Elegy (2008)
Elegy (2008)
Oder: Schöner Geist meets schönen Körper
Professor David Kepesh (Ben Kingsley) unterrichtet ein Literaturseminar, und tritt auch wöchentlich in einer Fernsehshow auf, um in einem kleinen Kreis über die Welt der Schreiberlinge zu philosophieren. Kepesh ist kein Familienmensch, im Gegenteil. Seine erste Ehe kategorisiert er als schwerwiegendsten Fehler seines Lebens. Seit er sie beendet hat lebt er alleine und geniesst ein unabhängiges Leben, in jenes auch mal ein paar Studentinnen reinhüpfen, von denen Kepesh nur so umschwirrt wird. Er widmet sich jedoch wohlgemerkt nur denen, die schon abgeschlossen haben - man soll ja keinen falschen Eindruck von ihm bekommen.
Mit der aus Kuba stammenden Consuela (Penélope Cruz) ändert dies jedoch: dieses Mädchen ist nicht wie die anderen. Nebst ihrer atemberaubenden Schönheit scheint sie dem Professor auch intellektuell gewachsen zu sein. So beginnt eine leidenschaftliche Affaire, bei der Kepeshs Schöngeist in gutem Einklang mit Consuelas jugendlicher Erscheinung zu stehen scheint. Sie himmelt ihn an wegen seiner Weisheit und er betet sie an wegen ihrer Schönheit.
Kepeshs alter Freund George (Dennis Hopper), welcher selbst ein angesehner Dichter ist, versucht ihn dabei wieder auf den Teppich der Tatsachen zurückzubringen und ihm eine langfristige Beziehung mit Consuela auszureden. Doch obwohl Kepesh bereits von Eifersucht geplagt wird, schafft er es nicht, sich von ihr loszulösen.
So geht es über ein Jahr bis Kepeshs Fantasien von Verrat und Betrug die beiden auseinander bringen. Am Boden zerstört versucht Kepesh, sein Leben wieder auf die Reihe zu bringen. Dass im gleichen Moment sein aus seiner Sicht ach so perfekter Sohn (Peter Sarsgaard) zu ihm kommt, weil er Gewissensbisse wegen einer Affaire hat, berührt ihn herzlich wenig.
Als Jahre später, Kepesh hat sich wieder zurechtgefunden, eine Nachricht von Consuela auf seinem Anrufbeantworter ist, kommen alte Erinnerungen auf. Consuela will ihn sehen, und zwar möglichst sofort...
Kinofilm-Rating
Elegy ist eine Verfilmung basierend auf Philip Roths Roman Roman The Dying Animal aus dem Jahre 2001. Der Film dürfte den Nerv all jener treffen, die sich entweder in Kepeshs Liga befinden (eher nicht so viele) oder derjenigen von Consuela (eher noch weniger). Nichtsdestotrotz stimmt die Chemie der Protagonisten diesmal, im Gegensatz zur anderen Roth-Verfilmung The Human Stain mit Anthony Hopkins und Nicole Kidman.
In Elegy geht es ums Alter, um die Selbstbestätigung und um das Übergebildetsein. Dennis Hopper als George bringt es sehr deutlich auf den Punkt, wenn er zu Kepesh sagt: "Stop worrying about growing old and think about growing up." Kepesh hat stehts die richtigen, weisen Anworten im Umgang mit Consuela und er schweigt, wenn er schweigen muss. Und trotzdem ist er überfordert mit der Frage, ob er mit Consuela nun eine langfristige Beziehung planen soll, was mit einem Altersunterschied von rund 30 Jahren doch recht eigennützig wäre.
Kingsley und Cruz geben einen sehr authentischen und ausgeglichenen Eindruck und legen eine reife Performance ab, und auch Hopper spielt mit seinen trockenen Kommentaren exzellent. Einen gelungen Subplot liefert Peter Sarsgaard als Sohnemann, welcher seinem Vater bis heute den Rückzug aus der Familie nicht verziehen hat.
Leider sackt der Film gegen Schluss zusammen, Consuelas Rückkehr ist untertrieben gesagt ziemlich unoriginell, und die darauf folgenden Reaktionen rufen ein paar Kopfkratzer hervor. Dennoch gibt der Film einen Eindruck einer nicht uninteressanten Thematik, eine dezent gestreute Prise Humor lockert ab und zu auf, und die brillianten Leistungen der Akteure geben dem Streifen eine solide Basis.
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4.0 Sterne (19 Bewertungen) | 1 Kommentar



