Hancock (2008)
Hancock (2008)
Oder: Good Job! Good Job, everybody!
Während auf der Autobahn eine gigantische Verfolgungsjagd mit Schiesserei vonstatten geht, liegt John Hancock (Will Smith) mit einem riesigen Kater auf der Parkbank. Von einem kleinen Jungen auf die Szenerie aufmerksam gemacht, fliegt der "Superheld" davon, um die Situation zu bereinigen. Das schafft er zwar, aber nicht so, wie es eigentlich sein sollte. Zerstörte Strassenschilder, aufgerissener Asphalt und jede Menge kaputter Autos sind die Folge davon. Die Leute sind empört, bezeichnen ihn als "Arschloch" und der frustrierte Hancock kriegt weder Lob noch Applaus für seine Taten.
PR-Berater Ray (Jason Bateman) hat inzwischen grössere Probleme mit einem seiner Konzepte. Dieses verspricht zwar ein Steigen des Ansehens der entsprechenden Firma, aber die Herren Verwaltungsräte schrecken beim Wort "Gratisabgabe" entsprechend zurück. Auf dem Heimweg bleibt Ray im Stau stecken. Und zwar genau über dem Bahnübergang, dem sich ein Zug nähert. Der Retter in Person von Hancock ist zwar zur Stelle, aber Ray sieht das Problem des Mannes relativ schnell. Hancock ist unfreundlich, einsam und muss lernen, auf die Menschen zuzugehen. Sonst wird das nie was mit der Superheldenkarriere.
Ray nimmt also Hancock unter seine Fittiche. Mit einer gewieften PR-Taktik will er aus dem Säufer und ungehobelten Typen einen strahlenden Helden machen. Dazu involviert er auch seinen Sohn und Ehefrau Mary (Charlize Theron), die sich aber irgendwie komisch in der Nähe Hancocks verhält. Ist ihr der Kerl einfach unsympathisch oder weiss sie etwa mehr über diesen Mann, der keine Erinnerungen an seine Jugend mehr hat und sich ebenfalls wundert, warum ihn diese schöne Frau immer so anblickt?
Kinofilm-Rating
Will Smith ist einer der momentan angesagtesten Schauspieler, die Hollywood zu bieten hat. Seine Filme sind Selbstläufer an den Kinokassen, und der Kerl mit den grossen Ohren schafft es immer wieder, Ernsthaftigkeit und Witz mit einer schönen Portion Augenzwinkern zu verbinden. Hancock bringt den Mann nun als abgestürzten Superhelden, der sich mehr dem Alkohol zuwendet, als die bösen Buben hinter Gitter zu bringen. Unter der Regie von Peter Berg (The Kingdom) versucht man nun, einen Spagat zwischen typischem Will Smith-Spass und einer richtig anständigen Geschichte zu schlagen. Und das klappt hervorragend!
Die erste Hälfte des Films, aus der auch die Mehrheit der Trailerszenen stammt, ist Unterhaltungskino der (fast) perfekten Art. Will Smith motzt, flucht, schmeisst Kinder umher und muss sich im Gegenzug diverse Beleidigungen ("Call me Asshole one more time...") anhören. Das macht Laune, ist gut fürs Zwerchfell und auch Co-Star Jason Bateman (Mr. Magoriums Wonder Emporium, Juno) zeigt ein hervorragendes Zusammenspiel mit dem Topstar. Da fällt Charlize Theron ein bisschen ab. Sie darf dann aber in der zweiten Hälfte, die weniger lustig ist und dafür eine schöne Geschichte erzählt, aus den Vollen schöpfen.
Die Story ist eigentlich, wie angetönt, erst in der zweiten Hälfte des überraschend kurzen Filmes (knapp 90 Minuten) von Wichtigkeit. Da darf's dann auch ein bisschen tragisch und romantisch sein, und gegen Schluss kommt sogar noch Spannung auf. Also hat Hancock eigentlich alles, was ein Film braucht? Fast. Die bösen Buben sind natürlich ein Abklatsch, der Herz-Schmerz-Faktor scheint ein bisschen gesucht zu sein (auch wenn der Grund dafür ganz okay ist) und man hätte durchaus noch etwas mehr von der lustigen ersten Hälfte in die ernste zweite einbauen können. Warum macht man ausgerechnet hier keinen Zweistünder, wenn doch sonst jeder Chabis 120 Minuten und länger dauert?
Fazit: Hancock ist ein toller Film geworden, in dem Will Smith einmal mehr beweist, dass er halt beides kann: Den Clown spielen und ernsthafte Szenen meistern. Die Filmmusik (meist schwerer HipHop) ist toll, passt hervorragend und Charlize Theron sieht super aus. Wer aber auf eine Komödie hofft, die dem Zuschauer vor Lachen keine Luft zum Atmen lässt, der sollte sich einen Besuch zweimal überlegen. Hancock ist nämlich viel mehr als nur "lustig".
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3.9 Sterne (145 Bewertungen) | 30 Kommentare



