Cloverfield (2008)
Cloverfield (2008)
Oder: Wie lange hält eigentlich eine Batterie?
Rob (Michael Stahl-David) hat einen Job als Vizepräsident einer Firma in Japan angenommen und verlässt Amerika. Doch zuvor schmeissen seine Freunde eine Abschiedsparty, die Kumpel Hud (TJ Miller) mittels Videokamera festhält. Der filmt zwar lieber Marlena (Lizzy Caplan), doch die versucht krampfhaft, die Kamera zu ignorieren. Als Beth (Odette Yustman) auftaucht, wirds kompliziert. Denn natürlich ist Rob in sie verliebt, aber die Kommunikation zwischen den Beiden klappt so gar nicht.
Das ist alles auch relativ unwichtig, als plötzlich die Erde bebt. Die Lichter der Stadt gehen aus und die Nachrichtensender vermuten ein Erdbeben. Unsere Partygruppe geht aufs Dach des Hauses um einen besseren Blick zu haben und sieht auf einmal Feuerbälle am anderen Ende von New York. Was ist da los? Ein neuer Terror-Anschlag?
In Panik rennt die Meute auf die Strasse, wo ihnen der Kopf der Freiheitsstatue entgegengeflogen kommt. Jetzt wissen auch Rob und Kumpels, dass etwas Gröberes im Gang ist. Das Militär greift ein und unser Kamerakind Hub hält weiter auf alles drauf, was sich bewegt. Unter anderem auch auf ein scheinbares Monster, das zwischen den Hochhäusern durch trampelt und alles niedermetzelt, was ihm in die Quere kommt.
Die Stadt ist in Panik, das anfänglich nur vermutete Monster entpuppt sich als realer Albtraum und ausgerechnet Beth meldet sich via Handy aus ihrem Haus. Sie ist eingeklemmt und kann sich nicht bewegen. Grund genug für Rob, Hud und Gefolge, sich den Warnungen des Militärs zu widersetzen und sich auf die Suche nach ihrer Freundin zu machen. Auch wenn das heisst, dass der Weg in die Richtung führt, in der auch das Monster wütet. Und das hat noch einige, kleinere, Überraschungen parat.
Kinofilm-Rating
Wer damals die Transformers im Kino gesehen hat, der mag sich daran erinnern. Ein Trailer wurde gezeigt, in dem via Handkamera ein Szenario gefilmt wurde, aus dem keiner schlau werden konnte. Ein Teaser, "produced by JJ Abrams" und ein Startdatum. Kurz danach explodierte das Internet. Filmchen wurden zurechtgestellt, falsche Webseiten eröffnet und die YouTube-Generation begann zu rätseln. Was ist Cloverfield, so der Titel, der dann auch mal veröffentlicht wurde. Nun ist er da, der lang erwartete Monsterfilm. Und siehe da, er bringt den Kinosaal zum wackeln.
Was bei Blair Witch Project schon gelungen ist, bekommt also ein echtes Revival. Ein kompletter Film, der auf einer Videokassette basiert, die irgendjemand bespielt hat und die nun in extremen Wackelbildern Geschehnisse zeigt, die dem Zuschauer den Mund vor Staunen offen lassen. Cloverfield braucht kein Intro, sondern legt gleich los. Das heisst, die ersten paar Minuten werden für Partygesänge, Beziehungsprobleme und lustige Sprüche gebraucht, bevor die Action dann nach etwa zwanzig Minuten endlich einen Zahn zulegt.
Was dann passiert, sollte sich jeder Interessierte am besten selber angucken. Eins kann jedoch gesagt werden. Cloverfield hat seine besten Momente, wenn das (ein bisschen undefinierte) Monster auftritt, der Sound die Kinosessel wackeln lässt und man sich mittendrin statt nur dabei fühlt. Da gibt es beklemmende Szenen im U-Bahn-Schacht, beeindruckende Begegnungen mit dem Ungetüm (das ein bisschen an die Viecher in The Mist erinnert) und gelungene Aufnahmen von Menschenmengen, die in Panik verfallen.
Dass Cloverfield zwar ein werbetechnisches, aber kein filmisches Meisterwerk geworden ist, wird spätestens dann klar, wenn die einzelnen Szenen ohne Monster ein bisschen näher unter die Lupe genommen werden. Eine fragwürdige Flucht übers Dach, Klischeefiguren ohne Tiefe und natürlich diese elenden Wackelbilder, die besonders zarten Menschen halt schon auf den Magen schlagen können. Ausserdem hangelt sich die Geschichte leider wirklich von einem Monstermoment zum Nächsten.
Fazit: Cloverfield zieht seine Faszination ganz klar vom Unwissen des Zuschauers. Wer sich zuviel mit dem Film beschäftigt, dürfte sich kaum amüsieren, sondern sich ab den wackligen Handkameraaufnahmen ärgern. Diejenigen, die ohne Trailer, Monsterbildchen und ähnlichem ins Kino schlendern, werden einen Film zu sehen kriegen, der laut, explosiv und herrlich monsterig ist. Wer braucht schon Godzilla, wenn man Cloverfield hat?
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