Hell Ride (2008)
Hell Ride (2008)
Oder: Auf dem Highway ist die Hölle los
1976 musste der Junge namens Bix miterleben, wie seine Mutter von Mitgliedern der Motorradgang "SixSixSixers" umgebracht wurde. Erst wurde sie aufgeschlitzt, anschliessend mit Benzin übergossen und schlussendlich auch noch angezündet. Nun, 30 Jahre später, ist aus dem fröhlichen Bub von damals ebenfalls ein Biker geworden. Unter seinem neuen Namen "Comanche" (Eric Balfour) hat er sich den "Victors" angeschlossen. Die werden von Pistolero (Larry Bishop) angeführt, und auch der berühmt-berüchtigte "The Gent" (Michael Madsen) ist Teil dieser Gang.
Zu dritt machen sie sich auf die Suche nach den "SixSixSixers", die weiterhin auf den endlosen Strassen in der Wüste ihre Geschäfte machen und die mit dem knallharten Billy Wings (Vinnie Jones) jemanden in ihren Reihen haben, mit dem nicht zu spassen ist.
Neben all den Rachegelüsten, den Schiessereien und den Morden ist Comanche aber vor allem interessiert, Geschehnisse aus seiner Vergangenheit zu erfahren, die ziemlich eng mit den Geschichten des Pistoleros und des Anführers der Gegner, "The Deuce" (David Carradine) zusammenhängen. Doch um die Wahrheit zu erfahren, muss er sich im rauen und gewalttätigen Umfeld der Biker einen Namen machen.
DVD-Rating
Larry Bishop ist ein Kumpel von Quentin Tarantino. Seit Kill Bill Vol. 2 sind die beiden Herren gute Freunde, und so war es nur logisch, dass sie gemeinsam den "besten Bikerfilm aller Zeiten" drehen wollten. Schlussendlich hat sich Mr. Kinn allerdings auf das Produzieren beschränkt, während Larry Bishop die Regie übernahm und gleich selber die Hauptrolle spielte. Zusammen mit Michael Madsen übernimmt er den Lead in diesem Bikerabenteuer.
Eins muss man dem Herrn Bishop lassen: Er hat bei Quentin Tarantino einiges abgeguckt. Die Musik von Hell Ride passt zu den harten Burschen auf ihren Töffs, die Schnitte sind teilweise unübersichtlich und pseudo-cool, und die Darsteller wurden genau so gecastet, dass jeder schlussendlich einen grossen Teil seiner eigenen Persönlichkeit einbringen konnte. Das ergibt viel Flucherei, lautes Dröhnen von Motoren, knapp (oder gar nicht) bekleidete Damen und stylische Bilder. Nur bei der Geschichte happerts.
Sobald wir nämlich die Hauptfiguren vorgestellt bekommen haben, fängt eine Horde von Zeitsprüngen und Hinweisen an, die dem Zuschauer klar macht, was vor dreissig Jahren passierte und wer genau dafür verantwortlich ist. Unser "Held" hingegen tappt noch länger im Dunkeln, und erst mit dem Auftauchen von David Carradine fällt auch sein Zwanziger.
Darstellerisch bietet Hell Ride die ganz coolen Jungs aus Hollywood. Michael Madsen beim Saufen und Prügeln, Dennis Hopper mit coolem Seitenwagen, und natürlich Vinnie Jones als Henchman mit Armbrust. Sieht alles lässig aus, und wenn dann die nackten Damen noch dazukommen und sich verführerisch räkeln, dann freut das den Mann vor dem Fernseher.
Fazit: Hell Ride hätte ein Riesending werden können, verpasst aber mit einer langweiligen Story und den Tarantino-typischen Übertreibungen in Coolness diesen Schritt. So machen einzelne Szenen zwar Spass und überzeugen in ihrer Machart, der grosse Wurf bleibt leider aus. Trotz lässigen Töffs und heissen Miezen.
Auf der DVD von Hell Ride werden die wichtigsten Punkte des Filmes nochmals näher unter die Lupe genommen. Nein, die Story ist es nicht. Dafür kriegen die Kerle, die Babes und die Motorräder eigene Features, in denen geschwärmt und Komplimente verteilt werden. Das Making-of ist okay, macht einen sympathischen Eindruck, bietet aber nicht viel Neues, und auch das Videotagebuch von Michael Madsen hätte man besser umsetzen können. Der Trailer zum Film macht den Abschluss des Bonusmaterials.
Technisch ist die DVD gut gelungen. Wenn man sich mal durch die zahlreichen Trailers gedrückt hat, erwartet einen der satte und wummernde Ton des Soundtracks, und auch das Bild vermag standzuhalten. Zwischendurch ein bisschen überbelichtet, aber irgendwie passt das ja zu der Wüstenhitze, oder?
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3.3 Sterne (16 Bewertungen) | 5 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 14.05.2009
- Bildformat: 1:2.35 (16:9)
- Sprachen: Deutsch (DD 5.1); Englisch (DD 5.1)
- Untertitel: Deutsch
- Extras: Making-Of; Die Babes; Die Kerle; Die Chopper; Video-Tagebuch; Trailer



