Krabat (2008)

Krabat (2008)

Oder: Es war einmal ein Buch

Krabat

Sturm und Blitze - die Frisur hält!

Nachdem seine Mutter an der Pest verstorben ist, zieht der 14-jährige Krabat (David Kross) während des Dreissigjährigen Kriegs bettelnd durch die Lande. Eines Nachts führt ihn eine innere Stimme zu einer geheimnisvollen Mühle, wo er vom einäugigen Meister (Christian Redl) als Lehrling angestellt wird. Auch wenn die Arbeit schwer ist und er sich mit einigen seiner 11 Mitgesellen, allen voran dem hinterhältigen Lyschko (Robert Stadlober), nicht gut versteht, fängt für Krabat ein neues Leben an. Besonders der Altgeselle Tonda (Daniel Brühl) kümmert sich um Krabat und gibt dem Jungen das Gefühl, endlich ein Zuhause und Freunde zu haben.

Krabat

neuste Ehrenmitglied im Piratenfanclub

Am Ende seiner Probezeit erfährt Krabat schliesslich, dass die Mühle im Koselbruch in Wahrheit eine Zauberschule ist, in der schwarze Magie unterrichtet wird. Auch Krabat macht sich anfangs eifrig daran, die Lektionen des Meisters zu lernen, denn die Magie erleichtert ihm die Arbeit und lässt ihn unter anderem als Rabe übers Land fliegen. Viel zu spät erkennt er, dass der Meister seine eigenen düsteren Pläne mit seinen Schülern hat. Um nicht der Macht der schwarzen Magie zu verfallen, versucht Krabat deshalb alles, um dem Meister die Stirn zu bieten.


DVD-Rating

Krabat dürfte in den Schulzimmern des deutschsprachingen Raumes kein Unbekannter sein. Der Jugendroman von Ottfried Preussler wird gerne durch die Klassenzimmer gezerrt und darum waren die Erwartungen an die Verfilmung von Marco Kreuzpainter (Trade) enstprechend hoch angesetzt. Recht enttäuschend waren dann aber die nicht mal 30'000 Zuschauer, welche diesen Film in unseren Kinos gucken wollten.

Die Geschichte von Krabat ist grundsätzlich sehr interessant. Der Junge, der in eine mysteriöse Mühle eingeladen und dort von seinem Meister in die Welt der schwarzen Magie eingeführt wird, verspricht Spannung und Dramatik. Dazu gibt es mit Daniel Brühl (Die fetten Jahre sind vorbei) oder Robert Stadlober (Crazy) immerhin zwei bekanntere Gesichter, die ihre Sache recht souverän meistern. Was man vom jungen David Kross (wurde durch The Reader zum "nächsten deutschen Weltstar) leider nicht ganz sagen kann. Seine Jugend passt zwar zum Krabat der ersten Filmhälfte, verkommt aber fast zur Lächerlichkeit, wenn er gegen Ende den Zuhälterschnurrbart stehen lässt und mit modischem Schwänzchen rumläuft.

Der Meister, Christian Redl, knurrt sich mehrheitlich durch den Film, hat aber ein paar schön gruselige und dramatische Szenen, die ihn auch für das junge Publikum als Bösewicht identifizieren. Dafür ist der Rest der Gesellentruppe leider nur Beigemüse und hat keine Chance, sich als einzelne Charaktere zu präsentieren und in den Augen des Zuschauers zu festigen.

Die Spezialeffekte, die ja scheinbar so teuer waren, sind leider höchst durchschnittlich. Vor allem am Anfang, wenn sichtbar computertechnisch ins Bild eingefügte Raben zum Lachen animieren, fragt man sich, ob das jetzt wirklich eine teure deutsche Filmproduktion ist oder doch eher eine Gesellenarbeit eines Lehrlings. Die schlecht animierten Vögel tauchen dann nochmals auf und fallen spätestens da jedem Zuschauer negativ auf. Sonst gibts keine grossen, sichtbaren Effekte. Ein Geisterlauf, ein paar Verwandlungen und das wars schon.

Fazit: Krabat dürfte natürlich für alle Fans des Buches einen Blick wert sein. Alle anderen werden merken, dass mit dem Material und den Darstellern eine spannendere Geschichte mit spektakuläreren Szenen möglich gewesen wären. So verkommt der Film zum Durchschnitt, nach dem in ein paar Monaten kein Rabe mehr kräht...

Als Bonusfeatures auf der DVD finden sich nur ein durchschnittliches Making-Of und der Trailer zum Film. Wer hier zusätzliche Infos zum Buch, der Geschichte oder sonst was aussergewöhnliches erwartet, freut sich vergebens. Technisch ist die DVD ansprechend gelungen. Zwar ist das Bild in den dunklen Szenen etwas gar schwarz, aber man sieht die Figuren immerhin noch...


OutNow.CH:

Bewertung: 3.03

 

27.03.2009 / muri

Community:

Bewertung: 3.8 (41 Bewertungen)

 

 

» Deine Wertung?

Kommentare:

13 Kommentare