Faubourg 36 (2008)

Paris, Paris

Faubourg 36 (2008) Paris, Paris

Oder: Papa Molls Theater-Gruppe

Faubourg 36

Die Pariser Stadtmusikanten

Paris, 1936: Seit das Musiktheater "Chansonia" seine Tore geschlossen hat, sind der Bühnenarbeiter Pigoil (Gérard Jugnot), der Beleuchter Milou (Clovis Cornillac) und der Imitator Jacky (Kad Merad) arbeitslos. Pigoil ersäuft seinen Frust im Alkohol und verliert deshalb auch bald das Sorgerecht für seinen Sohn, den talentierten Harmonikaspieler Jojo (Maxence Perrin). Erst, wenn er wieder einer geregelten Tätigkeit nachgeht, kriegt er Jojo zurück.

Faubourg 36

Übung macht den Meister

Die drei Freunde beschliessen, das Theater unter eigener Führung wiederzubeleben - und schaffen es, den mächtigen Quartierkönig Galapiat (Bernard-Pierre Donnadieu), Besitzer des Chansonia, zu überzeugen, ihnen diese Chance zu geben. Voraussetzung dafür ist, dass die Show bald Geld einbringt. Beim Vorsprechen entdecken die drei die Sängerin Douce (Nora Arnezeder), und es zeigt sich bald, dass die reizende junge Frau ausserordentlich talentiert ist. Es geht nicht lange, und sie ist der Star des Chansonia. Allerdings verdreht sie nicht nur Milou gehörig den Kopf, sondern auch Galapiat - und der entscheidet letztendlich über Sein oder Nichtsein des Theaters...


DVD-Rating

Seit einigen Jahren kommen vermehrt immer brutalere und widerwärtigere Filme aus unserem Nachbarsland Frankreich. Filme wie High Tension, Inside und der letztlich erschiene Höhepunkt dieser Horror-Welle, Martyrs, lassen uns unweigerlich denken: "Die spinnen die Franzosen". Was ist aus all den schönen Filmen wie beispielsweise Amélie geworden? Mit Faubourg 36 zeigen uns die Franzosen, dass sie diese Art Film nicht verlernt haben. Ein Film mit Herz, der eine Geschichte erzählt, die zwar ernst ist, aber einem trotzdem ein Lächeln auf Gesicht zaubert.

Regisseur und Drehbuchautor Christophe Barratier nimmt uns zurück in eine Zeit der politischen Unruhen, in der sich die Arbeiterschaft ihre Rechte erkämpfen muss. In dieser nicht einfachen Zeit versuchen unsere Protagonisten, ihren Traum des eigenen Theaters am Leben zu erhalten. Diese Szenen lassen mitfiebern und sind auch für einige Lacher gut. Mit andauernder Spieldauer wird der Film aber immer zäher. Die verschiedenen Probleme der Figuren nehmen dem Film den Drive und man fällt zurück in das Drama. Des Weiteren sollte man mit dem geschichtlichen Hintergrund vertraut sein, denn Barratier geht darauf nicht ein, sondern bleibt die ganze Zeit auf seiner Story und seinen Figuren kleben.

Gérard Jugnot gibt seinen Pigoil sympathisch und erinnert vom Aussehen her ein wenig an Papa Moll. Clovis Cornillac und Kad Merad schaut man gerne zu, wie sie über das Parkett flitzen, und Nora Arnezeder ist eine Augenweide. Die junge Schauspielerin gefällt ab der ersten Minute als scheues Mädchen von nebenan mit der Wahnsinnsstimme.

Bei Faubourg 36 ist es vor allem der Anfang, der mitreisst und gefällt. Mit einer Leichtigkeit werden die verschiedenen Figuren eingeführt und die Story wird wunderschön aufgebaut. Mit zunehmender Länge weist das Drehbuch jedoch keine Überraschungen mehr auf, und das Programm wird nur noch abgespult. Das klingt jetzt sehr negativ, aber das Ganze ist mehr als sehenswert dank gut aufgelegten Darstellern, guter Musik und witzigen Einfällen auf und neben der Theaterbühne.

Das Bild der DVD ist sehr sauber, und auch der Ton gefällt. Von den Extras sticht ein über 50-minütiges Making-of hinaus. Es zeigt von den ersten Skizzen über das Casting bis zur Choreographie beinahe alle Schritte der Produktion auf. Sehr schön.

4.3 Sterne 3.4 Sterne
4.3 Sterne (11 Bewertungen) | 0 Kommentare

4.54.5
08.06.2009 / ebe (Inhalt), crs (Rating)


DVD-Infos

DVD erschienen am 28.05.2009

  • Bildformat: 2.35:1
  • Sprachen: Französisch (DD 5.1); Deutsch (DD 5.1; DTS 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Extras: Verschiedene Trailer; Making-of: Darsteller-Infos