The Hurt Locker (2008)

Tödliches Kommando

The Hurt Locker (2008) Tödliches Kommando

Oder: Krieger und der Blick dahinter

The Hurt Locker

Für einmal kam die E.O.D. zu spät.

Die Jungs von der Explosive Ordnance Disposal (E.O.D.) der US-Army haben einen der härtesten Jobs der Welt. Sie entschärfen Bomben mitten in Kriegsgebieten. Mit ferngesteuerten Robotern oder, wenn's gar nicht anders geht, nur mit Zangen ausgerüstet in einem speziellen Vollschutz-Anzug. Als nur wenige Wochen vor dem Abzug einer Kompanie ein Teamleader (Guy Pearce) beim Einsatz in Bagdad stirbt, bekommen es Sergeant Sanborn (Anthony Mackie) und Specialist Eldrige (Brian Geraghty) mit einem neuen Chef zu tun: William James (Jeremy Renner), ein extrem wagemutiger Elitesoldat, der den Tod nicht zu fürchten scheint. Ohne mit der Wimper zu zucken, hantiert er an Sprengsätzen, die im Umkreis von bis zu 300 Meter für totale Zerstörung sorgen können und brüskiert dabei auch mal willentlich die Befehlskette. Seinen Kollegen ist er deshalb nicht ganz geheuer. Besonders als er sich um Beckham zu sorgen beginnt, einen Buben, der an der Strasse in Kasernennähe mit DVDs handelt, und plötzlich verschwunden ist.


DVD-Rating

Inmitten der männlichen Actionregisseure wie Hamlin, Stone, Scott oder Snyder hat sich eine Dame namens Kathryn Bigelow etabliert, die mit Point Break, Strange Days oder eben jetzt aktuell mit The Hurt Locker immer wieder besondere Filme liefert, von denen sich die Kollegen gerne mal eine Scheibe abschneiden können.

The Hurt Locker ist bereits am Anfang des Films sehr interessant, wenn Guy Pearce in einem tragischen Moment den Löffel abgibt. Er wird ersetzt durch Jeremy Renner (28 Weeks later), der in seiner Rolle als Draufgänger und bitzli durchgeknallter Teamleader eine recht gute Figur macht. Überhaupt, die Darsteller liefern durchwegs gute bis sehr gute Performances und lassen den Zuschauer somit mitten ins Geschehen blicken. Das grausige Tun im Osten, die persönlichen Tragödien, die Gefahr und die Ungewissheit werden zum ständigen Begleiter bei den heiklen Missionen, auf welche die Figuren geschickt werden.

Realistische Umsetzungen ergänzen das sehr interessante Thema, das schon in The Kingdom vorgeführt wurde. Keine überflüssigen Hollywoodmomente, sondern klare Strukturen, lebensnahe Figuren und die Angst, die halt im Kriegsgebiet immer präsent ist. Das ergibt einen harten Film, der aber trotzdem versucht, die Menschen in den Uniformen ein bisschen näherzubringen und deren Motivation zu erklären. Im Bild sieht das dann so aus, dass sich ein Soldat in den Kriegswirren wohler fühlt als im Supermarkt daheim. Denn dort, zwischen all den Frühstücksflocken und sonstigen Produkten, macht der Mann einen völlig verlorenen Eindruck.

Fazit: Kathryn Bigelow zeigt einen realistischen und unschönen Film aus dem Kriegsgebiet und beweist, dass The Hurt Locker seine diversen Preise absolut zurecht erhalten hat. Wer nun aber auf Hollywoodware, saubere Soldaten und Happy-Ends steht, dem dürfte dieser Film kaum zusagen. Zum Glück.

Technisch bietet The Hurt Locker einige verwackelte Bilder und unscharfe Momente. Diese gehören aber natürlich zum Stil des Filmes, der ja von mittendrin aus dem Geschehen berichtet. Trotzdem, qualitative Höhenflüge darf man hier nicht erwarten. Der Ton hingegen macht seine Sache sehr gut und kommt klar und sauber durch die Boxen. Vor allem bei den lauteren Szenen überzeugt das Gebotene.

Das Bonusmaterial hingegen setzt sich nur aus den üblichen Verdächtigen zusammen. Ein kurzer Blick hinter die Kulissen (Kommentare inklusive), die nette B-Roll und einige Interviews machen den Braten auch nicht feiss, sind aber sicherlich für Fans des Filmes einen Blick wert.

4.5 Sterne 3.8 Sterne
4.5 Sterne (103 Bewertungen) | 2 Kommentare

4.54.5
20.12.2009 / rm (Inhalt), muri (Rating)


DVD-Infos

DVD erschienen am 04.12.2009

  • Bildformat: 2.35:1
  • Sprachen: Deutsch (DD 5.1); Deutsch (DTS 5.1); Französisch (DD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Extras: B-Roll; Interviews: Trailers; Behind the Scenes