Easy Virtue (2008)

Easy Virtue (2008)

Oder: Langsames Ersticken...

Easy Virtue

Australia 2 - Die Rückkehr

Bei Larita (Jessica Biel) und John (Ben Barnes) ist es Liebe auf den ersten Blick. Hals über Kopf heiraten die beiden. Der junge Brite kann es kaum erwarten, seine frisch angetraute Ehefrau seiner Familie vorzustellen. Doch bereits bei der Ankunft spalten sich die Geister. John's Mutter (Kristin Scott Thomas) begegnet der hübschen Schwiegertochter auf äusserst unterkühlte und leicht degoutierte Art. Denn Larita entspricht so gar nicht Mrs. Whittakers Vorstellungen: Sie hat blondiertes Haar, raucht, zieht die Aufmerksamkeit des Umfeldes (vor allem des männlichen) auf sich- und überhaupt: Sie ist Amerikanerin. Wie konnte ihr geliebter und wohlerzogener Junge sich nur in so eine Frau verlieben...

Easy Virtue

3-Wetter-Taft

Larita versucht Mutter Whittaker für sich zu gewinnen aber diese will davon partout nichts wissen. Die junge Frau begeht ungewollt einen Fauxpas nach dem anderen und als dann noch ein Geheimnis in Erfahrung gebracht wird, ist dies ein gefundenes Fressen. Mrs. Whittaker versucht mit allen Mitteln, die ungewünschte Person loszuwerden. Aber so leicht lässt sich Larita nicht runterkriegen. Welche der beiden Frauen wird den Sieg davontragen?


DVD-Rating

Wenn man den Trailer betrachtet, könnte man durchaus hoffen, dass bei Easy Virtue eine kurzweilige und peppige Komödie geboten würde, in der eine steife britische Familie mit den Eskapaden einer Amerikanerin auskommen und darunter leiden muss. Punkte, die sicher stellenweise zutreffen, doch grösstenteils ist Easy Virtue so, wie diese Art von Filme immer sind. Ob jetzt The Other Boleyn Girl, Atonement, Brideshead Revisited oder Pride & Prejudice - meistens sind sie sehr farbig und spektakulär inszeniert, bieten teilweise sogar einen guten Cast oder eine ordentliche Geschichte - doch alle drehen sich um Intrigen, das Aufrechterhalten einer Fassade und kommen auch entsprechend steif und berechenbar daher.

Easy Virtue verläuft genau nach demselben Schema: Eine graue Eminenz hält im Hintergrund die Fäden zusammen, versucht, die Familie bei Leine zu halten und kommt überhaupt nicht mit dem Neuankömmling aus. Doch was durchaus eine nette Komödie abgegeben hätte, entpuppt sich als genauso träge wie auch zahnlose Sache. Jessica Biel muss sich mit einem Ehemann herumschlagen, der so naiv wie kindlich ist, die Familie besteht nur aus Schablonen. Und Kristin Scott Thomas lebt regelrecht nach dem Motto "I don't feel like smiling - you're british, fake it": Alles an ihrem Schauspiel wirkt absolut künstlich, und so verteilen sich die Sympathien recht schnell - nämlich zu Jessica Biel.

Von der Handlung her verläuft so ziemlich alles nach Schema F: Sohn kehrt mit neuer Frau nach Hause zurück, diese verträgt sich nicht mit der Mutter, und schon entbrennt ein Kleinkrieg, in der die Mutter die neue Schwiegertochter wegekeln will. So weit, so gut, doch von der erfolgreichen und wilden Rennfahrerin merkt man zu lange nichts. Der offensichtlich zu junge Ehemann schlendert lieber ziellos durchs Leben und lässt sich von seiner Mutter beeinflussen und steuern. So kommt die Geschichte nicht in Schwung, Jessica Biel wird regelrecht erdrückt und kann sich nur in wenigen Szenen wirklich entfalten und ihren Pepp zeigen. Wenigstens bringt Easy Virtue am Ende doch noch ein gelungnes - weil realistisches - Ende zustande.

Fazit: Easy Virtue ist einer der Filme, die im Trailer kurzweilig und peppig daherkommen, sich in voller Länge aber als sehr träge, behäbig und enttäuschend herausstellen. Die Handlung konzentriert sich primär auf einen Ort, die Dramatik baut vor allem auf das sehr langfädige Duell zwischen Mutter und Schwiegertochter, doch das reicht kaum aus, um über die ganze Laufzeit zu unterhalten. Wer sich an Filmen wie Brideshead Revisited noch nicht sattgesehen hat, findet hier sicher solide und sehr farbig inszenierte Unterhaltung, zwischendurch auch mit gelungenen Szenen. Wer allerdings schon mehrere Filme dieser Art gesehen hat, wird hier kaum Überraschungen oder mehr als Routine finden.

Die DVD bietet solide Bildqualität, wirkt zwischendurch eher unscharf. Der Ton ist allerdings satt und klar. Das Bonusmaterial beschränkt sich auf den üblichen Trailer und B-Roll-Aufnahmen, die während der Dreharbeiten gemacht wurden.

3.8 Sterne 3.2 Sterne
3.8 Sterne (18 Bewertungen) | 0 Kommentare

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22.11.2010 / faz (Inhalt), db (Rating)


DVD-Infos

DVD erschienen am 25.11.2010

  • Bildformat: Widescreen 2.35:1(Anamorph)
  • Sprachen: Englisch (DD 5.1); Deutsch (DD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Extras: Trailer; B-Roll