Lady Jane (2008)

Lady Jane (2008)

Oder: Komplott mit Folgen

Lady Jane

Frisch gewaschen. Klasse, wa?

René (Gérard Meylan), François (Jean-Pierre Darroussin) und Muriel (Ariane Ascaride) sind zusammen aufgewachsen, und haben damals in Robin Hood-Manier Geschäfte ausgeraubt, um die Beute danach den armen Bewohnern ihres Quartiers zu verschenken. Doch eines Tages kommt es zu einem Zwischenfall, in dem ein Juwelier sein Leben lassen muss. Seitdem haben sich die drei getrennt, um Gras über die Sache wachsen zu lassen.

Zirka 15 Jahre später. François unterhält eine Bootswerkstatt an der Küste nah von Marseille, René ist Besitzer eines gut laufenden Strip-Clubs, und Muriel ist Inhaberin eines Deko-Ladens, mit dem sie auch gut über die Runden kommt. Sie lebt als allein erziehende Mutter mit ihrem Sohn Martin (Giuseppe Selimo) zusammen, und zwischen den beiden besteht auch eine ganz gute Beziehung.

Lady Jane

OK, du darfst beim Schnautzclub mitmachen.

Eines Morgens ist Martin schon nicht mehr in seinem Bett als ihn die Mutter wecken will, doch Muriel denkt sich nicht viel dabei und begibt sich in ihren Laden zur Arbeit. Kurz darauf bekommt sie einen Anruf von Martins Mobiltelefon, in dem eine unbekannte Stimme ein Lösegeld von 200'000 Euro verlangt. Muriel glaubt an einen Scherz, doch die darauf folgende Bildnachricht welche Martin mit Pistole an der Schläfe zeigt, lässt sie erstarren.

Aus Verzweiflung wendet sich Muriel an ihre damaligen Kumpels und fragt sie an, ob sie ihr helfen könnten, das nötige Kleingeld zu besorgen. Diese beneinen zuerst, doch bald wird in ihnen das alte Zusammenhaltsgefühl von damals wach, und sie machen sich an die Arbeit, Muriel zu unterstützen...


Kinofilm-Rating

Grob könnte man Lady Jane als "Krimi" klassifizieren, wenn da nicht die verschiedenen anderen Themen wie Rache, Liebe und Verdrängung des Erwachsenwerdens reinspielen würden. Die Szenen der Vergangenheit sind extrem spärlich und belaufen sich zusammengezählt auf wenige Minuten. Man muss sich als Zuschauer also schon recht viel zusammenreimen, um einen Sinn daraus zu lesen.

Die Storyline erhält ab Mitte Film einen unerwarteten Twist, was die Geschichte praktisch neu aufrollt, doch danach will das Ganze überhaupt nicht mehr ins Rollen kommen, und die Handlungsstränge der drei Protagonisten drohen zu versickern. Dazu kommt die lustlose Mimik aller Schauspieler, insbesonders von René, bei dessen Anblick einem das Gesicht einschläft. Sogar als er morgens neben einer wunderschönen jungen Frau aufwacht, hat man das Gefühl er hätte einen Baseballschläger im Allerwertesten.

Lady Jane hat durchaus seine spannenden Phasen, aber im Licht des Krimis ist die Auflösung und Dingfestmachung des Mörders geradezu lächerlich. Humoristische Elemente bietet der Film keine, dafür finden sich ein paar übertrieben gewalttätige Szenen, die laut Regisseur Robert Guédiguian ihren Zweck als "Schocker" nicht verfehlen sollten.

2.7 Sterne
2.7 Sterne (2 Bewertungen) | 0 Kommentare

2.5 Sterne2.5 von 0.0-6.0
14.02.2008 / neh