debney zu verdanken: Seine verspielte wie magische Musik steht im starken Kontrast zu diesem uninspirierten Haufen Blödsinn.
Fazit: Meet Dave ist das gepfuschte Resultat einer Idee, die vielleicht einigermassen lustig hätte herauskommen können, würde sich Regisseur Robbins nicht so sehr auf seinen fehlbesetzten Hauptdarsteller verlassen. Unpointiert geschrieben und langweilig inszeniert: Eddie Murphys neuer Blockbuster ist ein Fehltritt. Es ist besser, einen grossen Bogen um diesen konstruierten Käse zu machen. Spart euch das Geld lieber für Filme wie The Dark Knight.
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