Happy-Go-Lucky (2008)
Happy-Go-Lucky (2008)
Oder: Wenn gute Laune auf die Nerven geht
Happy-Go-Lucky klinkt sich in das Leben von Poppy (Sally Hawkins) ein, welche ein ausserordentlich vergnügtes Wesen ist. Poppy scheint nur das Positive in der Welt zu sehen, albert fürs Leben gerne herum und hat stets ein Lächeln auf den Lippen. Sie ist aber auch eine wunderbare Freundin, teilnahmsvoll und verantwortungsbewusster, als man anfangs glaubt.
Die Geschichte spielt in Nord-London, wo Poppy als Grundschullehrerin arbeitet, zusammen mit ihrer besten Freundin Zoe (Alexis Zegerman), mit welcher sie auch schon seit über zehn Jahren zusammen wohnt. Poppy ist dreissig und immer noch single, was sie aber nicht im Geringsten zu stören scheint.
Als Poppy sich entscheidet, Fahrstunden zu nehmen, trifft sie sozusagen auf ihren Gegenpol. Scott (Eddie Marsan) - Poppys Fahrlehrer - ist ein miserabel gelaunter, spiesserischer Gefährte, welcher sein armseliges Leben in seiner Fachkraft als Fahrlehrer wiederzufinden sucht. Scott offenbart auch paranoide und rassistische Züge, und hat eine rabiate Feinmotorik, sprich neigt auch mal zu Gewaltausbrüchen.
Als einer von Poppys Schülern seine Wut an anderen Mitschülern auslässt, versucht sie mit Hilfe eines Sozialpädagogen (Samuel Roukin) der Sache auf den Grund zu gehen. Und als sie sich danach verabschieden, werden natürlich Telefonnummern ausgetauscht...
DVD-Rating
Sally Hawkins ist eine aufgestellte Frau. Zumindest gibt sie in Happy Go Lucky eine solche. Ihre Figur lacht gern, ist chaotisch und wenn so eine Dame am Morgen bereits so quasseln kann, dann darf sie sich nicht wundern, wenn sie den heissen Kaffee anstatt in der Tasse im Gesicht hat. Denn gute Laune und aufgestellte Menschen sind gut und schön. Aber bitte nicht so penetrant, wie es uns hier in Happy Go Lucky vorgeführt wird.
Unter der Regie von Mike Leigh (Vera Drake) bekommen wir als nun dieses aufgedrehte Fräulein zu Gesicht, wie sie sich mit Kolleginnen trifft, einen Liebhaber findet oder Fahrstunden nimmt. Diese Lektionen im Auto sind dabei noch das Beste an diesem Film, denn der mürrische Eddie Marsan (Hancock) legt sich während den Autofahrten auf herrliche Weise mit Sally Hawkins an, so das tolle Dialoge und witzige Sequenzen entstehen.
Der Rest der Film plätschert leider ohne grosse Motivation daher. Man sucht vergebens ein Ziel dieser Geschichte, wird dafür mit diversen Charakteren konfrontiert, von denen aber keiner es schafft, irgendwie im Gedächtnis des Zuschauers zu bleiben. Da helfen auch rote Strumpfhosen zu grünen Jacken oder erotische Annäherungen beim Chiropraktiker nicht viel.
Fazit: Happy Go Lucky ist zwar sympathisches Kino aus England, kommt aber recht unmotiviert und ziellos daher. Auch geht die Art der Hauptfigur bald mal gehörig auf die Senkel, so dass man sich dabei ertappt, heimlich dem Fahrlehrer beizustimmen, wenn der mal wieder zu einer Fluchsalve ausholt. Ein Film zum einmal gucken und dann vergessen.
Als Bonusmaterial kriegen wir Blicke hinter die Szenen im Auto geboten. Hier wird erklärt, wie da gefilmt wurde und auf was geschaut werden musste. Dann gibts eine längere Sequenz über die diversen Charaktere des Films, in der die Schauspieler natürlich ebenso zu Wort kommen, wie der Regisseur selber. Bei den zusätzlichen Interviews wird nochmals auf dieses Thema zurückgekommen, wobei auch Fragen nach der Geschichte an sich nicht fehlen dürfen.
Technisch macht Happy Go Lucky einen durchschnittlichen Eindruck. Das Bild ist teilweise etwas verwackelt und tonmässig werden die heimischen Boxen nicht gross beansprucht. Passt irgendwie zu diesem "typisch englischen" Film.
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4.2 Sterne (41 Bewertungen) | 1 Kommentar
DVD-Infos
DVD erschienen am 23.02.2009
- Bildformat: 16:9
- Sprachen: Deutsch (DD 5.1); Englisch (DD 5.1); Französisch (DD 5.1)
- Untertitel: Deutsch; Französisch
- Extras: Trailer; Behind the Wheel; Mike Leighs Characters; Interviews



