Kung Fu Panda (2008)

Kung Fu Panda (2008)

Oder: Knuddel-Kämpfer

Kung Fu Panda

"Hat da jemand DICK gesagt?"

In seinen Träumen besiegt Pandabär Po (Jack Black) mit seinen Kung-Fu-Künsten jeden Gegner. Im realen Leben hingegen arbeitet er im Nudelrestaurant seiner Eltern und ist behäbig, dick und ungeschickt. Ein Pandabär eben. Shifu (Dustin Hoffman) wiederum ist Kung-Fu-Meister. Unter seiner strengen Aufsicht haben sich fünf Top-Kämpfer (u.a. Angelina Jolie und Jackie Chan) minutiös auf ein grosses Ziel vorbereitet: einer der fünf soll vom Oberhaupt des Tals, der weisen Schildkröte Oogway, zum "Drachenkrieger" ernennt werden, der die Bevölkerung vom Bösen schützt.

Kung Fu Panda

"Ja, ich!"

Po, der sich dieses Spektakel natürlich nicht entgehen lassen will, platzt aufgrund einer Reihe von Tollpatschigkeiten mitten in die Zeremonie. Er will sich schon entschuldigen, da wird er - zum Entsetzen von Shifu und den fünf Kämpfern - von Oogway zum Drachenkrieger auserwählt. Drachenkrieger? Ein ungelenker Panda?? Shifu versteht die Welt nicht mehr. Doch als bekannt wird, dass dass der böse Tai Lung (Ian McShane), ein ehemaliger Zögling von Shifu, aus dem Gefängnis ausgebrochen ist, muss gehandelt werden. Also rauft sich der Kung-Fu-Meister zusammen und trimmt Po fit für den grossen Kampf...


Kinofilm-Rating

Letztes Jahr hat DreamWorks im Direktvergleich mit Animations-Konkurrent Pixar klar Zweiter gemacht. Bee Movie vermochte dem Grosserfolg Ratatouille nicht das Wasser zu reichen. Dieses Jahr geht das Duell in eine neue Runde. DreamWorks legt vor mit Kung-Fu Panda, Pixar wird im Herbst mit WALL·E kontern.

Einmal mehr spielt darin ein Tier die Hauptrolle. Eines mit hohem Knuddelfaktor, mit dem die lieben Kleinen sicherlich problemlos abgeholt werden könnnen. Besonders mutig ist dies nicht. Dafür liegen gemäss Produzentin Melissa Cobb die innovativen Aspekte woanders: Es werde nämlich ganz bewusst auf popkulturelle Anspielungen, wie wir sie aus zahlreichen Vorgängerfilmen kennen, verzichtet, da man ein "zeitloses" Werk schaffen wollte, das auch noch in 20 Jahren gesehen werden kann. Die Absicht in Ehren - doch leider macht das den Film für Erwachsene zu einem mässig spannenden, ja, grösstenteils langweiligen Kinoerlebnis. Denn schon bei Bee Movie waren's primär ebendiese Anspielungen, die den Film sehenswert machten.

Was bietet Kung-Fu Panda also für all diejenigen Erwachsenen, die für Knuddelfaktoren nur ein Gähnen übrig haben? Nicht viel. Denn die Story war noch nie die Stärke solcher Filme und ist mehr als vorhersehbar, genau wie auch die Moral von der Geschicht'. Die für die Stimmgebung aufgebotene Star-Power ist mit Jack Black, Dustin Hoffman und Angelina Jolie sowie weiteren bekannten Namen in den Nebenrollen zwar beeindruckend, doch vermag sie allein auch nicht den Film zu tragen. Der Humor ist dezent platziert, aber schieflachen muss man sich nie. Die Animationen sind insgesamt ordentlich gelungen, einige Figuren jedoch, wie beispielsweise die von Jolie gesprochene Master Tigress mit den seltsam funkelnden Augen, sind etwas gar lieblos geraten. Und auch Bösewicht Tai Lung ist nur wenig furchteinflössend.

Für Eltern, die zusammen mit ihren Kleinen süsse und unverfängliche Trickfilmkost geniessen sollen, genügt Kung-Fu Panda vollends. Wer mehr erwartet, wird sich einer leichten Enttäuschung nicht erwehren können. In den letzten Jahren sind nämlich bedeutend bessere Animatiosfilme über die Leinwand geflimmert. Und DreamWorks läuft so in Gefahr, das Direktduell gegen Pixar zu verlieren.

4.4 Sterne
4.4 Sterne (103 Bewertungen) | 51 Kommentare

3.0 Sterne3 von 0.0-6.0
18.05.2008 / ebe