Hellboy 2: The Golden Army (2008)

Hellboy 2 - Die goldene Armee

Hellboy 2: The Golden Army (2008) Hellboy 2 - Die goldene Armee

Oder: Eine Krone, sie zu knechten...

Hellboy 2: The Golden Army

"Es gibt kein Biiiiier auf Hawaiiii...!"

Einer alten Legende zufolge tobte einst ein erbitterter Krieg zwischen Menschen und mythischen Fabelwesen. Elfenkönig Balor liess deshalb eine unbezwingbare Armee aus 70 mal 70 mechanischen Kriegern erschaffen, welche den Gegner so vernichtend schlug, dass ein ewiger Waffenstillstand ausgehandelt wurde: Die Menschen durften weiter ihre Städte bewohnen, während den Fabelwesen die Herrschaft über die Natur zugesprochen wurde. Zur Sicherheit wurde Balors Krone, mit der die goldene Armee kontrolliert werden kann, in drei Stücke zerbrochen, wovon eines den Menschen überlassen wurde.

Hellboy 2: The Golden Army

Sagt "Cheese"!

Die Geschichte erweist sich tatsächlich als wahr, als der Elfenprinz Nuada (Luke Goss), der den Frieden seines Vaters niemals akzeptiert hat, im heutigen New York auftaucht und der Menschheit den Krieg erklärt. Zusammen mit Nuadas Zwillingsschwester, Prinzessin Nuala (Anna Walton), versuchen Hellboy, seine Feuer beherrschende Freundin Liz Sherman (Selma Blair) der gutmütige Fisch-Mensch Abe Sapien (Doug Jones) und das neue Team-Mitglied Johann Krauss zu verhindern, dass die Stücke der Elfenkrone zusammengeführt werden. Doch dafür muss sich die kleine Truppe mit einer ganzen Reihe blutrünstiger Viecher anlegen...


Kinofilm-Rating

Obwohl der rote Dämon mit dem Faible für Zigarren und Kätzchen sich schon 2004 durch unsere Kinos geprügelt hat, ist es wohl weniger sein erstes Kinoabenteuer, das viele Zuschauer auf Hellboy 2: The Golden Army "gluschtig" gemacht hat, sondern eher der Name von Regisseur Guillermo del Toro. Dieser hat immerhin mit seinem letzten Kino-Coup Pan's Labyrinth massig Filmpreise abgestaubt und Filmgourmands wie auch Fantasy-Fans auf der ganzen Welt bezaubert. Auch wenn sich del Toro hier klar wieder mehr dem Popcornkino zuwendet, ist es unschwer zu erkennen, dass Pan's Labyrinth deutliche Spuren hinterlassen hat: Nicht nur ist die Handschrift des mexikanischen Regisseurs gerade auf visueller Ebene deutlich zu erkennen, man hat auch das Gefühl, dass Hellboy 2: The Golden Army sein erster Hollywoodfilm ist, in dem er richtig loslegen durfte.

Im Vergleich zum ersten Film erweist sich die Fortsetzung auf fast allen Ebenen als grösser, aufwändiger und epischer, jedoch ohne wie viele andere Sequels den besonderen Charme des Originals zu verlieren. Am auffälligsten ist das wohl bei der visuellen Umsetzung zu erkennen, denn anstatt einer Superheldengeschichte mit mythischen Elementen wird hier klar eine Fantasygeschichte erzählt, die zu grossen Teilen in einer von Trollen, Elfen und Monstern bewohnten "Unterwelt" spielt. Schon das Märchen des mythischen Krieges, das der kleine Hellboy bei Filmbeginn von seinem Vater (wieder von John Hurt gespielt) als Gutenachtgeschichte erzählt bekommt, lässt erahnen, wie fantasylastig das Folgende sein wird. Ein bisschen erinnert der Auftakt an eine Märchenversion von The Lord of the Rings, die gerade durch die stilisierte Animation ihren besonderen Reiz erhält. Aber auch die zahlreichen bis aufs kleinste Detail ausgearbeiteten Viecher, wie sie beispielsweise in den aufwändigen Trollmarkt-Szenen herumwuseln, verleihen dem Film eine erstaunlich ausgeprägte, schaurig-schöne Fantasy-Note, die zwar der Ausgangslage des ersten Teils nicht widerspricht, Hellboys Filmwelt aber gekonnt erweitert.

Auch erzählerisch sind einige Verbesserungen vorgenommen worden: So darf Abe Sapien, der im ersten Teil leider nur am Rand vorkam, mehr ins Zentrum rücken und sich sogar in die hübsche Elfenprinzessin verlieben. Mit deren rachedurstigem Bruder Nuada und der goldenen Armee gibt's zudem eine deutliche Steigerung zu den eher farblosen Nazi- und Russenbösewichtern aus Teil 1. Dazu gibt es natürlich wieder zahllose coole Sprüche und Witze, deftige Schlägereien, ein bisschen Romantik und jede Menge knuffige Katzen.

Hellboy 2: The Golden Army ist eine wahre Augenweide, gespickt mit detailreich umgesetzten fantastischen Viechern, die es alleine schon verdient hätten, den Film mehrfach zu schauen. Auch wenn der Film letztlich etwas lang (aber niemals langweilig) geraten ist, bietet er perfekte Fantasy-Unterhaltung mit einem Helden, der genauso witzig und liebenswert ist, wie seine Haut rot ist. Für Comic-Fans und Fantasy-Freunde ein echtes Muss!

4.6 Sterne
4.6 Sterne (108 Bewertungen) | 19 Kommentare

5.0 Sterne5 von 0.0-6.0
08.09.2008 / pps