Death Race (2008)
Death Race (2008)
Oder: Vollgas!
Im Jahr 2012 ist die Gesellschaft Amerikas am Boden. Die Arbeitslosenquote ist gigantisch und die Gefängnisse wurden schon vor einiger Zeit privatisiert. Kämpfe unter Gefangenen werden via Internet zum Medienspektakel, aber das scheint nicht mehr zu genügen. Heute muss es härter und brutaler sein. Death Race wird geboren.
Jensen Ames (Jason Statham) ist ein normaler Arbeiter in einer Fabrik, die grad soeben geschlossen wurde. Er hat Frau und Kind, die ihm helfen, den harten Alltag zu packen, und das Licht am Ende des Tunnels ist stetig am scheinen. Bis heute. Denn heute wird Ames' Frau in der Wohnung überfallen, während er selber unter der Dusche steht. Sie wird getötet, und ihm wird die Tat in die Schuhe geschoben. Kein Wunder, findet er sich bald in einem der grossen Gefängnisse wieder.
Dort macht er die Bekanntschaft von Chefin Hennessey (Joan Allen), welche das Death Race kontrolliert. Ames soll nun dabei mitwirken, um höhere Einschaltquoten zu erreichen, indem er in die Rolle des viermaligen Champions "Frankenstein" schlüpft. Denn wer das Rennen fünfmal gewinnt, wird freigelassen. So wird es allen erzählt und offiziell kommuniziert. Dass dem natürlich nicht so ist, wird Ames bald am eigenen Leib erfahren.
Er stellt sich dem Rennen, wird von Coach (Ian McShane) darauf vorbereitet und sieht sich einer Horde wildgewordener Gefangener in panzergesicherten und aufgemotzten Autos gegenüber. Und alle haben nur eins im Sinn: Der Gegner muss gekillt werden, wenn die Chance auf Freiheit weiterhin bestehen soll.
Kinofilm-Rating
1975 knallten in Death Race 2000 Autos in brutalster Weise über die Strassen und machten Jagd auf Fussgänger. Dass diese Idee nun wieder aufgenommen wurde, überrascht nicht. Allerdings wurde die Handlung in eines der "privatisierten" Gefängnisse verlegt. Denn dort, mit den Sträflingen als Piloten, muss man auf nichts achten, keine Verkehrsregeln befolgen und kann 105 Minuten lang Vollgas geben. Die Autos krachen, die Körperteile fliegen, und für die dummen und kantigen Sprüche wurde The Transporter, Jason Statham, engagiert.
Und die Rechnung geht überraschenderweise recht gut auf. Death Race verlangt weder Hirnaktivität des Zuschauers, noch ein stets alles hinterfragendes, zusätzliches X-Chromosom. Jawohl, Death Race ist ein Bubenfilm. Es rummst, bummst und knallt an allen Ecken und Enden, die Kamera ist teilweise verwackelt, die Autos sind aufgemotzt wie selten zuvor, und die Mädels aus dem Frauengefängnis gehören in die nächste Modelshow. Das alles stört aber den ZuschauER nicht, denn der kommt aus der Begeisterung für die Karren nicht heraus, möchte auch mal gerne so cool agieren wie Jason Statham und der bösen Joan Allen eins mitten in die Fresse hauen.
Positiv ist auch zu vermerken, dass sich die erklärenden Szenen in schönen Grenzen halten. Soll heissen, wir bekommen einen kleinen Einblick in die Psyche der Hauptfigur, ohne dass dieser jedoch zu menschlich wird. Und wenn die genretypische Hilfscrew (ein älterer Alleswisser, ein Latino und ein Nerd) unserem Helden beim Autorennen zur Seite stehen, dann stört das auch nicht gross, weil vor allem Ian McShane ein richtig Guter ist.
Fazit: Death Race ist Abbruchkino der spektakulären Art. Auch wenn bald klar ist, dass wir storylinetechnisch keine Überraschungen erwarten dürfen, so punktet der Film mit den spektaklulären Autocrashs, der fetzigen Musik dazu und einem Hauptdarsteller, der in solchen Filmen halt einfach optimal aufgehoben ist. In diesem Sinne: Startet die Motoren und versucht zu überleben.
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