The Eye (2008)

The Eye (2008)

Oder: Neue Augen mit Special Features

The Eye

Was riecht da so verbrannt?

Sidney Wells (Jessica Alba) ist eine sehr bekannte Violinistin. Leider ist sie seit einem Unfall in ihrer Kindheit blind. Unter dieser Blindheit leidet sie sehr und würde alles versuchen, um wieder das Augenlicht zu erlangen. Als sie schliesslich die Möglichkeit erhält, sich bei einer Operation ein zweites Mal eine neue Hornhaut transplantieren zu lassen, sagt sie nach einigen Überredungskünsten ihrer Schwester zu, denn nur so kann sie - wenn alles gut läuft - ihre Sehfähigkeit wieder erhalten. Sidney hat Glück, und die Operation verläuft erfolgreich: Sie kann wieder sehen! Doch nachdem sie so lange blind gewesen ist, ist es für sie sehr schwer, sich wieder in der Welt der Sehenden zurecht zu finden.

The Eye

Nein, mein Kuchen!

Sidneys Freude währt nur kurz. Plötzlich beginnen sie unerklärliche Schatten zu jagen. Sie erblickt Sachen, die sonst niemand sieht, und diese Bilder erschüttern sie zutiefst. Sind das Nachwirkungen der Operation oder ist es nur ihr Kopf, der nicht mit den gelieferten Bildern klarkommt? Sidney beginnt an sich selber zu zweifeln. Haben die schrecklichen Bilder möglicherweise etwas Reales an sich, oder sind die doch nur ein Produkt ihrer Fantasie? Nachdem ihre Schwestern bereits an Sidneys Verstand zweifeln, ist sie überzeugt, dass etwas an ihren neuen Augen nicht stimmt und sie mehr über ihren anonymen Organspender erfahren will. Ein Vorhaben, das sie lieber nicht hätte angehen sollen, denn ihre neuen Augen tragen ein schreckliches Geheimnis in sich, welches Sidneys Leben zur Hölle macht!


Kinofilm-Rating

Bei einer Kritik über The Eye muss man ernsthaft aufpassen, dass sie nicht zu sarkastisch wird, denn langsam wird es wirklich lächerlich, was die Amerikaner mit ihren Remakes veranstalten. Dass die Amerikaner gute Filme aus dem Ausland für ihren eigenen Markt remaken, ist eine Sache, doch dass sie dafür schon wieder ausländische Regisseure einsetzen müssen, ist schon bedenklich - sind sie selber wirklich so fantasielos? Jedenfalls haben David Moreau und Xavier Palud, als erste Franzosen überhaupt, die Regie bei einem amerikanischen Remake übernommen. Nach ihrer Zangengeburt von Ils haben sie damit sicher eine gute Basis geschaffen, um in Hollywood weiter zu kommen.

The Eye basiert auf dem 2002 gedrehten Grusler der Pang Brothers. Wie bereits vom Trailer zu erwarten war, haben sich David Moreau und Xavier Palud sehr genau an die Vorlage gehalten. Alle wichtigen Storyeckpunkte wurden sehr originalgetreu adaptiert und teilweise ganze Passagen beinahe 1:1 übernommen. Wenigstens haben sie sich bemüht, die Gruselszenen auszubauen und die Kanten des Originals etwas zu glätten, was den Film linearer und auch verständlicher macht. Bei den Gruselszenen merkt man übrigens auch das grössere Budget, denn wo das Original noch eingeschränkt und subtil vorgehen musste, konnte beim Remake aus den Vollen geschöpft werden. Obwohl dabei viele Gruselszenen immer noch aus dem Lehrbuch stammen, können sie damit durchaus gelungene Momente bieten, welche auch gut funktionieren und eine düstere Atmosphäre schaffen.

Letztendlich ist The Eye aber ein Remake. Wer das Original kennt, wird hier in keiner Minute überrascht. Gleicher Aufbau, gleiche Story. Bis zum Finale sind alle im Original verwendeten Eckpunkte in irgendeiner Art im Remake zu finden. Bei den durchwegs amerikanischen Darstellern fällt einzig Jessica Alba mit ihrer Leistung wirklich positiv aus, der Rest ist nur eine sehr blasse Truppe, die solide Arbeit leistet, aber kaum einen Eindruck hinterlässt. Den grössten Schnitzer haben sie sich aber mit dem Schluss erlaubt, der völlig unnötig und überdeutlich für das amerikanische Publikum zum Positiven gewendet wurde, was überhaupt nicht passt und zu offensichtlich an Final Destination erinnert.

Fazit: Wie soll man ein Film bewerten, der eigentlich solide produziert wurde, ab und zu ordentlich unheimlich ist und auch in Sachen Kameraarbeit und Hauptdarsteller durchaus überzeugen kann, aber eigentlich alle guten Momente 1:1 aus dem Original übernommen hat? Jedenfalls ist The Eye klar ein Kind der hollywoodschen No-Risk-Policy, bei der nichts riskiert, dafür aber auf das grosse Geld gehofft wird. Grosses Geld wird es für diese Routineproduktion jedoch kaum geben. Für die französischen Regisseure David Moreau und Xavier Palud wird der Film wohl kaum mehr bleiben als ein kurzer Zwischenstopp, der ihnen die grosse Karriere in Hollywood ermöglichen könnte. Talent haben die beiden sicher, jetzt müssen sie nur noch genügend Kreativität ins nächste Projekt stecken.

3.7 Sterne
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06.07.2008 / db