Fireflies in the Garden (2008)

Zurück im Sommer

Fireflies in the Garden (2008) Zurück im Sommer

Oder: Ein schwarzer Sommer

Fireflies in the Garden

Lass uns in Frieden, oh mächtiger rosa Elephant!

Kurz vor der geplanten Familienzusammenkunft der Familie Taylor stirbt die Mutter Lisa (Julia Roberts) in einem tragischen Autounfall. So kommen sich die Familienmitglieder in der Trauer näher, geraten sich jedoch immer wieder in die Haare, denn die vielen üblen und jahrelang schlecht aufgearbeiteten Familienkonflikte treten erneut zum Vorschein.

So kommen Sohn Michael (Ryan Reynolds) immer wieder die Erinnerungen an jenen düsteren Sommer vor gut zwanzig Jahren hoch, in welchem der überaus dominante und jähzornige Familienvater Charles (William Dafoe), ein erfolgreicher und allseits respektierter Universitätsprofessor, Michael so gedemütigt und physisch misshandelt hat. Auch hätte die Mutter als Folge die Familie beinahe verlassen, ohne jedoch die dafür notwendige Kraft aufbringen zu können.


Kinofilm-Rating

Schon erstaunlich, wie viele hochwertige Hollywood-Persönlichkeiten Dennis Lee für sein zumindest teilweise autobiographisches Erstlingswerk gewinnen konnte. Zweifellos waren auch die Erwartungen an ihn sehr hoch, nachdem er 2004 für den Kurzfilm Jesus Henry Christ einen Oscar gewonnen hatte. Das Drama erzählt von der Verarbeitung grosser interner Probleme einer gegen aussen perfekt wirkenden Familie, von der Komplexität der Liebe und der Hingabe, von Hass und Hoffnung.

Das streckenweise beklemmende Drama, das anhand einer Rahmenerzählung auf zwei Ebenen die unverdauten Probleme einer Familie in einer amerikanischen Kleinstadt aufzeigt, vermag grundsätzlich eher zu überzeugen. Somit zeigt die Geschichte relativ glaubwürdig auf, wie schwierig es sein kann, auch Jahre nach traumatischen Geschehnissen konkret über gewisse Dinge zu sprechen, den Anderen zu vergeben, wie tief der Hass sitzen kann, und wie sich gewisse Dynamiken über mehrere Generationen fortsetzen können. Zudem ist die Inszenierung in einem texanischen Landhaus technisch zweifellos gelungen, ohne dass ein überaus aufwendiger Drehort nötig gewesen wäre.

Wirklich schade ist jedoch die Tatsache, dass der Schluss einmal mehr nicht die den ganzen Film hindurch geschöpften Erwartungen erfüllt. Die persönliche Entwicklung der Darsteller in kürzester Zeit geht plötzlich zu weit, wirkt unglaubwürdig und kitschig. So Entsteht der Eindruck, dass die letzten Szenen in eine von der bisherigen Komplexität der Geschichte völlig abgekoppelte bessere Zukunft weisen würden.

Zusätzlich ist zu bemängeln, dass sich die Schauspieler, die dieselbe Person als Kinder respektive als Erwachsene spielen, leider überhaupt nicht gleichen, was das Verständnis des Handlungsstrangs erschwert. Schliesslich darf am Beispiel von Kelly Hanson (Carrie-Anne Moss) der Verdacht gehegt werden, dass gewisse Rollen weniger dazu dienen, den emotionalen Stimmungswandel von Michael aufzuzeigen, sondern eher der zusätzlichen "Ausschmückung" des Films durch weitere bekannte Schauspieler-Persönlichkeiten.

3.9 Sterne
3.9 Sterne (6 Bewertungen) | 0 Kommentare

4.0 Sterne4 von 0.0-6.0
21.02.2008 / dee