Krabat (2008)

Krabat (2008)

Oder: Aus dem Hundeleben von 12 Rabengesellen

Sturm und Blitze - die Frisur hält!

Sturm und Blitze - die Frisur hält!

Nachdem seine Mutter an der Pest verstorben ist, zieht der 14-jährige Krabat (David Kross) während des Dreissigjährigen Kriegs bettelnd durch die Lande. Eines Nachts führt ihn eine innere Stimme zu einer geheimnisvollen Mühle, wo er vom einäugigen Meister (Christian Redl) als Lehrling angestellt wird. Auch wenn die Arbeit schwer ist und er sich mit einigen seiner 11 Mitgesellen, allen voran dem hinterhältigen Lyschko (Robert Stadlober), nicht gut versteht, fängt für Krabat ein neues Leben an. Besonders der Altgeselle Tonda (Daniel Brühl) kümmert sich um Krabat und gibt dem Jungen das Gefühl, endlich ein Zuhause und Freunde zu haben.

neuste Ehrenmitglied im Piratenfanclub

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Am Ende seiner Probezeit erfährt Krabat schliesslich, dass die Mühle im Koselbruch in Wahrheit eine Zauberschule ist, in der schwarze Magie unterrichtet wird. Auch Krabat macht sich anfangs eifrig daran, die Lektionen des Meisters zu lernen, denn die Magie erleichtert ihm die Arbeit und lässt ihn unter anderem als Rabe übers Land fliegen. Viel zu spät erkennt er, dass der Meister seine eigenen düsteren Pläne mit seinen Schülern hat. Um nicht der Macht der schwarzen Magie zu verfallen, versucht Krabat deshalb alles, um dem Meister die Stirn zu bieten.


Film-Rating

Ottfried Preusslers Roman "Krabat" aus dem Jahr 1971 kennt man vielleicht noch aus der eigenen Kindheitslektüre. Die Geschichte, die auf einer alten sorbischen Sage basiert, hat zahlreiche Literaturpreise abgesahnt und birgt neben viel Spannung auch so manchen Gruselschauermoment. Kein Wunder, dass in Zeiten, wo die Bücherregale in Kinderzimmern fleissig nach spannendem potentiellem Filmmaterial durchsucht werden, nun endlich auch in der deutschen Filmlandschaft ein cleverer Zauberschüler den Sprung ins Kino schafft.

So zeigt sich alleine schon an Ausstattung und Requisiten, dass man sich bei der Umsetzung von Krabat viel Mühe gegeben hat: Die Atmosphäre bleibt durchwegs düster, dunkle Farben herrschen vor, die Figuren starren nur so vor Dreck, und die abgewrackten Kulissen verleihen dem Ganzen einen rustikal-unheimlichen Grundton, der durch Rituale schwarzer Magie, den gruseligen Meister mit seiner Grabesstimme sowie durch das wiederholte Auftauchen des Gevatter Tod nur noch verstärkt werden. Mit Daniel Brühl und Robert Stadlober hat man sich zudem ein paar bekannte junge Gesichter dazugeholt, die Qualität versprechen.

Trotz der aufwändigen Umsetzung birgt der Film aber auch Schwächen: Hauptdarsteller David Kross (Knallhart) kann zwar zu Beginn mit seiner kindlichen Unschuldsmiene durchaus beim Zuschauer punkten, sobald Krabat aber etwas älter wird - beziehungsweise wenn uns sein Älterwerden durch sein plötzlich auftauchendes Oberlippengewächs überdeutlich aufs Auge gedrückt wird - wirkt der junge Held nicht mehr ganz so überzeugend. Am besten sind wohl die Szenen, wo die Gemeinschaft der Gesellen gezeigt wird, oder wo wirklich gezaubert wird, etwa wenn sich die Gesellen in Raben verwandeln. Gerade diese Verwandlung ist wirklich toll umgesetzt worden und deutet zumindest ein bisschen den Zauber an, der dem Rest des Filmes etwas fehlt, ja, den man leider ziemlich verschenkt hat. Es ist eine Sache, ob man die Magie von Anfang an als etwas Schlechtes darstellt (und so kann auch niemand dem Film vorwerfen, er beschönige schwarze Magie). Es ist jedoch etwas völlig anderes, wenn die Zauberlehrlinge ihre Kräfte vor allem dazu verwenden, ihre Stöcke herumfliegen zu lassen und damit plündernde Soldaten in die Flucht zu prügeln. So was Plumpes hat die Geschichte nun wirklich nicht verdient.

Fazit: Ein begabtes Waisenkind, eine geheime Zauberschule, der Kampf gegen das Böse - das tönt irgendwie sehr bekannt, und gerade deshalb wäre es schön gewesen, wenn Krabat etwas aus der Menge bisheriger Jugendbuchverfilmungen hätte herausragen können. Trotz der wirklich tollen Buchvorlage hat man hier aber leider nur einen mittelmässigen Film hinbekommen, der zwar eine durchaus gelungene düstere Stimmung bietet, an anderer Stelle jedoch himmeltraurig altbekannte Fantasy-Klischees bedient und beim Abspann auch noch mit einem fulminant grässlichen Soundtrack das Kinopublikum aus dem Saal jagt. Für Inszenierung und Atmosphäre gibt's immerhin 3½ Sternchen.


OutNow.CH:

Bewertung: 3.53.5

 

22.09.2008 / pps

Community:

Bewertung: 3.8 (41 Bewertungen)

 

 

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