Fool's Gold (2008)
Ein Schatz zum verlieben
Fool's Gold (2008) Ein Schatz zum verlieben
Oder: Wer braucht schon T-Shirts
Die "Aurelia" ist ein Schiff, das vor langer Zeit unermessliche Goldschätze an Bord hatte, unterging und bis heute noch von keinem Taucher, keinem Schatzsucher oder Abenteuerer gefunden werden konnte. Einer, der es immer wieder probiert ist Benjamin Finnegan (Matthew McConaughey), genannt "Finn". Zusammen mit seinem ukrainischen Kumpel Alfonz (Ewen Bremner) geht er jeder Spur nach, versenkt aber dummerweise lieber seine eigenen Boote, anstatt das Versunkene zu finden.
Diese Faszination und seine Methoden an Kohle zu kommen, haben ihn von seiner Gattin Tess (Kate Hudson) getrennt. Die Scheidung wird in Key West durchgezogen, zu welcher unser etwas träumerischer Abenteuerer natürlich zu spät kommt. Als Finn aber herausfindet, wo denn nun das versunkene Schiff wirklich liegt, hat er weder eine Frau zum zusammenarbeiten, noch Kohle um die Bergung zu bezahlen.
Das Schicksal meint es aber gut mit dem braungebrannten, meist mit barem Oberkörper rumlaufenden Mann. Er rettet (Achtung!) einen teuren Hut der Milliardärstochter Gemma (Alexis Dziena), wird dafür von einem Boot angefahren und landet schlussendlich auf der Yacht ihres Vaters, Nigel Honeycutt (Donald Sutherland). Dass ausgerechnet Tess auf diesem Schiff arbeitet, wäre eben das vorhin angedeutete Schicksal.
Die beiden (Ex-)Eheleute überreden den Milliardär, ihnen bei der Suche zu helfen und freuen sich bereits heimlich auf die Goldstücke und Diamanten. Dass aber der Rapstar Bigg Bunny (Kevin Hart), dem zufälligerweise die entsprechende Insel gehört, und dessen zwei Rastagangster ebenfalls dem Millionenschatz auf der Spur sind, macht das Abenteuer nicht einfacher. Und auch Finns alter Rivale Moe (Ray Winstone) schaltet sich in die Suche ein. Und das sicher nicht nur, des schönen Wetters wegen.
Kinofilm-Rating
Matthew McConaughey ist ein armer Mann. Seine Filme will niemand mehr gucken und Kohle für Shirts oder Hemden fehlt auch. Darum sieht man den guten Mann auch regelmässig oben ohne in irgendwelchen Illustrierten. Was also, wenn man genau diese Tatsache nützen könnte und den durchtrainierten Mann in einer Abenteuergeschichte präsentieren würde? Vielleicht noch mit Kate Hudson an seiner Seite? Die beiden haben ja damals How to lose a Guy in 10 Days auch zum Kassenschlager gemacht? Das und ein bisschen Sommer, Sonne, Sonnenschein und schon steht uns Fools Gold vor der Haustür.
Fools Gold bedient sich natürlich allerorts bei den verschiedenen Filmen mit schönen Menschen, die sich kameratechnisch optimal in Szene setzen konnten. Von Into the Blue die Idee mit dem Tauchen, der himmlischen Umgebung und den Bikinis. Von Sahara den Hauptdarsteller auf Schatzssuche und vom erwähnten How to lose a Guy in 10 Days die Hoffnung, dass das Zusammenspiel der beiden Hauptfiguren auch ein zweites Mal klappt.
Herausgekommen ist "Kino zum gucken". Ja, Matthew McConaughey hat einen fantastischen Body, sieht klasse aus und lässt die Damen im Kino aufjauchzen. Einmal steht er sogar nur im Handtuch da... Auch die Szenerie, die Drehorte, die Strände und die schönen Unterwasserbilder sind klasse geworden und scheuern einmal mehr das Fernweh, das ständig pocht, wenn man durch den grauen Alltag läuft. Mehr, ja mehr, hat der Film aber leider grad gar nicht zu bieten.
Die Story kann sich jeder selber ausmalen. Ein paar Eckpunkte kann man sich merken, der Rest ergibt sich von alleine. Kein Twist, keine Spannung, dafür ein bisschen lockere Action und Dramatik am Ende. Schauspielerisch stösst Matthew McConaughey sogar in dieser Rolle an seine Grenzen und Kate Hudson macht die beste Figur, wenn sie wie ihre Mutti (Goldie Hawn) rumkaspert. Donald Sutherland (Space Cowboys, Reign over me) ist vollkommen unterfordert und hat einfach das schöne Wetter genossen. Seine Filmtochter Alexis Dziena ist als Figur so strohdof, dass es nicht mal mehr lustig ist.
Ebenfalls verheizt wird Ray Winstone, der uns erst grad den Beowulf gegeben hat und bald in Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull hoffentlich mehr zeigen darf. Lustig ist einzig Malcolm Jamal Warner als einer der Rastakillers. Und das auch nur, weil der Typ mal "Theo Huxtable" in der Cosby Show war.
Fazit: Fools Gold ist Abenteuerkino von der tiefergelegten Stange, in dem höchstens die schönen Bilder der Keys Eindruck machen. Wer allerdings von Matthew McConaughey mit nacktem Oberkörper träumt, der dürfte sich den Filmbesuch wohl bereits vorgemerkt haben.
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