Eagle Eye (2008)

Eagle Eye - Ausser Kontrolle

Eagle Eye (2008) Eagle Eye - Ausser Kontrolle

Oder: Schön, dass wir wenigstens noch einige Geheimnisse halten können.

Eagle Eye

Auf der Flucht

Jerry Shaw (Shia LaBeouf) hat einen Zwillingsbruder. Der konnte alles früher, machte Karriere beim Militär, hat den Respekt seines Vaters und war ein feiner Kerl. Das alles ist Jerry nicht. Er dümpelt in einem Copyshop an der Theke rum, hat selten Geld und mit dem Vater spricht er eh fast nie. Nun ist sein Bruder tot. Getötet bei einem Verkehrsunfall. Die Beerdigung steht an, die Konfronation mit dem Vater ist unausweichlich und wenn der Tag nicht schon scheisse genug wäre, werden Pakete mit Waffen in Jerrys Wohnung geschickt und sein Bankkonto hat auf einmal jede Menge Kohle drauf. Da klingelt das Telefon und eine Frauenstimme warnt ihn vor dem anstürmenden FBI und das er genau dreissig Sekunden habe, um zu fliehen.

Gleichzeitig schickt die alleinerziehende Mutter Rachel (Michelle Monaghan) ihren kleinen Sohn auf eine grosse Reise. Der Junge soll in Washington vor dem Präsidenten spielen und Mutti macht sich Sorgen über alles mögliche. Als bei einem Barbesuch am Abend mit Kolleginnen ihr Telefon klingelt und eine Frauenstimme ihr klar macht, dass sie ihren Kleinen nicht mehr lebend sehen würde, sofern sie nicht kooperiert, fängt auch ihr Leben an, eine dramatische Wendung zu nehmen.

Eagle Eye

Jetzt nur noch abdrücken

Rachel trifft auf Jerry. Beide werden von der Frauenstimme am Telefon durch die Stadt gejagt. Er steht unter Verdacht ein Terrorist zu sein und ihr wächst das ewige Rennen und Fliehen über den Kopf. Ihnen auf den Fersen ist der Old-School-Agent Thomas Morgan (Billy Bob Thornton), der nicht glauben kann, dass diese beiden Anfänger tatsächlich eine Bedrohung für die nationale Sicherheit sein können. Als diese aber einen geheimen Koffer klauen und er selber zusammen mit der Agentin Perez (Rosario Dawson) ein geheimes Projekt beim FBI kennen lernen, weiss Morgan, dass sehr wohl die Sicherheit des ganzen Landes auf dem Spiel steht.


DVD-Rating

Als im Jahre 1958 der Autor Isaac Asimov seine Kurzgeschichte All the Troubles of the World verfasste, war das damals skizzierte Szenario ein wildes Produkt seiner Fantasie. Inzwischen wurde die Fiktion nicht nur durch die Realität eingeholt, die stetige Präsenz von High-Tech wurde auch in Filmen aufgegriffen und hat unter anderem bei Die Hard 4, Pulse oder Enemy of the State gute Vorlagen für rasante Thriller geboten. Produzent Steven Spielberg hat dieses Potential auch in Asimovs Geschichte erkannt und liess ein Drehbuch verfassen, welches lose auf diesem Konzept basierte.

Eagle Eye beginnt mit der Etablierung eines Nobodies, der in seinem Leben kaum etwas erreicht hat. Dies ermöglicht einen kurzweiligen Start, denn zum einen spielt Shia LaBeouf die unfähige Null sehr authentisch und zum anderen ist es äusserst amüsant, wenn er von der Situation völlig überfordert wird. Seiner ebenfalls nicht ganz freiwilligen Mitstreiterin Michelle Monaghan geht es dabei nicht anders, doch im Gegensatz zu anderen Filmen, findet hier kaum eine Teambildung statt. Deshalb fehlt dem Film auch eine charismatische Leitfigur, denn weder LaBeouf noch die eher ausdrucksarme Monaghan können den Film tragen, geschweige denn irgendwelche Sympathiepunkte sammeln.

Als Film kombiniert Eagle Eye geschickt die heute gängigen, modernen Technologien mit einem hitzigen Postenlauf im Stil von Stirb langsam 3 und mischt noch etwas FBI-Routine hinein. Dies und die unbekannte Drohung in Form der allgegenwärtigen, kühlen Stimme am Telefon, ergeben einen sehr abwechslungsreichen Thriller der mit regelmässigen Actioneinlagen gut bei Laune hält. Allerdings übernimmt sich Caruso dabei regelmässig selbst und wirkt in den spektakulären Actionszenen überfordert. Durch die chaotische Kameraführung sowie den ungünstigen Schnitt geht regelmässig die Übersicht verloren. Zudem ist offensichtlich, dass hier klar die Inszenierung wichtiger war, als die technische Korrektheit, denn auch wenn heute Computer einiges können, was Caruso hier bietet, ist es stellenweise nicht nur gesucht sondern auch unmöglich.

Fazit: Auch wenn Eagle Eye den Realismus von Passwort: Swordfish hat und technisch genau so glaubwürdig ist, wie ein bekannter Wahrsager aus dem TV, wird fürs Auge ein rasanter Actionthriller geboten, der kaum Zeit gibt, das Gesagte zu überdenken, weshalb Eagle Eye auch ganz gut funktioniert. Dennoch für sehr kurzweilige 100 Minuten sicher geeignet.

Die DVD bietet den Film in einer soliden Qualität. Am besten überzeugt der Sound, der nicht nur gut mit dem Surround arbeitet, sondern es auch mit dem Bass richtig krachen lässt. Das Bonusmaterial bewegt sich im Minimum-Bereich und bietet neben einigen entfallenen Szenen lediglich eine sehr kurze und nichts sagende On-Set-Dokumentation. Noch etwas in eigener Sache: Wie seit neustem üblich, wird das DVD-Cover auch hier vom FSK-Logo dekoriert und ein Wendecover nicht geboten.

3.9 Sterne 3.2 Sterne
3.9 Sterne (98 Bewertungen) | 3 Kommentare

3.53.5
03.04.2009 / muri (Inhalt), db (Rating)


DVD-Infos

DVD erschienen am 27.03.2009

  • Bildformat: Widescreen 2.40:1 (Anamorph)
  • Sprachen: Englisch (DD 5.1); Deutsch (DD 5.1); Türkisch (DD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch; Englisch; Türkisch
  • Extras: Entfernte Szenen; Road Trip: Am Drehort mit Darstellern und Crew