Feuerherz (2008)
Feuerherz (2008)
Oder: Kriegswirren im Horn von Afrika
In den 1980er Jahren herrscht zwischen Eritrea und Äthiopien Krieg. Die kämpferische zehnjährige Awet (Letekidan Micael) wächst in einem italienischen Waisenhaus in der besetzten Hauptstadt Asmara auf, bis eines Tages ihr totgeglaubter Vater ihre Schwester vorbeischickt, um sie abzuholen und in von eritreischen Truppen kontrolliertes Gebiet zurückzubringen.
Schnell lernt Awet jedoch den harten Alltag und die Armut kennen. Dazu kommt, dass ihre aufmüpfige Art und der für ihr Alter ausgesprochener Gerechtigkeitssinn ihrem Vater missfällt. Dieser entscheidet daraufhin, sie und ihre Schwester Freweyni (Solomie Micael) als "Töchter Eritreas" der Unabhängigkeitsbewegung zu übergeben.
Im militärischen Ausbildungscamp lernt sie zunächst mit zunehmendem Enthusiasmus die politischen Ideale und Lebensformen der Befreiungskämpfer kennen. Doch mit der steigenden Gewalt des Konflikts, der mitterweise hauptsächlich zwischen verfeindeten Befreiungsbewegungen stattfindet, wird das Unsinnige des brutalen Krieges immer deutlicher. Mit Mut kämpft Awet gegen das ihr und ihren neuen Freunden drohende Schicksal...
Kinofilm-Rating
Nach dem ausgezeichneten Dokumentarfilm Die Geschichte vom weinenden Kamel waren die Erwartungen an den ersten Spielfilm des italienischen Regisseurs Luigi Falorni hoch. Der autobiographische Bestseller von Senait Mehari diente als Basis für diesen bewegenden Film über Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit, Freundschaft, Ideologie und Ideale, sowie über die generelle Absurdität des Krieges.
Das Drehen war alles andere als einfach, und immer mehr Hindernisse haben das tatsächliche Erscheinen des Films stark erschwert. Der in der eritreischen Landessprache Tigrinya gedrehte Film konnte wegen der kategorischen Verneinung historischer Wahrheiten von Seiten der eritreischen Regierung nicht im Land selbst gedreht werden, sondern musste nahe der kenianischen Hauptstadt Nairobi verlegt werden. Auch wurden die Laiendarsteller im Schnellverfahren in einem kenianischen UNHCR-Flüchtlingscamp im Norden des Landes rekrutiert, nachdem wenige Tage vor dem Drehbeginn der Grossteil der auserwählten Schauspieler als Folge von Drohungen noch abgesprungen sind. Danach hat sich die politische Stabilität auch in Kenia stark verschlechtert, so dass durch die neuerlichen Kriegswirren das Drehen nochmals stark erschwert wurde.
Ganz dem neuen Trend entsprechend, nach dem europäische Filmteams in abgelegenen Regionen ohne Kinokultur und Infrastruktur mit lokalen Darstellern und in der lokalen Sprache drehen, vermag der Film nur teilweise überzeugen. Denn obschon der Film feinfühlig in Szene gesetzt worden ist und die humanen und zwischenmenschlichen Aspekte klar in den Vordergrund stellt, wirken die Dialoge manchmal überspitzt und realitätsfremd. Vor allem jedoch werden der echte Schrecken des Krieges und die traumatischen Erlebnisse der Kindersoldaten wohl nicht genug deutlich wiedergegeben.
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3.0 Sterne (2 Bewertungen) | 1 Kommentar



