James Bond - Quantum of Solace (2008)

James Bond 007 - Ein Quantum Trost

James Bond - Quantum of Solace (2008) James Bond 007 - Ein Quantum Trost

Oder: My Name is ... nee das was gestern!

James Bond - Quantum of Solace

Ziel erfasst!

James Bond (Daniel Craig) rast mit seinem Auto durch italienische Gassen. In seinem Kofferraum liegt der wichtigste Zeuge, Mr. White (Jesper Christensen), der die ganze Verwirrung um den Tod von Bonds Geliebten Vesper klären soll. Doch auch angebunden und verwundet, schwafelt Mr. White etwas von "wir haben unsere Leute überall", bevor auch dort unten im Keller der Teufel los ist.

Bond setzt sich an die Spur eines verräterischen Agenten und trifft in Haiti auf Camille (Olga Kurylenko), die er beschattet und die um den zwielichtigen Geschätsmann Dominic Green (Mathieu Amalric) rumschwänzelt. Und was Bond beobachtet, gefällt ihm gar nicht. Die schöne Frau wird nämlich auf das Schiff eines gefallenen Diktators entführt, von welchem sie unser Agent natürlich rettet.

James Bond - Quantum of Solace

Oh James, wann kommst du bloss

Bond verfolgt Greene und in Österreich kommt er dem Plan des Mannes auf die Schliche. Es geht um die wertvollste Substanz, welche die Erde hervorbringt. Und mit dem Kauf von scheinbar wertlosem Land, will Greene seiner Organisation Schritt für Schritt zur Weltherrschaft verhelfen. James Bond steht mittendrin, wehrt sich gegen seine Feinde, kann nicht mehr zwischen Freund und Verräter unterscheiden und auch "M" (Judi Dench) hat Probleme bekommen, ihrem Agenten zu vertrauen. Handelt Bond wirklich noch im Interesse der Nation oder ist diese Mission ein einziger Rachefeldzug geworden?


DVD-Rating

Casino Royale läutete die neue Bond-Ära ein und etablierte mit Daniel Craig den wohl härtesten und doch gefühlsvollsten Bond seit Jahren. Casino Royale wurde nicht nur das bisher finanziell erfolgreichste Bondabenteuer, es erhielt auch mit Quantum of Solace als erstes überhaupt ein Sequel, das nahtlos an den Vorgänger ansetzte. Marc Forster übernahm dabei - als erster Regisseur, der nicht aus dem British Commonwealth of Nations stammt - das Ruder und steuerte den Film in eine durchaus ungewohnte Richtung. Klassische Bondelemente finden sich nämlich kaum noch: Das Schuss-Intro fällt weg, von Q oder Miss Moneypenny findet sich weiterhin keine Spur, und spektakuläre Gadgets kommen ebenfalls nicht zum Einsatz. Dafür konzentriert sich Forster auf Bond und dessen Gefühlschaos, das Vespers Tod hinterlassen hat.

Wer jetzt allerdings vermutet, dass, nur weil Forster mit seinen bisherigen Filmen wie Stranger than Fiction eher sanfte Töne anschlug, dies auch von Quantum of Solace zu erwarten sei, wird überrascht werden. Von der ersten Minute an rast das 22. Bond-Abenteuer mit einer Geschwindigkeit über den Zuschauer hinweg, dass kaum Zeit zum Atemholen bleibt. Anstatt eindrückliche Bilder, Übersicht oder Spannung gibt es lediglich viel Kamerageschüttel, gepaart mit einem katastrophalen Schnitt. Dies bessert sich auch über die Laufzeit kaum. Selbst wenn in den wenigen Dialogszenen die hauchdünne und eher mässig interessante Rahmenhandlung weitererzählt wird, hangelt sich Quantum of Solace primär von Verfolgungsjagd zu Schlägereien, welche wie Zuckerwatte trotz guter Zutaten schnell vergehen und kaum einen Eindruck hinterlassen.

So ist aus der ursprünglich geplanten Selbstfindung von Bond ein chaotischer Actionstreifen geworden, bei dem man den Eindruck nicht los wird, als ob zwei Regisseure am Werk wären, die sich nie wirklich gefunden haben. Zu den Figuren kann man kaum einen Bezug herstellen, von der grossartigen Charakterarbeit von Casino Royale ist kaum noch etwas übrig, und ausser einer sehr guten Leistung von Daniel Craig bleibt lediglich viel Chaos und ein scheusslicher Introsong in Erinnerung.

Fazit: Quantum of Solace ist nicht nur das kürzeste Bondabenteuer, es ist auch das schnellste geworden und dasjenige, welches am wenigsten mit den üblichen Bond-Klischees arbeitet. Ohne Casino Royale funktioniert Quantum of Solace allerdings kaum. Da weder die Story noch die platten Charaktere überzeugen können, wird lediglich ein Actionspektakel geboten, das im Sekundenschnitt untergeht und nur in wenigen Szenen wirklich überzeugen kann. Da selbst der charakteristische Bond-Charme verloren gegangen ist, bleibt Quantum of Solace ein Film, der jegliche Identität verloren hat und auch als normaler Actionstreifen in der Bourne-Reihe hätte veröffentlicht werden können.

Die DVD liefert den Film in einer erstaunlich scharfen Qualität, die auch auf grossen Screens gut aussieht. Ansonsten weist sie ein grosses FSK-Logo vorne auf dem Cover auf und verfügt weder über ein Wendecover noch, neben ein paar Trailern, über interessantes Bonusmaterial.

3.9 Sterne 3.8 Sterne
3.9 Sterne (230 Bewertungen) | 8 Kommentare

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24.04.2009 / muri (Inhalt), db (Rating)


DVD-Infos

DVD erschienen am 26.03.2009

  • Bildformat: 2.40:1
  • Sprachen: Deutsch (DD 5.1); Deutsch (DTS 5.1); Englisch (DD 5.1); Tschechisch (DD 5.1); Türkisch (DD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch; Deutsch für Hörgeschädigte; Englisch; Tschechisch; Türkisch; Arabisch; Griechisch; Kroatisch; Rumänisch; Serbisch; Slowenisch
  • Extras: „Another Way to Die”-Musikvideo; Kinoteaser; Kinotrailer