Horton Hears a Who! (2008)
Horton hört ein Hu!
Horton Hears a Who! (2008) Horton hört ein Hu!
Das Jahr 2008 ist für John Powell erneut ganz geschäftig. Mit Score-Releases zu Stop Loss, Horton Hears A Who!, Jumper und P.S.: I Love you (eigentlich ein 2007-Release, da sich Varèse Sarabande erst spät zu einer Veröffentlichung entschloss) konnte sich der Powell-Fan schon so manch neue Minute-Musik in die Sammlung stellen. Und mit den anstehenden Scores zu Kung Fu Panda (co-composed by Hans Zimmer), Hancock und Disney's Bolt wird es auch weiterhin nicht still um den gefragten Komponisten.
Über die Quantität kann man sich also nicht beklagen. Hingegen scheint die Qualität der Musik in jüngster Zeit unter der Arbeitswut des Komponisten ein wenig zu leiden. P.S.: I Love You beispielsweise wurde zwar eine nette Romance-Musik, bietet aber wenig Neues. Und auch Horton Hears a Who! leidet an 'familiaritis'.
Eine erste Schwierigkeit des Albums sind die unzähligen kurzen Stücke. Mit 34 Stücken und einer Gesamtlaufzeit von knapp einer Stunde fallen viele Einfälle etwas kontextlos an. Besonders der erste Teil der CD leidet unter dieser Konzeption: Dem Hörer wird eine musikalische Idee nach der anderen um die Ohren geworfen, und das Ganze klingt mehr nach einem Demoalbum für eine Projektbewerbung als nach einer Film-Komposition. So folgen beispielsweise auf kurze ominöse Choreinsätze hawaiianische Strandklänge ("Club Nool"). Diese mögen dem Film dienen, doch ohne die Bilder sind sie leider kaum in der Musik einzuordnen.
Etwas interessanter wird es in der zweiten Hälfte des Albums. Ab dem Stück "Kite Flying Day" wird die Musik etwas konsistenter in ihrer Fortführung; nicht zuletzt deshalb, weil sich John Powell etwas gezielter mit dem Hauptthema auseinander setzt, das zum ersten Mal in "Dr. Larue" richtig erklingen darf. Zwar wird das Thema nicht allzu sehr variiert, doch es erhält einig sehr kraftvolle und unterhaltsame, vollorchestrale Auftritte.
"Mountain Chase" ist dabei das Glanzstück und ein Höhepunkt des ganzen Scores. Das Stück eröffnet mit besagtem Thema, unterlegt von militärischer Perkussion und angeführt von einer Solo-Frauenstimme, die dem Chor und einem packenden Trompetensolo Platz macht. Solche Stücke machen bei anständigem Volumen einfach Laune. In "Clover Field Search" wird es dann wieder etwas melancholischer, aber die abenteuerlichen Grundzüge bleiben der Musik bis zum wirklichen "Big Ending" erhalten.
Fazit: Mit Horton Hears A Who! hat sich John Powell keine Blösse erlaubt. Allerdings setzt er auch nicht zum grossen Sprung an; das Präsentierte ist irgendwie alles schon mal dagewesen. Nichts desto trotz kann das Album auch mit ein paar sehr unterhaltsamen Momenten aufwarten.
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