High School Musical 3: Senior Year (2008)

High School Musical 3: Senior Year (2008)

Oder: Die Zac Efron Show

High School Musical 3: Senior Year

Bier im Rasensprenger, yeah!

Nachdem das Basketballteam der East High School von Albuquerque unter Captain Troy Bolton (Zac Efron) die Schulmeisterschaft gewonnen hat, bleiben nur noch wenige Wochen bis zum Ende des letzten Schuljahrs. Danach wird Troy mit seinem besten Freund Chad Danforth (Corbin Bleu) die lokale Uni besuchen und dort Basketball spielen, Troys grosse Liebe Gabriella Montez (Vanessa Hudgens) zieht es jedoch an die weit entfernte Stanford Universität in Kalifornien.

High School Musical 3: Senior Year

"Riecht mein Atem auch wirklich gut?"

Um noch einmal alle Freunde an einem Ort zu vereinen, überredet Gabriella ihre Mitschüler zur Teilnahme am diesjährigen Musical, das unter dem Titel "High School Musical: Senior Year" die Hoffnungen und Träume der Schüler in ihrem letzten Schuljahr zeigen soll. Bei der Aufführung werden auch zwei Talentsucher der berühmten New Yorker Julliard Schule für Theater, Musik und Tanz anwesend sein, denn vier Schüler wurden von Tanzlehrerin Miss Darbus (Alyson Reed) als mögliche Studenten der Prestigeschule vorgeschlagen. Ausser der zickigen Sharpay Evans (Ashley Tisdale), ihrem Zwillingsbruder Ryan (Lucas Grabeel) und der begabten Komponistin Kelsi Nielsen (Olesya Rulin) erhält aber ganz überraschend auch Troy eine Chance auf das begehrte Stipendium.

Während Troy sich entscheiden muss, ob er in Zukunft Basketball spielen oder auf der Bühne singen und tanzen will, giert Sharpay wie immer nach den besten Songs im Musical, und Gabriella fragt sich, ob es für sie und Troy auch eine gemeinsame Zukunft nach der High School geben kann.


Kinofilm-Rating

High School Musical ist ein Phänomen, das wohl niemand recht verstehen kann, der nicht der Zielgruppe angehört oder zumindest ein bisschen was für Musicals übrig hat. Nach zwei rekordverdächtigen Fernsehfilmen, die weltweit die Kinder- und Teenieherzen im Sturm erobert haben und der Disney-Company einen Millionengewinn durch den Verkauf von DVDs, Videogames und Merchandising-Artikeln beschert hat, wagt die singende und tanzende Truppe um Troy Bolton also endlich den Sprung auf die grosse Leinwand.

Zugegeben, das Muster der Reihe könnte einfacher nicht sein: Auf der einen Seite ist da der gutaussehende Sportler mit seinen ethnisch schön durchmischten Basketballgesellen, dazu die ebenso schlaue wie hübsche Freundin und deren an Aussehen und Intellekt in nichts nachstehenden Freundinnen, sowie eine ganze Reihe schillernder Nebenfiguren, die sich fröhlich in einer farbenfrohen Musicalwelt tummeln dürfen. Natürlich kann jeder perfekt singen und tanzen - das Ganze ist dann noch so familienfreundlich umgesetzt, dass es doch fast ganze zwei Filme dauert, bis sich das Titelpärchen das allererste Mal einen dicken Schmatz auf die Lippen geben darf, und auch im dritten Teil muss es bei einem einzigen Bussi gegen Ende des Films bleiben.

Das Ganze ist kitschig, formelhaft, absolut durchschaubar - und, wenn man ganz ehrlich ist, irgendwie total herzig. Die Musik ist wie in den beiden bisherigen Teilen einprägsam und lädt zum Mitsummen ein, und wenn auch nicht jeder Song ein Treffer ist und vor allem das Titelpärchen manchmal fast unerträglich unschuldig und händchenhaltend durchs Bild hüpft, kann man sich ein leichtes Grinsen nur schwer verkneifen. Ein hübsches Paar geben sie eben schon ab, dieser Zac Efron (Hairspray) und seine Real-Life-Freundin Vanessa Hudgens, die zwar schön wie eh und je, leider aber auch genauso farblos wie in den beiden Vorgängerfilmen auftritt. Aber so schlimm ist das gar nicht, der Film konzentriert sich sowieso auf Efrons Troy, der die Angst und Ungewissheit in Bezug auf die Zukunft und das Erwachsenwerden zentral verkörpert und das auch recht ordentlich macht. Wenn er nicht längst Schwarm aller (vor-)pubertierenden Mädchen wäre, hätte er sich diesen Status spätestens mit diesem Film ertanzt und ersungen.

Die Problematik des Erwachsenwerdens ist natürlich nicht neu, das Ganze wird hier allerdings erstaunlich gut umgesetzt, denn wenn die Jugendlichen sich mit ihren Problemen, Hoffnungen und Ängsten befassen, mischen sich in die gesungene Szenerie wiederholt aufwändige (und klar als solche erkennbare) Bühnenbilder: Die spontan gesungenen Lieder des Filmmusicals gehen so wiederholt nahtlos in die Proben des aufzuführenden Musicals über, das Spiel im Spiel wird zum perfekt inszenierten Stilmittel. Gerade dies ist äusserst clever gelöst und rechtfertigt abseits aller finanziellen Beweggründe durchaus den Sprung vom TV-Bildschirm auf die Kinoleinwand.

High School Musical 3: Senior Year ist an eine klar definierte Zielgruppe gerichtet und wird für viele Film-Afficionados sicher nicht zur Pflicht werden. Das Musical hält sich aber an sein von den Vorgängerfilmen vorgegebenes Muster und erweitert es sogar noch auf angenehme und unterhaltende Weise. Fans der Reihe werden sicherlich restlos begeistert sein und den Soundtrack rauf und runter hören (und mitsingen). Aber auch wer gerne Musicals sieht oder ganz einfach von einer Horde singender und tanzender Teenies nicht gleich das grosse Grausen kriegt, könnte in diesem Feelgood-Movie ein neues, äusserst unterhaltendes "guilty pleasure" finden.

3.4 Sterne
3.4 Sterne (21 Bewertungen) | 1 Kommentar

3.53.5
12.10.2008 / pps