Four Christmases (2008)

Mein Schatz, unsere Familie und ich

Four Christmases (2008) Mein Schatz, unsere Familie und ich

Oder: Eine Satellitenschüssel ist kein Satellit

Four Christmases

"5, 6, 7, 8, klarer Sieg durch K.O."

Brad (Vince Vaughn) und Kate (Reese Witherspoon) wollen nicht heiraten, sie wollen keine Kinder, und sie wollen ihre Familien zu Weihnachten nicht besuchen. Deshalb denken sie sich jedes Jahr eine Ausrede aus, damit sie die Weihnachtsfeiertage an irgendeinem exotischen Ferienort verbringen können.

Four Christmases

"Lasst mich hier raus!!"

Doch dieses Jahr geht etwas schief: Weil ihr Flug abgesagt wurde, haben sie nun Zeit und müssen Weihnachten mit ihren Verwandten verbringen. Da ihre Eltern geschieden sind, heisst das: Viermal Weihnachten an einem Tag. Bei seinem Vater (Robert Duvall), ihrer Mutter (Mary Steenburgen), seiner Mutter (Sissy Spacek) und ihrem Vater (Jon Voight), inklusive jeweiliger Lebenspartner, Grosseltern, Geschwister, Nichten und Neffen.

Kate und Brad machen sich nun auf den Weg ihre geliebten Familien zu besuchen, das Beste hoffend und das Schlimmste erwartend, denn ihre Familien sind noch etwas verrückter und merkwürdiger als die meisten...


Kinofilm-Rating

Vince Vaughn, der Spassmacher vom Dienst, und Reese Witherspoon, die quirlige Blondine, auf einem Höllentrip zu ihren, von einer illustren Schauspielerschar verkörperten, Eltern. Four Christmases handelt von Familienfesten zu Weihnachten, für viele Menschen nicht eine Chance wieder einmal mit ihren Lieben zusammenzukommen, sondern Qual pur.

Ein Thema also, dass sich für eine Komödie durchaus anbietet, kann man doch Witze über alle möglichen Charaktere, wie Eltern, Geschwister und sonstige Verwandte und Situationen, wie verborgen gebliebene Sünden der Kindheit, machen. Dies versuchen die Macher von Four Christmases auch, lassen sie doch fast keine Möglichkeit aus, sich über irgendetwas oder -jemanden lustig zu machen, seien es hinterwäldlerische Wrestler, neureligiöse Menschen, das Abnehmcamp aus der Jugend oder kotzende Babys.

Leider haben sie dabei des Guten zuviel getan, die Gags sind meist vorhersehbar und oft auch sehr übertrieben. Dies wirkt mit der Zeit ermüdend und überdeckt die, im Film auch vorhandenen, wirklich lustigen Szenen. Dies macht sich vor allem im ersten Teil des Filmes bemerkbar, später konzentriert sich der Film mehr auf das Wesentliche und er wird interessanter. Dieses Wesentliche sind die Figuren. Anfangs bleiben sie sehr blass und wirken überzeichnet, werden sie aber, je länger der Film dauert, sympathischer und dadurch auch spannender.

Was dem Film aber leider nicht gelingt, ist, dem Zuschauer die Figuren näherzubringen, sie bleiben distanziert und es fällt schwer, sie wirklich zu mögen. In dieser Beziehung fehlt es Four Christmases an Herz, das nötig gewesen wäre, um mehr als nur oberflächlich zu sein. Dies ist auch insofern schade, da mit Vince Vaughn ein Schauspieler zur Verfügung steht, der es in der Vergangenheit immer wieder schaffte, dass seine Charaktere dem Zuschauer ans Herz wuchsen, selbst wenn sie auf den ersten Blick nicht übermässig sympathisch schienen. Zu den Schauspielern ist zu sagen, dass sie ihre Sache gut machen und ihre jeweiligen Charaktere ausfüllen. Besonders in Erinnerung verblieben sind Mary Steenburgen und Kristin Chenoweth, die sehr gut zu ihren Rollen passen.

Insgesamt ist Four Christmases kein schlechter Film, er vermag meist zu unterhalten und passt gut in die Weihnachtszeit, und doch bleibt das Gefühl, dass mit dieser interessanten Ausgangslage und diesen Schauspielern mehr dringelegen wäre.

3.1 Sterne
3.1 Sterne (37 Bewertungen) | 6 Kommentare

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01.12.2008 / lbo