Definitely, Maybe (2008)

Vielleicht, vielleicht auch nicht

Definitely, Maybe (2008) Vielleicht, vielleicht auch nicht

Oder: Wer ischs Mami?

Definitely, Maybe

"Dä Globi gad uf Mexico, so luschtig!"

Erfolgreich, sexy, ambitioniert. Will Hayes (Ryan Reynolds), ein Mittdreissiger in Manhattan, hat vieles, was ihn beim anderen Geschlecht unwiderstehlich macht und doch sitzt er nun in seinem Büro und starrt seine Scheidungspapiere an. Seine baldige Ex-Frau hat schon unterschrieben, es fehlt nur noch die Signatur von Will. Doch zuerst wird er das tun, worauf er sich den ganzen Tag gefreut hat: Er holt seine 10-jährige Tochter Maya (Abigail Breslin) aus der Schule ab, in der ein grosser Tumult herrscht. Die Kleinen wurden zum ersten Mal aufgeklärt (!), was natürlich zu vielen Fragen an die Erwachsenen führt. So möchte die aufgeweckte Maya endlich die wirkliche Geschichte von der Liebe zwischen ihren Eltern hinter dem "und sie trafen sich und liebten sich und das Resultat bin ich"-Gesäusel hören, denn sie kann nicht verstehen, wie sich Gefühle wie Zuneigung und Verständnis plötzlich auflösen und in einer Scheidung enden können.

Definitely, Maybe

"Du hast als erstes gelacht, Loooooser!"

So beginnt Will seine Geschichte zu erzählen: Als junger Uni-Absolvent aus Madison, Wisconsin verlässt er seine Freundin Emily (Elizabeth Banks), um mit grossen Idealen und noch grösseren Ambitionen nach New York zu kommen und seinen demokratischen Präsidentschaftskandidaten tatkräftig zu unterstützen. Die College-Liebe Emily warnt Will, dass die grosse Stadt ihn verändern wird, doch seine politischen Ambitionen sind ihm schliesslich wichtiger. Kann die räumliche Trennung ihre Liebe aufrechterhalten? Gleichzeitig trifft er im Wahlkampfbüro nicht nur auf Berge von Klopapier, für deren Verteilung er als Neuling neben dem Kaffee holen sorgen muss, sondern auch auf das unpolitische Kopiermädchen April (Isla Fisher), die nur für die Demokraten arbeitet, weil es besser bezahlt ist als Babysitting. Könnte es etwa am Arbeitsplatz zwischen den Beiden, die gemäss April wie Katz und Maus, wie Schmirgelpapier und der Po zusammenpassen, doch gefunkt haben?

Und schliesslich wäre da noch die ehemalige Austauschbekanntschaft von Emily, Summer (Rachel Weisz), der Will eigentlich nur ein Paket von Emily vorbeibringen soll, aber emotional doch länger bei ihr verweilt, nicht nur weil ihre Hornbrille und ihre Frisur genau sein Typ sind. Lief da vielleicht sogar mehr?

Die kleine Maya wird herausbekommen, wer in der Geschichte ihre Mutter ist, doch ist sie sich bewusst, dass ihr romantisiertes Bild der Liebe vielleicht, vielleicht auch nicht, auf den Boden der Tatsachen trifft?


DVD-Rating

Die Actionphase hat Ryan Reynolds nach Filmen wie Blade: Trinity oder Smokin Aces scheinbar vorübergehend abgeschlossen. Schon im sehr guten The Nines hat sich der Mann den Bart abrasiert und kam uns mit glattem Gesicht entgegen. Definitely Maybe stellt allerdings einen Film dar, durch den sich der sympathische Schauspieler richtiggehend kämpfen muss, ohne schlussendlich den verdienten Lohn einzufahren.

Knapp über 30'000 Zuschauer konnte Definitely Maybe in der Schweiz ins Kino locken. Die Geschichte in der Geschichte, in der ein Vati seiner kleinen und niedlichen Tochter eine Story über drei Frauen erzählt, die er im Lauf seines Lebens kennen und liebengelernt hat, kommt nur schwer auf Touren. Auch wenn der Twist (eine der Damen ist die Mutti der Kleinen) auf ein bisschen Verwirrung aus ist, so ist die finale Auflösung schon bald kein Mysterium mehr und der Film plätschert ohne grosse Höhepunkte gegen sein Ende hin.

Das Trumpf-Ass des Films ist die kleine Abigail Breslin (Nims Island, Little Miss Sunshine), die mit ihren grossen Augen und dem süssen Lächeln ihre Filmpartner an die Wand spielt. Auch Kevin Kline hat sich eine lustige Rolle geschnappt, die mehrmals zum mitgrinsen einlädt. Der Rest des Casts, leider auch die Damenwelt, macht einen recht unspektakulären und durchschnittlichen Eindruck.

Fazit: Ryan Reynolds mag ein akzeptabler Schauspieler sein und mit Rachel Weisz (The Mummy returns) und Isla Fisher (Wedding Crashers) hätte aus dem Film durchaus was werden können. Jedoch wird dem Zuschauer ausser durchschnittlichem Humor und einigen romantisch angehauchten Szenen nicht viel geboten. Durchschnittsware, mehr ist aus dem Film nicht geworden.

Als Bonusmaterial wurden ein paar zusätzliche Szenen, ein kurzes Making-Of und ein Blick hinter die Kulissen im Bezug auf die Ausstattung auf die DVD gepresst. Vor allem das Letztere ist recht anständig geworden, wenn die Kulissen immer wieder an die verschiedenen Zeiten, in denen der Film spielt, angepasst werden müssen. Witzig.

Technisch gibts allerdings nichts an der DVD zu rütteln. Der Ton kommt in allen Sprachfassungen deutlich und klar durch die Boxen, die Untertitel sind zahlreich und das Bild vermittelt einen schön bunten und sauber transferierten Film. Daumen hoch in dieser Sektion.

3.8 Sterne 4.2 Sterne
3.8 Sterne (40 Bewertungen) | 0 Kommentare

3.0 Sterne3 von 0.0-6.0
21.08.2008 / hut (Inhalt), muri (Rating)


DVD-Infos

DVD erschienen am 14.08.2008

  • Bildformat: 2.35:1 (anamorph Widescreen)
  • Sprachen: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1), Spanisch (DD 5.1), Polnisch (DD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch, Englisch, Kroatisch, Spanisch, Finnisch, Türkisch, etc.
  • Extras: Geschnittene Szenen, Audiokommentar, Die Geschichte im Wandel der Zeit, Die Entstehung