Dying Breed (2008)

Dying Breed (2008)

Oder: Touristen sind die besten Snacks

Das sieht nicht gut aus...

Das sieht nicht gut aus...

Als Nina (Mirrah Foulkes) vor acht Jahren ihre Schwester verlor, brach für sie eine Welt zusammen. Diese ist in Tasmanien, einer Insel vor Australien, auf der Suche nach dem Tasmanischen Tiger verschwunden und erst viel später als aufgedunsene und schrecklich entstellte Wasserleiche wieder aufgetaucht. Nur einige Fotos und vage Informationen geben Hinweise darauf, was mit ihr geschehen ist. Nina hat sich in den Kopf gesetzt, die Arbeit ihrer Schwester zu beenden und endlich zu beweisen, dass es den Tasmanischen Tiger - hundert Jahre nach seiner geglaubten Ausrottung - immer noch gibt und sie nicht umsonst gestorben ist.

... ja genau den meine ich.

... ja genau den meine ich.

Allerdings stellt sich die Suche nach einem Geldgeber als äusserst schwierig heraus, denn die Legende wird mehr belächelt als ernst genommen. Schliesslich finden Nina und ihr Freund Matt (Leigh Whannell) das Geld bei Matts Kumpel Jack (Nathan Phillips), der sie aber auch zusammen mit seiner Freundin auf ihrer Expedition begleiten will. So machen sie sich in die beinahe unerforschte Wildnis Tasmaniens auf, um den Spuren ihrer Schwester zu folgen. Dabei treffen sie auf eine kleine Gruppe degenerierter Hinterwäldler, welche mit starkem Argwohn die Touristen dabei beobachten, wie sie nach dem sagenumwobenen Tiger suchen. Doch bald stellt sich heraus, dass die Sippe ein schreckliches Geheimnis verbirgt, das die vier Freunde bald in tödliche Gefahr bringt...


Blu-ray-Rating

Wer sich in der Geschichte etwas auskennt, der weiss, dass es bis 1868 gang und gäbe war, selbst für kleinste Vergehen kurzerhand von England nach Australien in die Strafkolonie geschickt zu werden. Der australische Horrorstreifen Dying Breed, der gleichzeitig auch das Kinodebüt von Regisseur Jody Dwyer ist, baut auf diesem Strafkoloniebackground auf und kombiniert dies mit den vielen Personen, die jährlich in Tasmanien spurlos verschwinden. Das Resulat ist ein Film mit bekannten Elementen, aber auch viel Atmosphäre und Realismus.

Natürlich ist Realismus in Bezug auf Horror immer ein etwas dehnbarer Begriff, doch in diesem Falle ist es durchaus treffend. Dwyer hat nämlich nicht nur sein Szenario gut ausgearbeitet, er hat auch die Heerscharen pickeliger Teenies weggelassen und die Hauptrollen mit fähigen Schauspielern besetzt. Allerdings kommen sie auch hier nicht um Schablonenfiguren herum, und so strapazieren bald die überflüssige Tussie (Melanie Vallejo), der laute Obermacho (Nathan Phillips) sowie die weinerliche Memme (Leigh Whannell) die Nerven des Zuschauers. Einzig Mirrah Foulkes als Nina überzeugt durchs Band und gibt dem Film einen guten Anker.

Von der Kameraarbeit her bleibt Dying Breed zu Beginn lange ein eher ruhiger Film, der es vorzieht, mit stillen Aufnahmen eine unheimliche Atmosphäre zu kreieren. Dies gelingt ihm auch mit schon beinahe dokumentarischen Aufnahmen von unberührter Natur, verfallenen und dreckigen Orten, die alle zur Etablierung des Gefühls von Isolation und düsterer Drohung beitragen. So nimmt sich Dying Breed auch bis etwa in die Mitte des Filmes Zeit, die Hauptdarsteller und die merkwürdigen Hinterwäldler vorzustellen, um dann die Brutalitätsschraube rapide anzuziehen. Ein übertriebenes Gemetzel wird es jedoch nie, sondern eher das Portrait einer wahnsinnigen Familie mit gut ausgewählten Schauspielen, gutem Handlungsbogen und starken Bildern.

Fazit: Dying Breed ist für einen Debütfilm nicht nur ein sehr gut gemachter, sondern auch ein sehr atmosphärischer Thriller mit einem guten Szenario geworden, der geschickt mit den Erwartungen der Zuschauer spielt und dann genau in eine andere Richtung geht. Thematisch präsentiert er aber lediglich Altbewährtes aus Hills Have Eyes oder Wrong Turn in einem erwas realistischeren Kleid, was zu Beginn etwas träge daherkommt, am Ende dann aber doch zu einem unerwarteten und auch sehr gelungenen Finale führt. Wer sich an kannibalischen Hinterwäldlern noch nicht sattgesehen hat und sich auch mit etwas sanften Tönen anfreunden kann, ist hier gut aufgehoben.

Die Blu-Ray-Disc hat grossartige Bild und Tonqualität, welche sehr gut mit dem Surround arbeitet. Das Bonusmaterial ist ein Making-of, das umfassend die Vorbereitungen und auch die Dreharbeiten unter schlimmsten Bedingungen beleuchtet. Audiokommentare, entfallene Szenen sowie Interviews runden das Paket ab. Die Blu-Ray-Disc ist zudem mit einem Wendecover ausgestattet.


OutNow.CH:

Bewertung: 3.53.5

 

03.05.2009 / db

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