Kung Fu Panda (2008)
Kung Fu Panda (2008)
Das Sommer-Blockbusterkino 2008 ist eröffnet und buhlt mit Grossproduktionen um die Gunst des Publikums. Es überrascht wenig, dass dabei die Namen von Hans Zimmer und John Powell nicht fehlen, sind die beiden doch zwei der derzeit gefragtesten und aktivsten Komponisten Hollywoods. Kung Fu Panda ist eine unterhaltsame, mit exotischen Instrumenten gespickte Komposition geworden, die wenig von den bestehenden Konventionen abweicht.
Wenn ein Animationsfilm mit Kung Fu Panda betitelt ist und im fernöstlichen China spielt, kann man sich denken, was musikalisch auf einem zukommt: exotische Instrumentierung, die ein oder andere mickeymousing-Einlage und Actionscoring. Abgerundet wird das Ganze von einer Heldenfanfare, die je nach Gemütszustand des Hauptcharakters mal melancholisch, mal stürmisch und mal nobel daherkommt.
Das erste Stück nennt sich dann auch gleich "Hero" und eröffnet dem Hörer noch etwas verhalten das Hauptthema, das sich durch den Score zieht. Etwas gewöhnungsbedürftig spielt in diesem Track eine E-Gitarre den rockigen Mittelteil. Das recht eingängige Thema von Kung Fu-Meister Tai Lung wird in "Tai Lung Escapes" eingeführt. Es ist ein Thema für Brass und kommt nobel und erhaben daher. Es wird in "Accu-Flashback", "Shifu faces Tai Lung" und "Po vs. Tai Lung" wieder hervorgekramt und somit konsequent verwendet.
Neben den unzähligen Actionmomenten in "Tai Lung Escapes", "The Bridge" (ein Highlight mit mitreissendem Trompeteneinsatz) und den Folgetracks sind aber auch leisere Passagen zu vernehmen. So zum Beispiel das feine Thema am Ende des Stückes "Hero", das im letzten Stück "Oogway Ascends" sehr schön zu einem abschliessenden Statement aufgeblasen wird. Gerade diese ruhigen Passagen verschaffen dem Score zusätzlichen Hörgenuss.
In "Training Po" kommt Kriegsgesang mit viel Perkussion zum Zuge; auch keine neue Idee aber trotzdem eine schöne Abwechslung. Der Track "Sacred Pool of Tears" sticht nicht nur aufgrund seiner Länger hervor, sondern er übernimmt auch eine Art Suiten-Rolle, da er innert knapp zehn Minuten fast alle musikalischen Ideen der Komposition aufgreift und präsentierte - mal vollorchestral mit Chor, mal delikat mit Holzbläsern.
Fazit: Mit Kung Fu Panda liefern John Powell und Hans Zimmer ein vergnügliches Album ab, das durchaus auch musikalische Momente zu bieten hat, die nach dem Durchhören das Albums hängen bleiben. Die Actionmomente sind zahlreich und weichen vom bekannten Media-Ventures-/Remote-Control-Sound kaum ab. Dennoch kann man ihnen den unterhaltsamen Faktor nicht absprechen. So gesehen ist das Album "guilty pleasure".
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