Defiance (2008)

Unbeugsam

Defiance (2008) Unbeugsam

Oder: 007 macht Ernst

Keine Walther PPK

Keine Walther PPK

Wir schreiben das Jahr 1941. Die Nazis sind in Osteuropa unterwegs, um Juden zu jagen und zu töten. So auch die Eltern der Gebrüder Bielski. Zus (Liev Schreiber) flüchtet mit dem jungen Asael (Jamie Bell) in die Wälder und kurz darauf stösst auch der Älteste der Brüder, Tuvia (Daniel Craig) dazu. Dort, geschützt von Bäumen und Blättern, beginnen die Drei für die ebenfalls geflüchteten Landsleute zu sorgen. Essen wird geklaut, eine Gemeinschaft gebildet und zusammen den wirren Zeiten getrotzt.

Immer auf der Lauer

Immer auf der Lauer

Als Tuvia die Mörder seiner Eltern hinrichtet und die Brüder selber gegen die deutschen Eindringlinge vorgehen wollen, artet die Konfrontation zwischen Tuvia und Zus aus. Keiner will den anderen als Alphatier der Gruppe akzeptieren und das hat zur Folge, das Zus das Camp verlässt, um einer Gruppe Sowjetrussen beizutreten, die sich aktiv gegen den deutschen Einmarsch zu Wehr setzen. Tuvia auf der anderen Seite ist das Wohl seiner Gruppe und den immer zahlreicher werdenden Flüchtlinge zu wichtig. Sofern sie ihn als Anführer der Gruppe akzeptieren.

Der kalte Winter naht und die Flüchtlinge erfahren, dass die Deutschen einen Angriff auf das Camp planen. Das heisst für die Gruppe einmal mehr, im Unterholz zu flüchten, sich vor den Angreifern zu verstecken und darauf zu hoffen, dass irgendjemand diesem Wahnsinn ein Ende setzt. Ob der von seinem Bruder verstossene Zus mit seiner Kampftruppe helfen kann?


Film-Rating

Dass Daniel Craig ein toller Schauspieler ist, haben wir natürlich schon lange vor seinen Auftritten als James Bond in Casino Royale oder Munich gewusst. Schön, dass er sich nun nach dem Erfolg als britischer Geheimagent nicht nehmen lässt, in schauspielerisch herausfordernden und interessanten Filmen seinen Mann zu stehen. In Defiance passt das optimal.

Basierend auf einer wahren Begebenheit (damals wurden über 1000 jüdische Flüchtlinge gerettet), nimmt uns Defiance in eine Zeit mit, in der ein gebeuteltes Volk grausam zu leiden hatte. Wir lernen drei Brüder kennen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Daniel Craig als anfänglicher Heissporn mit anschliessender Sinneswandlung ist natürlich das bekannteste Gesicht. Und trotzdem stehen ihm Liev Schreiber (macht bald in X-Men Origins: Wolverine Hugh Jackman Feuer unterm Hintern) und Jamie Bell (Jumper) als gleichberechtigte Charaktere zur Seite.

Die Geschichte ist spannend und tragisch zugleicht. Leider kommt Defiance nicht ganz darum herum, die Actionschiene ein bisschen zu aufwändig zu fahren und auch Daniel Craig kriegt den 007 nicht ganz aus seinem Repertoire. Dafür gehen die Schicksale und die Reibereien der Gemeinschaft ans Herz und zeigen ein weiteres, böses Gesicht des Zeitalters, das immer gerne für dramatische Filme benutzt wird. Die jüdischen Figuren sind realistisch und sympathisch gespielt. Sie helfen der Geschichte, an Glaubwürdigkeit zu gewinnen und lassen den Zuschauer tief beeindruckt zurück.

Fazit: Defiance ist ein ernster, aber toller Film geworden, der ein delikates Thema anpackt und es glaubwürdig und toll gespielt meistert. Es ist einmal mehr so ein Film geworden, über dessen wahren Inhalt man sich nach dem Abspann gerne ein bisschen mehr informiert und über das eben Gesehene diskutiert.


OutNow.CH:

Bewertung: 5.05

 

11.02.2009 / muri

Community:

Bewertung: 4.2 (49 Bewertungen)

 

 

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