The Edge of Love (2008)
Edge of Love - Was von der Liebe bleibt
The Edge of Love (2008) Edge of Love - Was von der Liebe bleibt
Oder: Zu Bett allein, was kann das schon sein...
Mitten im zweiten Weltkrieg. Vera Phillips (Keira Knightley) tritt als Sängerin in der U-Bahn auf und unterhält so die verängstigte Bevölkerung, welche unterirdisch Schutz vor den fallenden Bomben sucht. So trifft sie auch wieder auf ihre alte Jugendliebe Dylan Thomas (Matthew Rhys). Der Dichter arbeitet inzwischen für die Regierung als Kommentator der Propaganda Filme und ist kein Kind von Traurigkeit. Was Vera nämlich nicht weiss: Dylan ist schon länger mit Caitlin MacNamara (Sienna Miller) verheiratet und führt mit ihr eine stürmische Beziehung. Eine Tatsache, welche ihn jedoch nicht davon abhält, Vera ebenfalls zu sich ins Bett zu holen. Trotz Rivalitäten um Dylan freunden sich die beiden Frauen sogar an.
Eine Weile funktioniert das Dreiergespann auch ganz gut, bis der Soldat William Killick (Cillian Murphy) ins Spiel kommt, der sich Hals über Kopf in Vera verguckt hat. Zu Beginn weist ihn Vera jedoch ab und lässt den entschlossenen Soldaten erstmals zappeln. Schliesslich gibt sie dann doch nach und heiratet den Soldaten - sehr zum Leidwesen von Dylan. Das Glück zu viert dauert jedoch nicht lange, denn schon bald wird William eingezogen und Dylan, Vera und Caitlin ziehen aufs Land. Wird Veras Beziehung mit William die vorläufige Trennung bestehen? Denn noch immer will Dylan seine Vera nicht loslassen, und diese ist ebenfalls nicht abgeneigt...
DVD-Rating
The Edge of Love basiert zum Teil auf D. N. Thomas' Buch "A Farm, Two Mansions and a Bungalow", welches auch die Geschichte vom Dichter Dylan Thomas erzählt. Allerdings ist der Film primär ein erfundenes Drama, welches sich auf vier völlig verschiedene und ebenso fehlerhafte, aber auch sehr menschliche Figuren stützt und damit eine Achterbahn der Gefühle erzählt, die von tiefster Verzweiflung bis zu absolutem Glück reicht.
Rückblickend bleiben von The Edge of Love zwei Sachen hängen: Regisseur John Maybury wie auch Kameramann Jonathan Freeman bieten ein Kunstwerk in Sachen Inszenierung, grossartige Collagen und Bilder, die wirklich faszinieren und auch fesseln können. Oft wird dies so auf die Spitze getrieben, dass es schon beinahe surreale Qualitäten erreicht und so in Kombination mit dem düsteren und klaustrophobischen London sowie dem ländlichen Wales eine starke visuelle Spannung in den Film hineinbringt. Der zweite Punkt ist der Cast. Hier haben sich wirklich vier Menschen zusammengefunden, welche ihre Figuren glaubhaft verkörpern und so die nahen und intimen Momente genau so intensiv gestalten, wie später den allgemeinen Zerfall der Gemeinschaft. Allerdings wird auch deutlich, dass Keira Knightley bereits in ihrem Muster von The Duchess und Atonement festgefahren ist, denn schauspielerisch bietet sie etwa das Gleiche wie in diesen Filmen, nur funktioniert hier ihr überzeichnetes Schauspiel auch nicht immer.
Natürlich kommt auch The Edge of Love nicht ohne ein Aber aus, und dies ist hier leider ein sehr grosses. Wenn man das Ganze mit Pride & Prejudice oder Atonement vergleicht, wird überdeutlich, dass bei The Edge of Love schlichtweg zu wenig Fleisch am Knochen ist, um das Ganze wirklich interessant zu gestalten. Die Handlung ist zwar visuell sehr stark inszeniert - inhaltlich, überraschungs- oder spannungstechnisch wird hingegen wenig geboten, und so dümpelt die Sache auch stark vor sich hin. Man beobachtet zwar, wie sich der flotte Vierer langsam entwickelt, doch wer sich mit solchen Filmen etwas auskennt, wird die Handlung vorausschreiben können, und selbst wenn es dramaturgisch sauber aufgereiht ist, so gibt es enttäuschend wenig Überraschungen und letztendlich auch einen unspektakulären Schluss.
Fazit: The Edge of Love besticht mit einer grossartigen Inszenierung und ebensolchen Schauspielern. Surreale Bilder und eine sehr intensiv gespielte Dreiecksbeziehung machen den Film sehenswert, und da verzeiht man auch das eine oder andere übertriebene Schauspiel. Ansonsten bietet The Edge of Love allerdings kaum mehr als die gewohnte Routine. Überraschungen bleiben aus, und da sich die Handlung auch sehr voraussehbar entwickelt, hinterlässt The Edge of Love auch nur bedingt begeisterte Zuschauer.
Die DVD bietet den Film in einer sehr sauberen Qualität, die es auch ermöglicht, mit dem satten Ton den Film sehr zu geniessen. Das Bonusmaterial setzt sich aus den üblichen Verdächtigen zusammen: verhauene Szenen, Audiokommentar, Trailer und ein kurzes Making-of. Alles in allem solides Material; kurze Info über den Film und ein paar Interviews runden das Paket ab. An sich OK und bei einem solchen Film auch nicht weiter verwunderlich.
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3.9 Sterne (10 Bewertungen) | 0 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 26.02.2010
- Bildformat: Widescreen 1.85:1 (Anamorph)
- Sprachen: Deutsch (DD 5.1); Englisch (DD 5.1); Deutsch (DTS 5.1)
- Untertitel: Deutsch
- Extras: Originaltrailer; Making Of; Audiokommentare; geschnittene Szenen



