Dance of the Dead (2008)
Dance of the Dead (2008)
Oder: Full Zombie City - eine Stadt wo Zombies noch Rock hören!
Wir befinden uns in einer kleinen Stadt, irgendwo in Amerika. Wieder einmal steht in der Schule der grosse Abschlussball bevor, und die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren. Allerdings haben nicht alle Freude am Ball, denn es muss natürlich auch ein Partner gefunden werden, der einem dorthin begleitet, was sich für Einige als äusserst schwierig erweist. Dies trifft unter anderem auch auf den lokalen Sci-Fi-Club zu, welcher der grosse Sammelpool für die Looser der Schule ist und auf die Mädels etwa so anziehend wirkt wie eine Ladung Pfefferspray. Steven (Chandler Darby) ereilt ein ähnliches Schicksal, denn er hatte eigentlich geplant, mit Lindsey (Greyson Chadwick) zum Ball zu gehen, doch sie lässt ihn in letzter Minute fallen, da sie findet, er meine es einfach nicht ernst.
Schliesslich ist der grosse Abend gekommen und die ganze Schule ist bis auf ein paar Looser auf dem Ball. Während die einen tanzen und Mädchen abschleppen, vergnügen sich die anderen auf ihre ganz eigene Weise. Der Sci-Fi-Club zum Beispiel sucht auf dem Friedhof nach Strahlung, und Steven wird von seinem Chef genötigt, noch eine letzte Pizza auszuliefern. Doch gerade das rettet den Jungs wohl das Leben, denn aus dem nahe gelegenen Nuklearkraftwerk ist ein Giftstoff ausgetreten, der die Toten wieder auferstehen lässt. So wandelt bald der ganze Friedhof auf das friedliche Städtchen zu, wo sich alle Jugendlichen beim Abschlussball versammelt haben. Plötzlich sind die eigentlichen Looser der Schule die einzigen, welche ein riesiges Gemetzel noch aufhalten können...
Kinofilm-Rating
Wenn man die Entwicklung des Horrorgenres in den letzten Jahrzehnten betrachtet, hat es doch einige Veränderungen gegeben. Eines blieb jedoch über all die Jahre konstant, und obwohl auch sie von einigen Anpassungen nicht verschont blieben, staksen noch heute Zombies über die Leinwände dieser Welt. Dance of the Dead ist die neuste Erweiterung des Genres und dazu noch eine sehr gelungene.
Der Weg bis zum Drehstart von Dance of the Dead war ein steiniger, denn Regisseur Gregg Bishop musste zuerst das Studio überzeugen, dass er die Fähigkeiten hat, das Projekt gut abzuwickeln. Um sein Können zu beweisen, produzierte er kurzerhand mit dem Gewinn seines letzten Kurzfilmes den von den Kritikern gefeierten Film The Other Side, der dann auch einen Kinorelease erhielt. Ab da hatte Gregg Bishop vom Studio grünes Licht, und die Produktion von Dance of the Dead ging los. Dennoch, trotz seines Trainings in The Other Side wird beim Zombiegemetzel an manchen Stellen doch überdeutlich klar, dass dies erst der zweite grosse Film des Regisseurs ist. Vor allem in manchen Actionsequenzen geht wegen des schlechten Schnittes und der ungünstigen Kameraführung schlichtweg die Übersicht verloren. Glücklicherweise fallen solche Momente nur an wenigen Stellen negativ aus, grösstenteils kann man einfach den Spass geniessen.
Spass ist übrigens das grosse Stichwort, und damit kann Dance of the Dead absolut punkten. Gerade, weil das Zombiegenre so uralt ist und viele Filme einfach schlecht sind, ist Spass wichtig, denn schocken können diese wandelnden Leichen kaum noch, ausser sie sind so grossartig in Szene gesetzt wie bei 28 Days Later oder Planet Terror. Dance of the Dead packt das Gemetzel in eine Teeniekomödie hinein, schüttet viele Klischees dazu und rundet die Sache noch mit absolut stereotypen Charakteren ab. Das sind normalerweise Punkte, welche meistens negativ bei Filmen auffallen, doch Gregg Bishop hat es wirklich geschafft, diese so gut auszubalancieren, dass man nur Positives zu berichten hat. So kommt Dance of the Dead lange nicht so unterleibsgesteuert daher wie vielleicht Superbad, sondern geht beinahe liebevoll mit seinen klischeehaften Loosern um, welche sich im Sci-Fi-Club zusammengeschlossen haben und heimlich von Cheerleadern träumen. So kommt es zu ganz niedlichen Dialogen, welche nichts mit dem üblichen saublöden Gelaber zu tun haben, und erstaunlicherweise geht während der ganzen Laufzeit keine der Figuren auf die Nerven. So wird nach recht kurzer Zeit ein Ensemble zusammengestellt, für das man sich auch interessiert, und wenn dann noch der Dorframbo dazu stösst, der in seiner Garage ein richtiges Waffenlager aufgebaut hat, ist das amüsante Grüppchen perfekt.
Die Story von Dance of the Dead kann natürlich höchstens als symbolisch bezeichnet werden. Selbst der Grund, weshalb die Zombies überhaupt wieder auferstehen, wird nur sehr fadenscheinig erklärt. Das ist auch nicht die Stärke an Dance of the Dead, sondern eher die vielen amüsanten Einzelsequenzen, welche sich zu einem guten Mix aus Spass, Blut und etwas Spannung zusammenschliessen, welcher die ganze Laufzeit über sehr gut unterhält. Dabei versucht Gregg Bishop sogar etwas Innovation hinein zu bringen. Plötzlich mögen die Zombies Rockmusik, lieben sich auch noch nach dem Tod und können sogar Auto fahren. Solche Neuerungen bringen einen dringend nötigen frischen Wind in das Genre, überraschen äusserst positiv und ermöglichen auch ganz amüsante Szenen. So kann man über einige Logiklücken hinwegsehen und damit leben, dass das Ende doch sehr offen ausfällt.
Fazit: Gregg Bishop hat es geschafft, mit Dance of the Dead einen erfrischend unverbrauchten Zombieschnetzler abzuliefern, der äusserst sympathisch daherkommt, während der ganzen Laufzeit sehr gut unterhält und so auch seine Storymängel und Logiklücken kaschiert. Dank der durchaus ordentlichen Leistungen der Schauspieler, übertriebenen, aber sympathischen Figuren und vielen amüsanten Details kann Dance of the Dead punkten und durchaus überzeugen. Er ist jedem zu empfehlen, der sich gerne wieder einmal an einer Horrorkomödie erfreuen will.
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