In Bruges (2008)
Brügge sehen... und sterben?
In Bruges (2008) Brügge sehen... und sterben?

In Bruges ist kein teurer, dafür ein umso gelungenerer Film: Morbide und bitterbös. Das passt hervorragend zu Carter Burwell, dessen Scores für die Coen Brüder zumeist einen unterschwellig traurigen, doppelschneidigen Touch innehaben.
Burwells Musik hier ist charakteristisch für seine Kompositionen, wenn auch sein Piano-Thema in einer fast schwelgerischen Art beginnt ("Prologues"). Danach kommt die pessimistisch-traurige Färbung durch. Für einmal funtkionieren auch die in den Scoreablauf eingebetteten Songs (die alle im Film prominent eingesetzt vorkommen), umso besser aber, wenn man In Bruges gesehen hat. Spannungsbetonte Passagen (zum Beispiel "Shootout Part 1" und "2") sind rar. Diese verarbeitet Burwell mit Schlagzeug und elektronischer Gitarre, ein ziemlicher Kontrast zu den sonst ruhigen Klängen des Scores.
Ja, der neue Burwell gefällt. Will man ihn ganz abseits vom Film geniessen, fällt einem der Zugang allerdings deutlich schwerer als mit den Bildern im Kopf. Abzüglich der Songs und Gesangsstücke bleiben 31 Minuten Originalmusik, eine absolut angemessene Länge für In Bruges - mehr wäre zuviel gewesen.
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