The Incredible Hulk (2008)
Der Unglaubliche Hulk
The Incredible Hulk (2008) Der Unglaubliche Hulk
Oder: Mami schau mal, der ist ganz grün im Gesicht
158 Tage ist Bruce Banner (Edward Norton) nun bereits ohne "Zwischenfall". Seit er sich selber radioaktiver Strahlung ausgesetzt hat, verändert er sich, wenn sein Puls zu hoch wird. In Bedrängnis gerät er, wenn er wütend ist oder gar sexuell erregt. Ein zu hoher Pulsschlag macht aus dem unscheinbaren Wissenschaftler ein Ding, das er bekämpfen will. Und welches das US-Militär unbedingt einfangen will. Darum ist Banner inzwischen in Brasilien untergetaucht, wo er in einer Abfüllfabrik die Anonymität sucht und jeglichem Ärger aus dem Weg geht.
Sobald er aber in seinem bescheidenen Zimmer ist, geht die Arbeit erst richtig los. Er tüftelt, sucht und studiert. Wie kriegt er diese Mutation wieder aus seinem Körper? Zwar hat er einen mysteriösen Kontakt übers Internet geknüpft, aber auch die Ratschläge dort bringen ihn nicht weiter. Er muss zurück in die Staaten, um seine persönlichen Daten zu beschaffen. Nur so hat er eine kleine Chance, wieder ein "normaler" Mensch zu werden.
Doch in den USA warten nicht nur seine Ex-Freundin Betty (Liv Tyler), sondern auch ihr Vater, General Ross (William Hurt), der Anführer der "Menschenjagd" auf Bruce Banner. Ihm ist nichts wichtiger als diesen Flüchtigen zu packen, und aus diesem Grund wird auch Emil Blonsky (Tim Roth) engagiert. Der Spezialist für solche Fälle bekommt zudem noch ein paar aufbauende Spritzen, damit der neue "Super-Soldat" dem grünen Riesen Paroli bieten kann.
Die Jagd geht in die nächste, entscheidende Runde. Bruce Banner wird immer mehr in die Enge getrieben, das grüne Ungetüm, das von den Medien "Hulk" genannt wird, bricht aus und Emil Blonsky sieht nur einen Weg, das Problem zu lösen. Er will so werden wie der Grüne und lässt sich ein mutierendes Cocktail spritzen, das ihn zum scheinbar unbesiegbaren "The Abomination" macht. Und um dieses Ungetüm zu stoppen, gibt es nur Einen. Doch der will doch eigentlich diese Mutation bekämpfen. Aber wenn die Welt in Not ist, dann wird man gern ein bisschen wütend...
DVD-Rating
Nachdem Ang Lee 2003 mit seinem Hulk in die Kinos kam, war die Reaktion, gelinde gesagt, unterkühlt, und es hagelte primär Kritik. Da aber Marvel Studios eine solch beliebte Figur nicht einfach opfern wollte, kaufte sie sich die Rechte zurück und begann mit einem Reboot der Serie. Dies führte dazu, dass nach fünf Jahren Hulk nochmals in die Kinos kam und, auch wenn es nach Geldmacherei roch, dort sehr erfolgreich aufgenommen wurde. Allerdings sprechen hohe Einspielergebnisse nicht unbedingt von Qualität, sondern eher für eine treue Fanbase, denn trotz hohen Einsatzes von Edward Norton, der auch einen Grossteil der Dialoge nochmals umgeschrieben hat, springt der Funke wie schon bei Superman Returns trotz CGI-Orgie nicht rüber.
Nach Iron Man ist The Incredible Hulk die zweite eigenständige Produktion von Marvel Studios. Nachdem sie ihre Superhelden bisher immer anderen Studios zur Verfügung gestellt hatten, können sie jetzt die Filme genau so produzieren, wie sie es für richtig erachten. Grosse Sprünge machen sie aber kaum. Hulk hat nicht nur ähnliche Storyeckpunkte wie schon Iron Man, in Sachen Spannungsaufbau folgt er genau den gleichen Schnittmustern. Nach der obligatorischen Vorstellungsphase wird die mässig interessante Schnitzeljagd nur genützt, um das grosse Showdown im Stil von Neo vs Agent Smith einzuleiten und bis dahin hangelt sich die Handlung von einer spannungslosen Actionsequenz in die nächste. Dazwischen zieht sie sich enorm in die Länge und versinkt trotz einiger gelungenen Sequenzen primär in langweiliger Routine.
The Incredible Hulk ist klar der erste Film einer Serie, welcher die mühsame Aufgabe hat, den Boden für die kommenden Sequels zu legen. Allerdings fehlt bei The Incredible Hulk alles, was bei Iron Man über genau dieses Erst-Film-Manko hinwegtäuschte: Humor, Sarkasmus, sympathische Charaktere und auch eine Geschichte mit Herz. Witzige Dialoge sucht man vergebens, und auch wenn Edward Norton als Hulk durchaus eine gute Figur macht, fiebert man kaum mit, da der grüne Koloss offensichtlich unverwundbar ist und wo liegt schon der Reiz in einem Kampf, wenn der Held nicht verletzt werden kann? Die wirklichen Tiefpunkte finden sich aber bei den Hauptdarstellern: William Hurt als der böse General wirkt genau so blass und deplaziert, wie Liv Tyler, welche in ihrer Rolle überhaupt nicht zu überzeugen weiss.
Fazit: Mit The Incredible Hulk wollte Marvel einem ihrer Major Player nochmals einen Neustart gewähren, was ihnen sicher gelungen ist, denn Hulk wird mit einer soliden Hintergrundgeschichte etabliert und macht auch eine nachvollziehbare Entwicklung durch. Doch die aufwändig inszenierten CGI-Orgien können kaum über die mässig interessante, lineare Reissbretthandlung hinwegtäuschen und machen selbst aus dem neuen Reboot eine eher durchschnittliche Produktion mit fehlendem Witz und blassen sowie uncharismatische Darstellern. Als erstes Kapitel einer Saga durchaus ok, doch für die kommenden Filme sollten sie darauf achten, den Cast neu zusammen zu stellen und etwas mehr zu liefern, als eine solch herzlose Materialschlacht.
Die DVD bietet in Sachen Bild und Ton kaum mehr als solide Standardkost und profiliert sich in keinem der beiden Punkte. Das gilt ebenfalls für das Bonusmaterial, denn dieses bietet nur einen Audiokommentar vom Regisseur und einen Trailer. Da hätte man sicher noch etwas mehr bringen können.
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3.5 Sterne (67 Bewertungen) | 5 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 14.11.2008
- Bildformat: Widescreen 2.35:1 (Anamorphisch)
- Sprachen: Englisch (DD 5.1); Deutsch (DD 5.1); Deutsch (DTS 5.1)
- Untertitel: Deutsch
- Extras: Trailer; Audiokommentar von Louis Leterrier und Tim Roth



