City of Ember (2008)

City of Ember (2008)

Oder: There's no way out!

City of Ember

Eine Geschichte über drei Kinder...

Die Erde wird von einer Katastrophe erschüttert. Die einzige Hoffnung für den Fortbestand der Menscheit liegt darin, eine grosse Anzahl Menschen in einer unterirdischen Stadt, genannt Ember, unterzubringen, wo sie geschützt eine Zukunft und später eine Chance auf einen Neustart haben. Dass diese Stadt nicht endlos bestehen kann, ist offensichtlich. Deshalb wird eine metallene Box - welche alle Informationen enthält, um aus der Stadt wieder an die Oberfläche zu kommen - dem ersten Bürgermeister übergeben. Diese Box soll sich automatisch nach 200 Jahren öffnen, was etwa dem Zeitpunkt entspricht, wenn die eingelagerten Vorräte langsam ausgehen, sowie die ersten Systeme versagen werden. Allerdings geht diese Box über den Verlauf der Zeit verloren.

City of Ember

...auf einem gefährlichen Abenteuer.

Die Zeit vergeht, 241 Jahre später haben die Bewohner von Ember die Existenz der Welt ausserhalb vergessen und fürchten sich davor, überhaupt die sicheren Mauern der Stadt zu verlassen. Allerdings hat Ember bereits vor langer Zeit die Endphase erreicht. Die Stromausfälle werden immer häufiger, die Infrastruktur bricht mehr und mehr zusammen, und niemand hat mehr eine Ahnung, wie die Maschinen funktionieren, welche die Erschaffer der Stadt gebaut haben. Die beiden 12-jährigen Schüler Lina Mayfleet (Saoirse Ronan) und Doon Harrow (Harry Treadaway) haben soeben die Schule abgeschlossen und einen ersten Beruf erhalten. Mit Schrecken bemerken sie den schlechten Zustand der Stadt und kommen durch eine seltsame metallene Box schrittweise einem Geheimnis auf die Spur, welches letzte Rettung für die Bewohner der sterbenden die Stadt darstellen könnte...


DVD-Rating

City of Ember war auf vielen Ebenen sehr vielversprechend. Zum einen basierte er auf einem realistischen Szenario, und zum anderen verknüpfte er Endzeit mit einem Adventure-Streifen, der die verbotenen Geheimnisse einer zum Untergang geweihten Stadt erkundete. Das erklärte Ziel war dabei, rechtzeitig die rettende Oberfläche zu erreichen, bevor die Lichter endgültig ausgehen, weshalb man sich auf einen Wettlauf gegen die Zeit mit einigen Rätseln sowie klassischen Indiana Jones Elementen freuen konnte.

Dies waren jedenfalls meine Erwartungen. Ebenfalls war ich darauf gespannt, wie Regisseur Gil Kenan eine ganze unterirdische Stadt umsetzt, die seit mindestens 200 Jahren ihre eigene Kultur und Regeln entwickelt hat. Dies entpuppt sich auch als den Aspekt, der an City of Ember am meisten begeistert, denn mit viel Liebe zum Detail wurde eine komplett funktionierende Gesellschaft entwickelt, welche von der Arbeitsaufteilung bis hin zur Essensknappheit und der immer mehr zerfallenden Infrastruktur eine grossartige Atmosphäre schafft. Allerdings wird dabei nur soweit auf die Gesellschaft eingegangen, um gerade noch die soziale Spannungen sowie die Machenschaften hinter der "wir zelebrieren eine glückliche Gesellschaft"-Kulisse zu beleuchten. Viele Fragen über Nachschub oder mögliche Kriminalität bleiben allerdings unbeantwortet.

Der Kern von City of Ember bleibt aber das Abenteuer der Kinder Doon (Harry Treadaway) und Lina (Saiorse Ronan). Langsam kommen sie dabei hinter das lang gehütete Geheimnis von Ember und suchen, ganz im Schitzeljagd-Stil einen Weg aus der immer mehr zerfallenden Stadt. Dabei geht es zu Beginn darum, die bruchstückhaften Informationen zusammen zu suchen und langsam die Rätsel zu lösen. Was jedoch sehr interessant und spannend klingt, entpuppt sich leider als langfädige Angelegenheit, welche zwar zum richtigen Zeitpunkt die Spur zum Ausgang aufnimmt, dann aber endlos herumtrödelt und nicht vom Fleck kommt. Schliesslich erkundet man zwar einige düstere Orte der Stadt, doch immer dann, wenn es interessant zu werden beginnt, wird wieder ein bemühender Umweg eingbaut, welcher der Spannung allen Wind aus den Segeln nimmt.

Schliesslich bleibt ein Film, der mindestens zehn Minuten zu lang ist, der wenig auf die beteiligten Charaktere eingeht und der am Ende einen sehr offenen Cliffhanger zu einem Sequel hat, das wegen der schlechten Einspielergebnisse ($16 Mio bei einem Budget von $55 Mio) wohl kaum kommen wird. Deshalb bleibt trotz dem insgesamt guten Cast eher der bittere Nachgeschmack, dass sie hier lieber einen kurzweiligen Stand-Alone Film gemacht hätten, als darauf anzupeilen, die ganze Ember-Serie verfilmen zu können.

Fazit: Schade, trotz einem glaubwürdigen Szenario und einer grossartig gestalteten Welt mit vielen liebevollen Details, enttäuscht er dort wo es am wichtigsten gewesen wäre: Ein kurzweiliges, spannendes und interessantes Abenteuer zu liefern, das schrittweise die Geheimnisse von Ember erkundet und so den Weg an die Oberfläche sucht. Unnötige Umwege, Logiklücken, viel Füllmaterial und ein langsamer Schnitt resultiert trotz spektakulären Bildern und einigen spannenden Momenten leider in einer Überlange und mehr Gegähne, als Mitfiebern.

Die getestete Code 1 DVD enttäuscht allerdings heftig: Der Film wird auf einer doppelbeschichteten Disk geliefert, welche auch die überflüssige Vollbild-Version enthält, dafür wurde auf jegliches Bonusmaterial verzichtet, und man wird mit einigen völlig überflüssigen Trailern abgespiesen. Schade, da hätte ich gerne mehr über die Entstehung und Entwicklung des Filmes erfahren.

3.5 Sterne 3.0 Sterne
3.5 Sterne (5 Bewertungen) | 1 Kommentar

3.5 Sterne3.5 von 0.0-6.0
09.02.2009 / db


DVD-Infos

  • Bildformat: 1.33:1 / 2.35:1
  • Sprachen: Englisch (DD 5.1); Spanisch (DD 2.1); Französisch (DD 2.1)
  • Untertitel: Englisch; Französisch; Spanisch
  • Extras: Trailer