Grozny Dreaming (2008)

Grozny Dreaming (2008)

Oder: Mit Musik Frieden im Kaukasus einkehren lassen

Grozny Dreaming

"Ich will mit Musik Frieden schaffen."

Der deutsch-georgische Dirigent, Komponist und Pianist Uwe Berkemer hat 2005 zusammen mit talentierten Musikern aus verschiedenen kaukasischen Republiken das Caucasian Chamber Orchestra gegründet. Sie treffen sich oft zum Üben und planen ein Konzert nach dem anderen. Die Botschaft, die sie mit ihrer Musik an die Bevölkerung weitergeben möchten, ist zu zeigen, dass ein friedliches Zusammenleben unter vielen verschiedenen Nationalitäten und Religionen möglich ist.

Grozny Dreaming

"Nun spielen wir nur für den Berg."

Uwe reist oft in die Stadt Beku und hofft, dass er dort weitere Musiker aus Aserbaidschan in die Gruppe holen kann, damit das Orchester aus noch mehr Nationalitäten besteht. Dies stellt sich aber als gar nicht so einfach heraus. Und wird ihnen ein Auftritt in Grozny überhaupt erlaubt werden?


Kinofilm-Rating

Grozny Dreaming ist ein Dokumentarfilm, in welchem im Zentrum die klassische Musik steht. Daneben werden die Geschichten der einzelnen Musiker im Orchester geschildert und Bilder aus dem Georgischen-Abchasinenischen Krieg (1992-1994) gezeigt. Als Zuschauer erhält man somit die Chance, einen Einblick in den Alltag aus dem Leben im Kaukasus zu erhalten und sich ein eigenes Bild über den damaligen Krieg zu machen. Dieser hält die Menschen auch heute noch oft davon ab, sich einander zu nähern und in Frieden miteinander zu leben. Doch obwohl im Film viele negative, traurige Ereignisse gezeigt werden, hat er eine positive Botschaft: Über das gemeinsame Musizieren sollen sich die Musiker aus den verschiedenen Ländern einander nähern. Allerdings dauert der Film ziemlich lange und wirkt so mit der Zeit einschläfernd.

Regie haben die zwei Schweizer Filmemacher Mario Casella und Fulvio Mariani geführt. Sie haben sich beim Tessiner Fernsehen TSI kennen gelernt, das sich neben der Migros und anderen Organisationen auch finanziell an diesem Filmprojekt beteiligt hat. Beide haben eine gemeinsame Leidenschaft: die Berge. So spielen eindrückliche Bergbilder am Anfang sowie am Schluss des Films eine wichtige Rolle.

Fazit: Für Fans klassischer Musik ist Grozny Dreaming auf jeden Fall empfehlenswert. Auch bietet der Film einen interessanten Einblick in das teilweise harte Leben und die Landschaft im Kaukasus. Wer sich dafür nicht interessiert, dem wird der Film allerdings nichts sagen. Die Botschaft, man wolle mit Musik für mehr Frieden im Kaukasus sorgen, ist schön und lobenswert - aber kann sich in Anbetracht der Auftritte dieses musikalischen Orchesters die Meinung aller im Kaukasus lebenden Menschen ändern?

4.0 Sterne
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27.05.2009 / cin