Death Race (2008)
Death Race (2008)
Oder: Ok, fuck with me and we'll see who shits on the sidewalk
Im Jahr 2012 ist die Gesellschaft Amerikas am Boden. Die Arbeitslosenquote ist gigantisch und die Gefängnisse wurden schon vor einiger Zeit privatisiert. Kämpfe unter Gefangenen werden via Internet zum Medienspektakel, aber das scheint nicht mehr zu genügen. Heute muss es härter und brutaler sein. Death Race wird geboren.
Jensen Ames (Jason Statham) ist ein normaler Arbeiter in einer Fabrik, die grad soeben geschlossen wurde. Er hat Frau und Kind, die ihm helfen, den harten Alltag zu packen, und das Licht am Ende des Tunnels ist stetig am scheinen. Bis heute. Denn heute wird Ames' Frau in der Wohnung überfallen, während er selber unter der Dusche steht. Sie wird getötet, und ihm wird die Tat in die Schuhe geschoben. Kein Wunder, findet er sich bald in einem der grossen Gefängnisse wieder.
Dort macht er die Bekanntschaft von Chefin Hennessey (Joan Allen), welche das Death Race kontrolliert. Ames soll nun dabei mitwirken, um höhere Einschaltquoten zu erreichen, indem er in die Rolle des viermaligen Champions "Frankenstein" schlüpft. Denn wer das Rennen fünfmal gewinnt, wird freigelassen. So wird es allen erzählt und offiziell kommuniziert. Dass dem natürlich nicht so ist, wird Ames bald am eigenen Leib erfahren.
Er stellt sich dem Rennen, wird von Coach (Ian McShane) darauf vorbereitet und sieht sich einer Horde wildgewordener Gefangener in panzergesicherten und aufgemotzten Autos gegenüber. Und alle haben nur eins im Sinn: Der Gegner muss gekillt werden, wenn die Chance auf Freiheit weiterhin bestehen soll.
DVD-Rating
2012 - die Weltwirtschaft ist zusammengebrochen, die Gefängnisse privatisiert und ein Menschenleben ist nur soviel Wert, wie es Einschaltquoten bringt. Das ist die kaputte Welt von Death Race, in der sich die Menschen wieder den blutrünstigen Gladiatorenkämpfen zuwenden, in denen jährlich mehrere tausend Häftlinge in brutalen und tödlichen Wettkämpfen gegeneinander antreten. Wer sich etwas auskennt, der sieht schon jetzt die Schnittmuster von Battle Royale, Running Man oder dem vor kurzem erschienenen The Condemned - welche sich auch um tödliche Spiele für die blutgeilen Zuschauer drehen.
Death Race entstand unter der Regie von Paul W.S. Anderson, der schon mit Filmen wie Event Horizon bewiesen hat, dass er es versteht, einen coolen Look mit viel Spannung zu mixen. Mit der Verlagerung der Rennen in ein Gefängnis, in denen die Insassen um ihre Freiheit kämpfen müssen, entfernt sich Andersons Remake von Death Race 2000 aber deutlich vom ursprünglichen Szeario, welches sich um ein Rennen quer durch Amerika drehte. Leider wurde in Death Race auch auf die knallharte Satire des Originals verzichtet und so liefert Anderson lediglich einen geradlinigen, dreckigen Actionkracher ab, der Reality-TV grossartig mit den tödlichen Rennen mixt. Deshalb ist es auch fraglich warum der Film überhaupt noch als Remake läuft, denn Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Filmen finden sich nur wenige. Da hätte ein "inspiriert von" absolut gereicht.
Death Race ist klar ein brutaler Brachialstreifen, der ganz im Stil von Terminator 3 oder Bad Boys 2 eine packende Hochglanzmaterialschlacht liefert. Jason Statham gibt wieder einmal Vollgas, hat mit Tyrese Gibson nicht nur einen charismatischen Gegner, sondern auch mit Natalie Martinez etwas fürs Auge auf dem Beifahrersitz. Doch damit nicht genug. Es gibt auch eine Vielzahl cooler Autos, sympathische Nebencharaktere sowie all die üblichen Bonusfeatures, die ein Gefängnis mit sich bringt: Brutale Prügeleien, die üblichen Klischeegruppierungen und natürlich eine eiskalte Gefängnisdirektorin. Doch letztendlich ist der Kern von Death Race das Rennen - und dieses kann sich sehen lassen. Spektakulär wie das Pod-Race aus Episode 1, mit jeder Runde wird es härter und dank überraschenden Wendungen bleibt es bis zum Schluss spannend.
Fazit: Death Race ist genau das, was der Titel vermuten lässt: Ein linearer Bombastactionstreifen, der bis auf wenige Minuten Vollgas gibt und viele Szenen liefert, die man ohne viel darüber nachdenken, einfach geniessen soll. Dabei kombiniert er viele Explosionen mit brutalen und schlichtweg spektakulären Szenen, welche oft an die Dimension und den Realismus eines Mad Max 2 erinnern. So wird nicht nur viel Geballere serviert, sondern auch ein hoher Spannungsbogen und bis zum grossen Finale beste Actionunterhaltung. Allerdings lässt er dabei jede Satire vermissen und beschränkt sich sehr stark auf das Gefängnis. Einen besseren Einbezug der Umwelt sowie des Publikums, hätte dem Film allerdings eine viel grössere Dimension gegeben welche möglicherweise eine 5er Wertung gerechtfertigt hätte.
Die getestete DVD bietet die Extended Version, die um sechs Minuten erweitert wurde und identisch ist mit dem Unrated Cut. Die zusätzlichen Szenen setzen sich aus Actions- sowie Dialogszenen zusammen, welche die Kinofassung noch etwas abrunden und zum Teil noch intensiver gestalten. Allerdings bleibt der Brutalitätsgrad der gleiche wie in der Kinoversion. Das Bonusmaterial setzt sich aus dem obligatorischen Audiokommentar sowie Dokumentationen über die Stunts und die Entstehung des Filmes zusammen. Die Dokus bleiben allerdings die üblichen PR-Streifchen, welche süffig präsentiert werden, aber wenig Inhalt liefern. Die getestete Steelbox-Verpackung, sieht nicht nur edel aus, sondern wird auch ohne das hässliche FSK-Logo ausgeliefert.
![]()
4.2 Sterne (82 Bewertungen) | 8 Kommentare
DVD-Infos
Extended Version, erschienen am 01.10.2009
- Bildformat: Widescreen 2.35:1 (Anamorph)
- Sprachen: Deutsch (DD 5.1); Englisch (DD 5.1); Türkisch (DD 5.1)
- Untertitel: Deutsch; Englisch; Türkisch
- Extras: Lasst die Motoren an: Wie man ein Death Race macht; Hinter dem Lenkrad: Stunt-Analyse; Audiokommentar mit Regisseur Paul W. S. Anderson und Produzent Jeremy Bolt



