Frost/Nixon (2008)

Frost/Nixon (2008)

Oder: Interview mit einem Ex-Präsidenten

Frost/Nixon

"Yes, we can!"

In der Nacht vom 17. Juni 1972 brechen fünf Männer in den Watergate-Gebäudekomplex ein. Ihr Ziel ist es, das Hauptquartier der Demokratischen Partei zu verwanzen. Doch die Männer werden von einem Wachmann überrascht und können festgenommen werden. Wie sich herausstellt, haben die Männer im Auftrag von Präsident Richard Nixon (Frank Langella) gehandelt, der sich dadurch einen Vorteil für die im November anstehenden Präsidentschaftswahlen erhoffte.

Frost/Nixon

"Ich will sofort nen Cheeseburger!"

Die Folge, dieser als Watergate-Affäre in die Geschichte eingehenden Ereignisse, sind die Aufdeckung weitere Verbrechen und Missbräuche von Regierungsvollmachten und der bis heute einzige Rücktritt eines US-Präsidenten. Nicht nur musste Nixon sein Amt niederlegen, er wurde auch wegen den Verstössen gegen die Vereinigten Staaten angeklagt. Doch Gerald Ford, der die Amtsperiode zu Ende führte, begnadigte Nixon schon kurze Zeit später voll und ganz.

Frost/Nixon

"Mutti ist im TV!"

Jahre später verdient Nixon nun sein Geld damit, an diversen Kongressen und Anlässen aufzutreten. Dies befriedigte den Ex-Präsidenten aber in keinster Weise und so kommt ihm die Anfrage zu einem Interview gerade recht. Zudem winken eine halbe Million Dollar und der als politisches Leichtgewicht geltende Moderator David Frost (Michael Sheen). Dieser hofft damit auf erneuten Aufschwung seiner TV-Shows und gleichzeitig will er Nixon das Strafverfahren liefern, das er nie hatte.


Kinofilm-Rating

Ron Howard, Regisseur von Filmen wie Apollo 13 und A Beautiful Mind, nahm sich für seinen neuen Film des erfolgreichen Theaterstücks Frost/Nixon an. Diese wiederum stammt aus der Feder Peter Morgans, welcher sich auch schon für die Drehbücher zu The Queen und The Last King of Scotland verantwortlich zeichnet. Und auch für Frost/Nixon lieferte er gleich selbst das Drehbuch. Ihm und dem inszenatorischen Können Howards ist es zu verdanken, dass der eigentlich äusserst dialoglastige Film interessant und unterhalten geraten ist. Das Theaterstück macht sich dadurch erstaunlich gut auf der Leinwand.

Die Handlung und deren Ausgang sind zwar bekannt und das Original-Interview ist unlängst auf DVD erschienen, doch dadurch, dass Howard das Ganze wie ein Boxkampf inszeniert bleibt der Film konstant spannend. Zudem wurden die Ereignisse markant vereinfacht und zusammengerafft, so dass es kein Problem ist dem Film zu folgen und auch kein politisches Vorwissen nötig ist. Jedoch werden die Fakten zu dramaturgischen Zwecken zum Teil etwas gar arg verfremdet. So ist beispielsweise ausgerechnet die Schlüsselszene des Films reine Fiktion. Wirklich störend ist dies allerdings nicht.

Michael Sheen und Frank Langella, die beide ihre Rollen auch schon in der Theaterversion spielten, sind schlicht genial. Langella, der verdienterweise eine Oscar-Nomination erhielt, kopiert Nixon nicht einfach, sondern spielt ihn. Ihm ist es zu verdanken, dass der Ex-Präsident nicht wie ein machthungriger Politiker wirkt, sondern als Mensch. Aber auch Sheen spielt den Moderator, Entertainer und Playboy Frost hervorragend und mit viel Charme. Hinzu gesellt sich mit Kevin Bacon, Sam Rockwell und Oliver Patt ein den beiden Hauptdarstellern in nichts nachstehender Cast.

Abgesehen davon, dass einige Fakten dem filmdienlich abgeändert wurden und das Thema Nicht-Amerikaner nur bedingt anspricht, ist Frost/Nixon ein spannungsgeladenes Duell zweier interessanten Persönlichkeiten. Ron Howard inszeniert das Aufeinandertreffen der Männer abwechslungsreich und unterhaltend. Michael Sheen und Frank Langella spielen ihre Rollen zudem phänomenal gut und sind klar das Highlight des Films.

4.6 Sterne
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05.02.2009 / mab