Hancock (2008)

Hancock (2008)

Hancock

John Powell ist heuer erneut nicht aus den Credits der grossen Hollywoodproduktionen wegzudenken. Mit Hancock liefert er nach Jumper, Horton Hears a Who!, Stop-Loss und Kung Fu Panda bereits seine fünfte Arbeit für dieses Jahr. Nachdem besonders die Scores zu Jumper und Horton Hears a Who! mangels Originalität eher enttäuschten, ist es umso erfreulicher, dass er mit Hancock wieder etwas unterhaltsamere Musik liefert.

Das Konzept des Scores erinnert strukturell stark an seine Musik zu Mr. and Mrs. Smith. Während er für das "glücklich" verheiratete Paar seine Orchesteractionmusik mit Flamenco-Rhythmen würzte, fügt er seiner Komposition zu Hancock einen coolen Blues/Funk-Unterton bei.

Diese Beigabe schlägt gleich im ersten Stück "SUV Chase" den Ton an. Eröffnet wird mit einer Hammondorgel, die mit harter Perkussion und den für Powell archetypisch gewordenen Streichern und Bläsereinsätzen ergänzt wird. Die Erwartungen, welche das erste Stück schürt, werden in den Folgestücken leider nicht erfüllt. In "John, Meet Ray" hören wir zum ersten Mal das von Einsamkeit zeugende, melancholische Hauptthema von Hancock. Dieses Thema zieht sich besonders in der ersten Hälfte des Albums mit nur wenigen Variationen durch die Tracks.

Überhaupt dümpelt die Komposition bis und mit Track 15 etwas richtungslos vor sich hin und lässt eine gewisse Einheit vermissen. Wer aber diese erste Hälfte durchsteht, erhält ab "Hollywood Blvd" einen wuchtigen und sehr unterhaltsamen zweiten Teil geboten. In "Hollywood Blvd" erhalten die Fans von Powell einen Actiontrack geboten, mit deren Sorte der Komponist berühmt wurde. Wild, stürmisch und einem tollen Trompetensolo am Ende, gibt Powell Vollgas. Nachdem eher somnambul wirkenden ersten Teil ist dies auch dringend nötig.

In "Mortal" wird es wieder etwas pseudodramatisch, doch besonders der Gospelgesang, der schon in "The Trailer" erklang, fängt die Isolation des Helden schön ein. Mit "Death and Transfiguration" erhebt sich die Komposition wieder aus den melancholischen Tönen heraus und wartet mit einem energiegeladenen Ende auf. In "The Moon and the Superhero" erklingt das Hauptthema von Hancock in voller Wucht und Grösse. Dies klingt zwar zu Beginn wie ein Popsong, doch macht es einfach gute Laune und der plötzliche Richtungswechsel der Musik in der letzten Minute lässt Erinnerungen an "The Next Adventure" aus Mr. and Mrs. Smith wach werden.

Fazit: Für Fans der Actionmusik von John Powell ist Hancock sicherlich zu empfehlen, lässt er den Komponisten doch ein paar Mal ordentlich und in alter Manier auf den Putz hauen. Dies ist wenig neu, aber sehr unterhaltsam. Wer sich jedoch mit den Arbeiten zu Mr. and Mrs. Smith und Paycheck nicht anfreunden konnte, für den gibt es in der neuesten Arbeit von Powell wenig zu entdecken.

4.0 Sterne4 von 0.0-6.0
02.10.2008 / bab

Sountrack-Infos

Komponisten
John Powell

Release
Label: Varèse Sarabande
Laufzeit: 44 Minuten
EAN: 0030206675627

Tracks

SUV Chase

John, Meet Ray

Train Disaster

Meatballs?

The Trailer

French Asshole

Superhero Comix

You Should Go!

Mary Brings Meatballs

10 

Getting Therapy

11 

To War

12 

I Really HATE That Word

13 

Standing Ovation

14 

The Kiss

15 

Indestructible

16 

Hollywood Blvd

17 

Mortal

18 

Upon Us All

19 

Death and Transfiguration

20 

The Moon and the Superhero