Futurama: The Beast with a Billion Backs (2008)
Futurama: Die Ära des Tentakels
Futurama: The Beast with a Billion Backs (2008) Futurama: Die Ära des Tentakels
Oder: All you need is Love!
Eine Anomalie am Himmel, ein Riss in der Dimension, lässt die Crew des Planet Express staunend nach oben gucken. Doch es gibt Wichtigeres zu tun, als eine potenzielle Gefahr zu untersuchen. Vorerst, auf jeden Fall. Amy (Stimme von Lauren Tom) heiratet ihren grünen Kif (Stimme von Maurice LaMarche) in seinem Heimatsumpf "Amphibios 9" und schwört so anderen Männern endgültig ab. Und auch Fry (Stimme von Billy West) hat sich eine Freundin angelacht. Die lebt jedoch in einem polyandrischen Haushalt und hält sich neben Fry noch vier weitere "Boyfriends", was unserem Rotschopf natürlich gar nicht in den Kram passt und eine Krise nur eine Frage der Zeit werden lässt.
Während dem machen sich die Professoren Farnsworth (Stimme von Billy West) und sein ärgster Konkurrent Professor Wernstrom (Stimme von David Herman) daran, die Anomalie doch noch zu untersuchen. Und siehe da, das Resultat einer ersten Mission ist, dass zwar Menschen die Grenze zu einem anderen Universum scheinbar überqueren können, Roboter aber, Bender (Stimme von John Di Maggio) hats probiert, werden mit schmerzenden Arsch in den Weltraum zurückgeschossen.
So muss Fry den ersten Schritt machen und lernt ein fremdes Wesen namens Yivo (Stimme von David Cross) kennen, das bislang alleine und einsam vor sich hin lebte und nun seine Tentakel ausfährt, um den Erdlingen Liebe und Freundschaft anzubieten. Dass dabei der freie Willen auf der Strecke bleibt, ist ein Detail.
DVD-Rating
Nach dem Ende von Futurama wurde bekanntlich begonnen, ganze Filme zu produzieren. Mit Futurama: Benders Big Score startete der erste Versuch erfolgreich und nun ist es Zeit, Phase Zwei zu zünden: Futurama: The Beast with a Billion Backs dürfte ähnlichen Erfolg in den Videotheken haben, wie sein Vorgänger. Denn wenn man sich auf eins verlassen kann, dann darauf, dass der Witz der TV-Serie auch in den "abendfüllenden" Filmen keinerlei Qualität eingebüsst hat.
Bevor Futurama: The Beast with a Billion Backs aber richtig mit der Thematik des Films starten kann, müssen erst einige private Dinge geklärt werden. Die Liebe hat im "Planet Express" eingeschlagen und so werden uns erstmal Hochzeiten im Sumpf und Beziehungsprobleme gezeigt. Alles angerichtet mit dem bekannten Humor, den derben Sprüchen von Bender und jeder Menge schräger Charaktere. Wer die Serie mochte, der wird an diesen Szenen seine helle Freude haben.
Das Problem des Films beginnt spätestens dann, wenn diese Anomalie ein Gesicht bekommt, die Tentakel das Zepter übernehmen und man sich fragt, warum denn auf einmal fast keine lustigen Szenen mehr zu sehen sind. Zwar wird uns Action geboten, aber so richtig schöne Spannung kommt nicht mehr gross auf. Dazu ist die Geschichte zu einfach und die "Bedrohung" nicht gefährlich genug dargestellt. Klar, die bekannten Figuren spielen weiterhin ihre Stärken aus, die kleinen Szenen am Rande sind noch immer genial und wenn Doktor Zoidberg vor Glück die Eimer voll kotzt, dann ziehen sich die Mundwinkel automatisch nach oben. Aber so richtig lässig, cool, toll und weltbewergend ist Futurama: The Beast with a Billion Backs leider nicht.
Auch die Figuren scheinen nicht richtig zur Geltung zu kommen. Zwar kriegen wir Stephen Hawking zu sehen und auch der Kopf von Richard Nixon tritt auf, aber liebgewonnene Figuren wie Hermes Conrad oder Doktor Zoidberg bleiben leider nur Randnotizen, denen man mehr Screentime wünscht. Dafür sind Kif und Zapp Branigan dieses Mal öfters von der Partie, wobei vor allem Zweiterer halt einfach ein genial glatter Kerl ist.
Fazit: Futurama: The Beast with a Billion Backs ist cool, keine Frage. Die Anspielungen, Witze, skurrilen Figuren und lässigen Charaktere haben Kultcharakter und rocken den Bildschirm. Futurama: The Beast with a Billion Backs ist aber storytechnisch recht bieder und bleibt unterhaltungstechnisch doch eine Stufe hinter Futurama: Benders Big Score zurück. Schlussendlich ists ein passabler Futurama-Film geworden, der witzige Szenen zu bieten hat, aber halt doch nicht ganz die (zu) hohen Erwartungen erfüllen kann.
Die DVD ist, wie erwartet, herrlich angerichtet und vollgepackt mit lustigem und interessantem Material. Zwar ist das "verlorene Abenteuer" (Professor Farnsworth verkauft den Planet Express an "Mum", die damit das Universum an sich reissen will) ein bisschen mühsam und nur bedingt lustig, aber das macht der Blick in die Synchronisationsstudios das wieder wett. Dort sieht man auch mal die menschlichen Stimmen von Bender, Fry und Kollegen. Verschiedene Storyboard-Animationen sind Material für technisch Interessierte und der Audiokommentar ist mehrheitlich recht witzig. Schauspieler David Cross (Alvin and the Chipmunks, der den "Yivo" spricht, darf sich in einem eigenen Featurette kurz präsentieren und die Vorschau auf Futurama: Benders Game rundet das schöne Angebot ab.
Technisch ist, einmal mehr, sehr hohe Qualität geboten. Bild und Ton passen hervorragend und versprühen das Futurama-Feeling im heimischen Wohnzimmer. Die Boxen werden bei den lauten Szenen gut beansprucht und die Qualität des Bildes scheint ungleich höher als bei der TV-Produktion zu sein. Toll.
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4.1 Sterne (18 Bewertungen) | 3 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 12.09.2008
- Bildformat: 1.78:1
- Sprachen: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1), Italienisch (DD 5.1), Russisch (DD 5.1)
- Untertitel: Deutsch, Englisch, Isländisch, Italienisch, Russisch, Kroatisch, Portugiesisch, etc.
- Extras: Audiokommentar, Das verlorene Abenteuer in 3-D, Storyboard-Animationen, Entfallene Szenen, Featurette über David Cross, Versprecher, 3-D-Modellage, Erklärung von "Deathball", Vorschau auf "Benders Game"



